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Predigttext Pfarrer Johannes Habdank

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Predigt bei der Konfirmation 2015 Pfarrer Johannes Habdank

Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden, liebe Festgemeinde!
Meine Festpredigt heute beleuchtet drei Aspekte des Themas „Konfirmandenjahr und Konfirmation“, zu denen ich etwas sagen will.

1. Selbstständigkeit in religiösen Dingen gewinnen
Beim Vorstellungsgottesdienst am letzten Sonntag haben außer mir auch zwei mutige Konfirmandinnen, Luisa und Lisa, gepredigt, und zwar über ihren Konfirmationsspruch, und die beiden hatten auch wirklich persönlich etwas zu sagen und haben das auch so richtig gut gemacht, was allgemein auch große Anerkennung fand. Über die Bedeutung ihres Spruches hinausgehend hat Lisa auch über den Sinn ihrer Konfirmandenzeit etwas gesagt: „Ich habe gelernt und erfahren, wie wichtig die Funktion und Arbeit der Kirche ist. Und was Glaube und Kirche für mich persönlich bedeuten.“
Liebe Gemeinde, prägnanter und treffender kann man das Idealziel eines Konfirmandenkurses, intellektuell und erfahrungsmäßig, für sich selbst als Konfirmandin und aus meiner Sicht als Kursleiter und Konfirmator kaum formulieren. Und dieses Ziel ist sicher auch bei Euch anderen Konfirmanden erreicht worden, die Ihr auch gezeigt habt, wisst und begründen könnt, warum Ihr nun genau diesen, und nicht einen anderen Bibelspruch für Euch persönlich als Konfirmationsspruch ausgewählt habt. Danke für Euer aller Mitdenken in den ganzen Monaten, für Eure auch kritischen Diskussionsbeiträge und wie ihr Euch eingebracht habt. Nicht immer alle zu jedem Thema gleichermaßen, aber immer öfter die meisten! „Bild dir deine Meinung“, wie ein bekannter Werbeslogan heißt: aber bitte wirklich deine eigene und auf Niveau zu ethischen und religiösen Themen: Und auch einmal zu einer anderen Religion, dem Buddhismus, oder zu einer weltweit agierenden Sekte, Scientology, die behauptet Kirche zu sein, und ist es doch nicht.
Danke an alle, die mitgewirkt haben, Ehrenamtliche aus dem Kirchenvorstand, besonders Herr Teymurian mit dem Konfi-Website-Projekt, Prädikant Schenk, der einige Stunden übernommen hat, Mesnerin Zultner, an alle Mentoren und Jugendleiter bei Freizeiten - ich kann gar nicht alle aufzählen, es sind wieder sehr viele beteiligt gewesen an diesem Konfirmandenjahr! Danke!
Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden, Ihr habt viele unterschiedliche Funktionen und Aufgaben, die Arbeit der Kirche in unserer Gemeinde je nach Interessens- und Sozialengagement-Schwerpunkt kennengelernt, je nach dem, wo ihr Eure sog. Sozialpunkte gesammelt habt und mitgemacht habt. Und Ihr habt wohl auch alle auf je unterschiedliche Weise erlebt, was Glaube und Kirche sein kann und für Euch persönlich bedeuten können. Was Ihr daraus für Eure Zukunft macht, ist Eure persönliche Entscheidung, ja ab heute sogar im vollen Sinne auch rechtlich: mit der Konfirmation seid ihr mündige Christen und könnt selbst entscheiden in religiös-kirchlichen Dingen. In der Kirche geltet ihr mit dieser Konfirmation als Erwachsene.
Schon die Wahl eures Konfirmationsspruches war eure selbstständige, ganz individuelle Wahl, die ihr persönlich für euch getroffen habt. Vergesst diesen Spruch nicht und holt ihn immer wieder einmal hervor, aus dem Gedächtnis. Er soll euch daran erinnern, wie ihr in dieser Zeit, an diesem Tag und an jedem Tag euer Leben religiös verstehen und deuten könnt. Und ich hoffe, das von euch ausgesuchte Bibelwort trägt auf Dauer und kann euch auch dann und wann eine Lebenshilfe sein. Als Gedächtnisstütze bekommt ihr euren Spruch heute in Gestalt einer Urkunde feierlich überreicht!

