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Predigttext Pfarrer Johannes Habdank

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Liebe Gemeinde,
Jubilate, freuet euch! - heißt dieser Sonntag. Um was für eine Freude soll es da heute gehen? Worüber sollen wir uns freuen? Schauen wir im biblischen Text für heute genau nach. Jesus sagt zu seinen Jüngerinnen und Jüngern:

Lesung des Predigttextes: Johannes 16, 16-23a 

16 Über ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen; und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen, denn ich gehe zum Vater. (Johannes 14.19) 17 Da sprachen etliche unter seinen Jüngern untereinander: Was ist das, was er sagt zu uns: Über ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen; und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen, und: Ich gehe zum Vater? 18 Da sprachen sie: Was ist das, was er sagt: Über ein kleines? Wir wissen nicht, was er redet.
19 Da merkte Jesus, daß sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Davon fragt ihr untereinander, daß ich gesagt habe: Über ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen; und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen. 20 Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Ihr werdet weinen und heulen, aber die Welt wird sich freuen; ihr werdet traurig sein; doch eure Traurigkeit soll in Freude verkehrt werden. (Markus 16.10) 21 Ein Weib, wenn sie gebiert, so hat sie Traurigkeit; denn ihre Stunde ist gekommen. Wenn sie aber das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an die Angst um der Freude willen, daß der Mensch zur Welt geboren ist. (Jesaja 26.17) 22 Und ihr habt auch nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen. 23 Und an dem Tage werdet ihr mich nichts fragen. Wahrlich, wahrlich ich sage euch: So ihr den Vater etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird er's euch geben.

Jesus kündigt seinen Abschied an und weiß, dass die Jünger traurig darüber sind und es noch mehr sein werden, wenn er gestorben ist.
"... ihr habt nun Traurigkeit ..."; und dann fügt er hinzu: "Aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen ...". Aus der Traurigkeit soll Freude werden. Aus dem Abschied ein Wiedersehen. Aus dem Ende ein neuer Anfang.
Schön und gut, mag man sagen, aber wie kann das gehen? Wie kommt man denn von dem Verlust eines Menschen wieder zur Freude? Geht das überhaupt so, wie Jesus es sagt? Und wenn ja, wie kann das geschehen? Und was ist das dann eigentlich für eine Art von Freude?

"... ihr habt nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen."
Vielleicht ist das so ähnlich wie bei dem Abschied vom Großvater oder der Großmutter, vom Vater oder der Mutter: Es ist etwas zu Ende, den Menschen, wie er war, muss ich loslassen, das macht mich traurig.
Und zugleich empfinde ich auch Dankbarkeit und Freude darüber, ihn gehabt und so viel mit ihm erlebt zu haben, so viel von ihm bekommen zu haben. An Zuwendung, an Liebe, an Vertrauen und Selbstvertrauen und Lebensklugheit. Im Ende, im Abschied ist immer auch Freude enthalten, die Dankbarkeit für das Erhaltene, die mich auch froh machen kann.
Dieser Mensch bleibt lebendig in meiner Erinnerung. Ich kann ihn "wieder-sehen", ihm begegnen in allen Bildern und Erlebnissen, die ich in mir trage. Auch in dem, was ich tue, was ich von ihm gelernt oder übernommen habe, in dem, was ich von ihm habe und in dem, was ich in seinem Sinne weiter machen werde. Überall da ist weiterhin der verstorbene Mensch präsent – anders als zuvor - nicht so unmittelbar als Person, aber er ist da, ist lebendig in mir und mehr oder weniger auch erkennbar für andere, das erfreut mein Herz.
So oder so ähnlich wird es mit den Jüngern und ihrem Verhältnis zu Jesus auch gewesen sein. Seine Jünger - und Jüngerinnen, Frauen war ja auch mehrere dabei - haben ihn wiedergesehen.
Er ist auferstanden und ihnen begegnet. Wie das genau zugegangen ist, das ist heute schwer zu sagen. Aber was seinen Jüngern geblieben ist, ist die tiefe Freude daran. Tiefe Freude an diesem Wiedersehen, die ihre Seele erfüllt hat. Und für einen Moment hatten sie Gewissheit: Es ist nicht zu Ende, das Leben nicht und die Hoffnung nicht - auch dann nicht, wenn wir es meinen. Nein, die Sache Jesu geht weiter! In und mit uns, das war und ist die Osterbotschaft bis heute. Es gibt einen Weg, der weiter führt, als wir verste-hen können. Es gibt eine Liebe, die größer ist, als wir ermessen können.
In diesem Moment war alles ganz klar vor dem inneren Auge der Jünger und Jüngerinnen. Es war so ein Moment, in dem alle Fragen schweigen, aller Zweifel still wird und alle Unzufriedenheit Ruhe findet. Und was offen und unerfüllt war, ist nun heil und ganz. All das lag in dieser Begegnung, diesem Wiedersehen, und sie fühlten diese tiefe Freude, die einem niemand mehr wegnehmen kann.
Liebe Gemeinde! Seitdem wird diese Freude weitergegeben und wach gehalten unter den Seinen, den Menschen, die über seinen Tod hinaus mit Jesus, seinem Leben, dem, was er getan hat, wie er sich verhalten hat, seinem Wort und seiner Geschichte, etwas anfangen können.
Seitdem sind sie wacher für die Zeichen des Lebens in dieser Welt und für die Momente, in denen sie auch heute wieder aufleuchtet, jene Gewissheit von damals. In den Momenten, die von Liebe erzählen und von Freude, die aus der Traurigkeit erwächst.
Und seitdem leben glaubende Menschen auch mit der starken Hoffnung, dass am Ende der Geschichte Gottes mit den Menschen das Leben und die Freude stehen werden. Jesu eigene Vorstellung war die, dass es ein großes Festmahl sein wird, mit ihm, bei Gott. Eine Vorstellung, die unsere Imaginationskraft übersteigt, und doch anregt zur Vorfreude!

Die deutsche Dichterin Marie Luise Kaschnitz (1901-1974) hat das in ihrem Gedicht "Auferstehung" so ausgedrückt - ich lese einen Ausschnitt:
Manchmal stehen wir auf - Stehen wir zur Auferstehung auf
Mitten am Tage - Mit unserem lebendigen Haar
Mit unserer atmenden Haut.
Die Weckuhren hören nicht auf zu ticken
Ihre Leuchtzeiger löschen nicht aus.
Und dennoch leicht - Und dennoch unverwundbar
Geordnet in geheimnisvolle Ordnung
Vorweggenommen in ein Haus aus Licht.
(aus dem Gedicht "Auferstehung", 1962)

„ ... ihr habt nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen." Wir sehen ihn wieder - schon hier in manchen Momenten - und dann einmal dort am Ende unserer Tage. Glauben wir das? Der Herr helfe unserem Glauben!
Und so sind wir als Jüngerinnen und Jünger Jesu Menschen in Vorfreude. Auch darum: Jubilate, freuet euch!
Und der Herr sei mit eurem Geiste. Amen.

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