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Predigttext Pfarrer Johannes Habdank

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Predigt über Matthäus 22,15-22

Liebe Gemeinde,
seit es Zahlungsmittel gibt, hat die Menschheit sich immer mit Geld und Münzen beschäftigt, über 100x wird in der Bibel über Geld etwas berichtet. So auch in unserem heutigen Predigttext aus Matthäus 22:
Da gingen die Pharisäer hin und hielten Rat, wie sie ihn in seinen Worten fangen könnten; und sandten zu ihm ihre Jünger samt den Anhängern des Herodes. Die sprachen: Meister, wir wissen, dass du wahrhaftig bist und lehrst den Weg Gottes recht und fragst nach niemand; denn du achtest nicht das Ansehen der Menschen. Darum sage uns, was meinst du: Ist's recht, dass man dem Kaiser Steuern zahlt, oder nicht? Als nun Jesus ihre Bosheit merkte, sprach er: Ihr Heuchler, was versucht ihr mich? Zeigt mir die Steuermünze! Und sie reichten ihm einen Silber-groschen. Und er sprach zu ihnen: Wessen Bild und Aufschrift ist das?
Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist! Als sie das hörten, wunderten sie sich, ließen von ihm ab und gingen davon.
Liebe Gemeinde, das Verhältnis zum Römischen Staat war für die Juden damals eine Existenzfrage, die an dem Punkt der Steuerfrage zu Konflikten führte. Die einzelnen jüdischen Gruppen waren untereinander sehr zerstritten. Die zu politischem und bewaffnetem Kampf bereiten Zeloten - Barabbas war einer, auch Simon, ein Jünger Jesu - sagten klar "nein" zu der Frage, ob den Römern Steuern zu zahlen seien oder nicht. Die Zöllner, Juden in Diensten der Römer, dem Volk deswegen verhasst, sagten ein klares "Ja".
Auf was es ankam, war, dass die Römer den Frieden garantierten, solange die Steuer gezahlt wurden, die Steuern hatten eine Art Schutzgeldfunktion. Dazwischen gab es die Pharisäer, sie waren der Überzeugung, die Steuern brauche man nur noch solange zu bezahlen, bis der Messias käme. Der werde dann ohnehin die Römer samt ihrem Geld und den Steuern aus dem Land hinauswerfen.
Für Jesus ist die Lage also schwierig und auch nicht ganz ungefährlich, als ihm diese Fangfrage nach dem Steuerzahlen gestellt wird. Seine Feinde wollen ihn ja damit überführen und verhaften.
Wem gibt er recht? Wen stößt er da möglicherweise vor den Kopf?
Ist er am Ende gar gezwungen, irgendeiner Gruppierung oder den in der Regel römerfeindlichen Leuten, die zuhören, nach dem Mund zu reden?
Nein. Jesus tut das nicht und er muss es auch nicht tun!
Er weist auf seinen Vater im Himmel hin, er sagt den Juden damals wie auch uns heute: Nur auf Gottes Willen kommt es letztlich an, auf sonst nichts!
Jesus redet den Menschen, uns Menschen nicht nach dem Mund!
Er verwendet eine bildliche Erklärung und sagt: Zeigt mir die Steuermünze! Wessen Bild und Überschrift trägt der Silbergroschen?
Sie zeigen Jesus eine römische Silbermünze, ein "Dinar" wird es wohl gewesen sein, dessen Wert etwa dem Tageslohn eines ungelernten Arbeiters entsprach, die Münze zeigt das Bild / Portrait des römischen Kaisers.
Man hatte offensichtlich keine Bedenken, diese Münzen öffentlich zu zeigen, obwohl die aufgeprägten Bilder teilweise göttliche Symbole darstellten, die mit dem jüdisch-biblischen Bilderverbot des Mose in Spannung standen.
„IN GOD WE TRUST“, steht auf der U.S.-amerikanischen 1-Dollar-Münze, die ich von meinem Taufpaten einmal geschenkt bekommen habe. Damit ist der christliche Gott gemeint. Das ist sozusagen das Gegenteil vom antiken römischen Dinar, denn dort wird an den Kaiser geglaubt, der gottgleich ist, für einen streng gläubigen Juden unerträglich, daher spannungsreicher Stoff für Konflikt.
Sieht man sich dagegen mal den Euro an: Kein Gott zu sehen, auch keine Merkel, keine Queen, kein Papst, kein Berlusconi, kein Sonnenkönig, kein König Ludwig, kein Gottkönig - ist der Gott dann jetzt vielleicht der Euro selber? Die Gestalter des Euro-Geldes haben offensichtlich damals, zu Beginn des neuen Jahrtausends die Spannungen erkannt, die sich in den Euro-Ländern mit ihren verschiedenen Kulturen und Gesellschaftsgruppen ergeben können. Die Euro-Scheine: sie sind nicht mehr mit Politikern der jeweiligen Länder oder großen Erfindern oder Märchenerzählern bedruckt, sondern zeigen mehr menschenverbindende Bilder. Auf einer Seite der Euroscheine sind Fenster und Türen zu sehen die man öffnen kann. Auf der anderen Seite des Scheines ganz einfache "Brücken", die nach Osten, nach Westen, nach Süden und nach Norden führen können, auch die Brücke z.B., die alle Jakobswege zusammenführt nach Santiago de Compostella. Der Euro soll – von seinen Bildern auf den Scheinen her gesehen - also keine Machtdemonstration sein, sondern mehr Völkerverständigung und Völkerverbindung mit sich bringen, was man nicht leugnen kann, hat aber natürlich auch neue Konfliktpotenziale mit sich gebracht, wie man täglich mit bekommen kann. Auch und gerade angesichts des Flüchtlingsgeschehens.
Die Euro-Banknoten wurden übrigens von dem österreichischen Künstler Robert Kalina entworfen. Seinem Entwurf liegt das Thema "Zeitalter und Stile in Europa" zugrunde. Sie stellen die Architekturstile aus sieben Epochen der europäischen Kulturgeschichte dar.
Die Euro-Scheine sind überall gleich. Es gibt nicht wie bei den Münzen nationale Unterschiede. Die Euro-Scheine drücken also mit ihrer Symbolik zwei Ziele aus: Offenheit und Verbundenheit unter den Euro-Ländern. Und diese Ziele bilden, wie wir merken, eine bleibende Herausforderung, nicht nur bezüglich der südosteuropäischen Staaten, sondern auch mit anderen, wie den Briten etwa.
Back to Jesus - zurück zu Jesus!
„So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.“
Jesus ist offensichtlich kein Fanatiker, der zum Anschlag gegen die römische Besatzungsmacht aufruft. Er sieht die Tatsache, dass ein Staat für seine Aufgaben Geld braucht und Steuern kassieren muss, was ihn aber letztlich nicht wirklich interessiert. Für ihn ist der entscheidende Punkt: Daran soll die Religion, der Glaube keinen Schaden nehmen, daran kann sich die Religion schadlos halten!
Für damals wie heute: Dem Staat stehen die Steuern zu, die Steuern, ja! Nicht aber der Glaube der Menschen. Ein Staat darf das Recht auf Religionsfreiheit nicht verletzen, so würden wir heute sagen. "Gebt Gott, was Gottes ist", so drückt es Jesus aus.