2. Konfirmation ist die Feier der Freiheit eines Christenmenschen
Was Glaube je persönlich ist, das kann und muss sich jeder selbst denken, selbst erfahren, selbst zurechtdeuten, da gibt es kein Drumherum, im ganzen Leben nicht – so ist das mit der Religion, das habe ich Euch immer gesagt, liebe Konfirmanden. Und: oft ist es mühsam, sich selber klar zu machen, was Glaube ist, mein Glaube sein kann in den unterschiedlichen Lebenslagen, gerade in persönlichen Krisenzeiten, denn: Glaube objektiv gibt es nicht, nur subjektiv, ganz persönlich für dich.
Da kann die Kirche lediglich eine Hilfestellung bieten, sie kann und darf aber nach protestantischer, evangelisch-lutherischer Überzeugung nichts befehlen, vorgeben und oktroyieren, also aufzwingen. Abgesehen davon, dass so etwas wie ein autoritäres Glaubensdiktat unter heutigen aufgeklärten, modern- und faktisch multikulturellen Bedingungen, ob sie einem passen oder nicht, sowieso keinen mehr interessiert. Interessieren tut unter den heutigen Bedingungen eines globalisierten, hoch ausdifferenzierten, unüberschaubar gewordenen Religions- und Weltanschauungsmarktes nur noch das, was jeweils menschlich-persönlich überzeugend ankommt beim Einzelnen. Eine urprotestantische Einsicht seit Luther: Es kommt auf den Einzelnen an und auf das, was ihm einleuchtet. Nur das soll er glauben!
Der Haken daran ist: es können auch fundamentalistische Sinn-Angebote anderer Religionen sein, denen Leute glauben schenken, denken wir an islamistische Gruppierungen, aber auch an autoritäre Sekten und religiöse Gruppierungen aus dem christlichen Bereich und viele andere, wohinein man sich begeben kann, geraten kann, weil man ihnen glaubt.
Dagegen soll diese Konfirmation Dir, Euch allen sagen, dass Ihr freie Menschen seid, die sich bitte nicht knechten und bevormunden lassen, von niemandem und nichts, keinen Fundamentalisten, Sekten, auch nicht von der Kirche, wenn sie etwa, wie es die Evangelische Kirche in Deutschland gerne tut, moralisch bevormundend auftritt. Denn auch die Kirche hat nicht das Recht, euch zu sagen, was ihr zu glauben und auch nicht, wie ihr zu leben habt. Das könnt, sollt, müsst Ihr selber wissen! Dazu seid ihr frei! Ihr seid nur Eurem Gott selbst verantwortlich in Eurem Gewissen und Leben. Insofern seid ihr frei gegenüber allem in der Welt, aber auch verpflichtet, Euren Glauben, Euer Leben entsprechend Eurer persönlichen Einstellung zu gestalten!
Die Kirche gibt Euch dazu höchstens einiges an die Hand, als Stütze und Orientierungslinien, biblische Gebote, Nächstenliebe und andere „Werte“, wie man heute schon fast alles nennt, was besonders wichtig erscheint. Aber es steht in Eurer eigenen Macht, was Ihr daraus macht. Und diese Freiheit eines Christenmenschen ist Euch mit der Konfirmation gegeben: die Selbstständigkeit und Mündigkeit in ethischen und religiösen Dingen, sie soll Euch ermutigen, Euren eigenen Weg zu gehen.

3. Freiheitsglaube im Werden
Nun, dieser freiheitliche Glaube und ihm entsprechende Lebensweisen, die ist uns zwar gegeben, aber sie ist nicht einfach perfekt da! Sie entwickelt sich erst nach und nach im Leben. Ein wichtiger Schritt in der Jugend ist die Konfirmationszeit; und die Konfirmation ist das Fest als symbolischer Akt für das religiöse Selbstständig- und Erwachsenwerden, ja für den Übergang von der Kindheit ins Erwachsenenleben. Diese begonnene Entwicklung geht weiter. Auch Glaube ist ein lebenslanges Lernen, durch alle guten und schlechten Zeiten bis ans Ende.
Deswegen widme ich Euch, liebe Konfirmanden, zum Abschluss eurer Konfirmandenzeit und dieser Predigt einen wichtigen Gedanken von Martin Luther, den ich euch auf den Weg mitgeben will, die Worte lauten:
Das christliche Leben ist nicht Frommsein, sondern Frommwerden,
nicht Gesundsein, sondern Gesundwerden,
nicht Sein, sondern Werden, nicht Ruhe, sondern Übung.
Wir sind´s noch nicht, wir werden´s aber.
Es ist noch nicht getan und geschehen,
es ist aber im Gang und Schwang.
Es ist nicht das Ende, es ist aber der Weg.
Es glüht und glänzt noch nicht alles, es bessert sich aber alles.

Auf die Hoffnung auf eine positive Entwicklung im Leben und Glauben hin, dazu sollt ihr gesegnet werden in der Konfirmation.
Amen.

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