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Predigttext Pfarrer Johannes Habdank

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Predigt über die Jahreslosung 2014

Da berühren sich Himmel und Erde, liebe Gemeinde,
Das ist ganz im Sinne der Jahreslosung für das Jahr 2014, einem Wort aus dem Alten Testament, also der hebräischen Bibel, wie man heute auch sagt, nämlich aus Psalm 73, es ist der Vers 28a, also sein Anfang, der da lautet: Wa ani kirabat elohim li-tov – noch einmal zum besseren Verständnis: … - genau, dachte ich mir´s doch!, werden jetzt einige sagen! Alles klar! Nun, die offizielle Übersetzung, die die zuständige ökumenische Kommission, die jedes Jahr den ökumenischen Jahresspruch festlegt, heißt: „Gott nahe zu sein, ist mein Glück.“
Wa ani kirabat elohim li-tov? Er heißt in Wirklichkeit nach dem hebr. Urtext: Gott nahe zu sein, Gottes Nähe ist gut für mich.
„Nähe Gottes“ – und das ist der ökumenische „Clou“ an diesem Spruch: das kann beides bedeuten: dass wir uns Gott annähern, der Mensch Gott nahe kommen kann und muss durch sein Verhalten, also eher die traditionell katholische Variante; oder: dass Gott selbst nahe ist und kommt, also die mehr gnadentheologische, eher paulinische, und refor-matorisch-evangelische Variante! Die Formulierung des Jahresspruchs „Gott nahe zu sein“ umschifft dieses Problem elegant: Von wem die Nähe ausgeht, ist da unklar.
Und es ist ja auch schon im Hebräischen ein reziprokes, von beiden Seiten her gedachtes und erlebtes Verhältnis von Gott und Mensch.
Egal von welcher Seite letztlich ausgehend: es geht um das, was dabei heraus kommt: und wenn´s schon nicht das Glück ist, so doch wenig-stens und ganz pragmatisch-biblisch gedacht das, was einfach gut für den Menschen ist, für dich und mich, was dir nützt, was dir zuträglich ist. In diesem Sinne heißt der Jahresspruch: „Gott nahe zu sein, ist gut für mich.“ - „Gott nahe zu sein, ist gut für mich.“
Könnte man auch heute einfacher und allgemeiner sagen: „Religion ist gut für mich“? „Die Beschäftigung mit Religion ist gut für mich.“ Da berühren sich Himmel und Erde?
Ja! So kann man es heute sagen! Weil es in der Religion darum geht, bei aller Berührung von Himmel und Erde, allen Einheitsphantasien und Verschmelzungserlebnissen mit dem Ewigen oder dem Göttlichen, etwa in bestimmten Formen der Mystik oder auch gerne bei Fundamentalisten und sektiererischen Sonderoffenbarungsgläubigen, zu unterscheiden:
Zu unterscheiden, was göttlich und was menschlich ist, was vorletztlich wichtig ist und was letztlich wichtig ist; was wahrhaft und allein voll-kommen ist und was unvollkommen ist, sein und bleiben muss und immer wird. Nur Unterschiedenes kann einander berühren. Das wahrzunehmen und einzusehen, diesen Unterschied, um den geht es:
Ein bekanntes Gebet von dem US-amerikanischen Theologen Reinhold Niebuhr benennt diesen Unterschied zwischen Himmel und Erde exakt, indem es ein religiös-demütiges Bewusstsein der menschlichen Grenzen und begrenzten Möglichkeiten benennt:
„Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“
Dahinter steckt nicht nur Weisheit und Mut, sondern es geht darum – und das war geschichtlich und ist auch heute nicht immer so in vielen Religionen, auch im Christentum noch –, sich in dieser Unterscheidung, in diesem Unterschiedsbewusstsein einzuüben, in das, was das gute alte deutsche und christliche Wort „Demut“ meint: sich einzuüben in Selbstbescheidung, im Glauben und im Leben: geistig-geistliche Selbstbegrenzung im Wissen und in der Gewissheit darum, dass da ein Höherer ist, als wir alle es sind, mit dem sich unmittelbar zu identifizieren uns einfach nicht zusteht. Eins werden mit Gott? Nein! Gottes Nähe erfahren: ja!
Ja, Gott nahe zu sein, ist gut für mich. „Gottes Nähe ist gut für mich!“
Dass Himmel und Erde sich in uns berühren, dass wir Gottes Nähe im-mer wieder im Leben spüren, das wünsche ich uns, aber nicht zu inten-siv, damit wir uns darin nicht so zu Gott erheben, dass wir uns mit Gott selbst verwechseln und eine Absolutheit uns anmaßen, die uns nicht zu-steht. Denn: Gott nahe zu sein, ist gut für uns, und nicht mehr!
Auf uns Christen an Himmelfahrt übertragen: Bei allem Himmelfahrts-glauben, so euphorisch oder auch mager er sein mag: bitte nicht selber auch abheben, sondern Bodenhaftung bewahren.
In dem Bewusstsein frommer Selbstbegrenzung: nur Gott selbst ist höher als all unsere Vernunft .Und er bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus.
Amen.

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