Verabschiedung von Pfarrer Albert Zott
aus dem Pfarrverband Aufkirchen
In der Veranstaltung im Pfarrheim Aufkirchen
sprach Pfarrer Johannes Habdank ein persönliches Grußwort
Lieber Pfarrer Zott,
ich darf heute ein Grußwort sprechen anlässlich Ihrer Verabschiedung aus dem Pfarrverband und damit auch als Ihr evangelisches Pendant in der Ökumene vor Ort, und persönlich.
Ich weiß, dass Sie vor allem kurze Grußworte schätzen, was uns auch verbindet, wobei ich unseren Ansprüchen jetzt nicht ganz entsprechen werde.
Bei einer solchen Veränderung, wie sie mit Ihrem Weggang nach Grünwald („Greawoid“) und Harlaching und einer Neubesetzung Ihrer Position hier bei uns verbunden ist, hat man gemischte Gefühle, einerseits des Dankes für alles, was gut und gelungen war, aber natürlich auch der Unsicherheit, wann es wie weitergeht. Das wissen wir noch nicht. Ich wünsche Ihnen für Ihre Zukunft persönlich „alles Gute“ und dem Pfarrverband dort und hier Gottes Segen!
Für solche ja doch immer auch problematischen Übergangssituationen gibt es, um damit zurecht zu kommen, seit einiger Zeit eine sehr vielschichtige, meist beschwichtigend gemeinte Redensart bei uns, die sich im Alltag sehr verbreitet hat, bei jedem von uns: „Alles gut!“ Im Bayrischen „basst scho“, auch wenn´s einem nicht passt, dem einen mehr, dem anderen weniger.
Denn wann ist jemals „alles gut“ gewesen in dieser Welt und auch in den Kirchen, wann wird tatsächlich einmal „alles gut“? In der Beurteilung dieser und ähnlicher Fragen waren wir uns immer ziemlich einig!
Wer zuerst gesagt hat „Alles gut!“: Es war unser Schöpfergott, der Eine, an den wir glauben, welcher Glaube uns nicht nur ökumenisch mit allen Christen, sondern auch mit Juden und Muslimen verbindet.
Auf den ersten Seiten der Bibel wird von einem Urzustand erzählt, als alles sogar „sehr gut“ war. Gott spricht angesichts seiner Schöpfung, so wie sie von ihm ursprünglich erdacht und erschaffen war: „Und siehe, alles war sehr gut!“ Und nicht nur „alles gut!“ Dann kam die Trennung von diesem paradiesischen Urzustand durch die Ursünde und die vielen kleinen und großen Sünden – bis heute! Und das merken wir menschheitsgeschichtlich seit Aberjahrtausenden und heute jeden Tag in der Welt: dass es eben nichts ist mit nur „alles gut!“.
Mit dieser modischen Redensart ist auch manchmal gemeint: „Alles wird gut!“ So wie es Gott von Anfang der Welt an auch gedacht hat.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen für Ihre weitere Berufstätigkeit im Sinne Ihrer Berufung als Priester, dass an Ihrer neuen Wirkungsstätte „alles gut wird“, mit Gottes Hilfe!
Als Zeichen der Verbundenheit überreiche ich Ihnen als persönliches Geschenk ein Bild: Der 6. Schöpfungstag (als noch alles „sehr gut“ war). Es ist eine Postkarte von einem der vielen Holzschnitte meines Vaters Walter Habdank, dessen Werke zu biblischen Themen Sie seit Jahrzehnten schätzen und in Ihrer Arbeit immer wieder verwenden, als „Gut“-Schein dafür, dass Sie sich bitte demnächst im Atelier in der Maxhöhe 34, ein graphisches Original-Blatt aussuchen, für sich persönlich oder für Ihren neuen Wirkungskreis, das werden Sie selbst entscheiden – wie auch immer: „Alles gut!“
Ihnen und den beiden Gemeinden bzw. Pfarrverbänden, die von Ihrem mir persönlich nachvollziehbaren Schritt unterschiedlich betroffen sind, wünsche ich Gottes Segen und „alles Gute!“
Ihr evangelischer Kollege
Pfarrer Johannes Habdank
Liebe Leser und Leserinnen, Schwestern und Brüder,
zum 1.Mai dieses Jahres werde ich die Leitung des Pfarrverbandes abgeben um dann als Pfarrvikar in den Pfarrverbänden Grünwald und Harlaching tätig zu sein. Dieser Stellenwechsel geschieht auf meinen Wunsch hin, ist nicht vom Bischof angeordnet und hat mit nichts und niemanden aus dem Pfarrverband zu tun. Die Beweggründe für den Stellenwechsel liegen einzig und allein bei mir und ich will sie Ihnen hier gerne nennen:
Liebe Schwestern und Brüder,
diese meine Entscheidung ist eine Entscheidung des Verstandes und weniger des Herzens. Das Herz will hier bleiben, weil ich gerne bei Ihnen bin und arbeite und dankbar bin für viele ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiter, die mich immer unterstützen. Der Verstand aber sagt, dass es vernünftig ist aus oben genannten Gründen, jetzt die Möglichkeit eines Wechsels wahrzunehmen.
Ich weiß, dass meine Entscheidung für viele von Ihnen sehr überraschend kommt und Sie meine Beweggründe vielleicht nicht gleich und nicht ganz nachvollziehen können, bitte aber um Ihr Verständnis dafür.
Die Verantwortlichen im Ordinariat sind sehr bemüht, zeitnah einen Priester mit der Leitung des Pfarrverbandes zu beauftragen.
In der Hoffnung und der Zuversicht, dass es hier gut weiter gehen wird, bitte ich Sie um Ihr Gebet für meinen Neuanfang und will auch Sie alle und den ganzen Pfarrverband dem Schutz und der Fürbitte der Gottesmutter von Aufkirchen anvertrauen.
Ihr
Albert Zott, Pfr.