Liebe Gemeinde! Gebt Gott, was Gottes ist!
Was aber ist Gottes, was gehört Gott, was schulden wir ihm?
Unser Vertrauen.
Diese Antwort klingt einfacher als sie zu leben ist.
Um unsere Zukunft etwa machen wir uns Sorgen, sei es beruflich, wirt-schaftlich, finanziell oder vielleicht auch gesundheitlich, auch politisch, und was wir schon gar nicht recht abschätzen können, ist die weltpoli-tische Lage, die globalen Probleme. Zu viel wird an zu vielen Stellen gezündelt, Brandstifter aller Art sind vermehrt unterwegs.
Seinen eigenen Lebensweg mit Gottvertrauen zu gehen, um Gott zu geben, was Gottes ist, ist eine Aufgabe, die sich angesichts der ver-schiedenen Herausforderungen täglich, wöchentlich, monatlich, in welchen Erlebnis- und Reflexionszeiträumen auch immer, immer wieder neu stellt. Und wenn es uns gelingt, diese Aufgaben immer wieder hoffentlich, zu bewältigen, dann seien wir uns dessen bewusst, dass es jedes Mal eben nicht selbstverständlich ist, sondern eine Gabe, die wir jenem höheren verdanken, dem wir lediglich geben sollen, was ihm gehört, unser Vertrauen und unsern – Dank! Amen.

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