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Predigttext Pfarrer Johannes Habdank

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Predigt zur Konfirmation am 17. und 18. Mai 2014 in Aufkirchen.

 

Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden, liebe Festgemeinde!


Wir kennen es alle: Es gibt Tage in unserem Leben, die wir nie vergessen: schöne, aufregende, schwere.
Da gibt es schöne Tage, an die wir immer wieder gerne denken. Etwa die Einschulung, die Mitteilung über wichtige bestandene Prüfungen, erstes Haustier, erster Kuss in Verliebtheit, neues Fahrrad, erstes Auto, Hochzeitstag, herrlicher Sonnenuntergang am Meer, die gelungene Geburtstagsparty, und was einem jeweils noch alles einfallen mag.
Schöne Tage, die wir nie vergessen …

Dann gibt es aufregende Tage, die wir in lebhafter Erinnerung haben. Die neue Schule, neuer Wohnort, erste Konfi- oder Libi-Freizeit, für die Älteren unter uns: Schul- und Ausbildungsabschlussprüfungen, erstes Bewer-bungsgespräch, Herzklopfen bei der ersten Verabredung mit dem Traum-partner, auch wenn die Beziehung dann vielleicht später zum Albtraum wurde, – Führerscheinprüfung, oder die erste Präsentation vor einer großen Versammlung. Aufregende Tage, die in lebhafter Erinnerung sind.
Und dann gibt es schwere Tage, die uns viel Kraft und Nerven abverlangt und uns besonders gefordert haben, ja an die Substanz gegangen sind. Die miese Note, die zum Wiederholen der Klasse zwingt. Die Absage für ein Praktikum, eine Stelle. Die Kündigung auf dem Tisch, der Wegzug der besten Freundin, eine üble Diagnose, eine lange Krankheitszeit, der Tod eines lieben, nahestehenden Menschen, auch eines geliebten Haustieres, die Trennung mit oder ohne folgende Schlammschlacht, ein bitterer Unfall, der wie aus heiterem Himmel Lebenszusammenhänge kaputt macht.

Wir kennen es alle: Es gibt Tage in unserem Leben, die wir nie vergessen. Solche Tage – schöne, aufregende, schwere: sie ragen heraus aus dem normalen, gewohnten Ablauf, prägen sich unserem Gedächtnis ein, werden teilweise sogar im Kalender vermerkt – tatsächlich oder in Gedanken, eben weil sie eine große Bedeutung für uns haben und weil wir sie auch nicht vergessen können und wollen.

Am liebsten würden wir natürlich nur die schönen Tage herausnehmen, die Tage, an denen wir gut drauf waren oder sind und feiern, lachen und unser Leben genießen. Die Tage also, an denen unsere Sorgen und Probleme, vergangene und heutige, vergessen sind. Gerne würden wir Trauer und Verlust ausklammern aus unserem Alltag und einfach nur fröhlich sein –
die Rosinen herauspicken. Aber so ist unser Leben nicht.

Eigentlich ist es eine Binsenweisheit, die wir uns aber nicht immer bewusst machen: Immer gehört beides dazu, das Glück und der Schmerz, das Fro-he und Helle und die Dunkelheiten. Das mag uns nicht unbedingt gefallen. Und gerade auf die negativ erlebten Tage würden wir lieber verzichtet haben und auch in Zukunft verzichten wollen. Aber es ist nicht zu ändern.

Genau besehen bei Lichte ist es sogar so, dass die negativen Tage etwas Gutes an sich haben: Sie lassen uns reifen. Denn genau daran wachsen wir doch: In der Regel sind es die Probleme und Krisenzeiten, die uns persönlich besonders in Anspruch nehmen, voranbringen, in denen wir neues, zum Teil ungeahntes Potential entfalten, in denen wir Stärken an uns entdecken, die uns vorher nicht bewusst waren. Wie eine Kollegin von mir einmal geschrieben hat: „Wer wüsste was vom Glück, wenn er das Unglück nicht kennen würde? Wer wüsste, welch ein Geschenk die wunderbaren Tage sind, wenn er nicht auch schon andere erlebt hätte? Wer könnte die Freude richtig auskosten, wenn er sie einfach für selbstverständlich hielte? Gerade dass unser Leben so bunt ist, so schön und so schmerzlich, so froh und so traurig, so ausgelassen und so ernst, so aufreibend und so ruhig, gerade das macht seinen Reichtum aus. Und lässt uns die guten Tage besonders wertschätzen.“

„Dies ist der Tag, den der Herr macht, lasset uns freuen und fröhlich an ihm sein. O Herr, hilf! O Herr, lass wohl gelingen!“
Dieser Jubelvers aus dem Psalm 118 zum Festtag der Konfirmation lässt uns gewahr werden, dass heute so ein positiver Tag ist, an den Ihr, liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden, euch noch lange Zeit gerne erinnert.

Es ist ein Spruch, der ursprünglich bei einem großen Dankfest gesprochen, nein: sogar gesungen wurde. Und dabei sollen die Priester dank- und lobsingend um den Altar herumgezogen sein. Machen wir jetzt nicht! …
Aber dankbar sind wir alle auch heute: für diese Konfirmandenzeit und dass Ihr heute alle konfirmiert werdet und ein Fest feiert. Viel wurde darauf hingearbeitet und gemacht, dass dieser Tag gelingt! Von der Wahl der Kleidung und der Lokalität, wo nachher gefeiert wird, bis hin zur Auswahl des Konfirmationsspruches, den Ihr euch selbst ausgesucht habt.

„Dies ist der Tag, den der Herr macht, lasset uns freuen und fröhlich an ihm sein. O Herr, hilf! O Herr, lass wohl gelingen!“
Zwei Gedanken zu diesem Spruch:
Er besagt zum Einen, dass bei all unserem menschlichen Wollen und, Planen, Vorbereiten, Tun und Machen, bei allem unserem Herum-Managen für diesen Tag und um ihn herum, letztlich nicht wir es sind, die diesen Tag gemacht haben. Nein, es ist ein höherer, als wir alle es sind: Gott selbst es ist, der ihn gemacht hat, der ihn uns schenkt, der ihn gelingen lässt. Das heißt, wir feiern heute natürlich schon auch uns, also Euch, liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden, aber eigentlich und letztlich den in und hinter allem wirkenden Gott, der uns diesen Tag der Konfirmation beschert als Geschenk über alle Geschenke hinaus, so wichtig und persönlich wertvoll sie auch sein mögen. Deswegen sprechen wir ja auch nicht „Wir glauben an uns“, sondern: „Wir glauben an Gott, den Vater, den Schöpfer“ usw. Ja, dieser unser Festtag ist ein letztlich verdankter, kein selbstgemachter Festtag! Das ist der Sinn des Wortes:
„Dies ist der Tag, den der Herr macht, lasset uns freuen und fröhlich an ihm sein. O Herr, hilf! O Herr, lass wohl gelingen!“
Mein zweiter Gedanke, den ich euch nahelegen will, zu diesem Spruch ist:
Es soll nicht nur ein Feiertagsspruch sein, sondern an jedem Tag gelten. Und es ist natürlich nicht leicht, auch die Tage, die keine wirklich guten Tage sind, als Tage zu empfinden, die dennoch von Gott gegeben sind, als Gabe und als Aufgabe, dass du ihnen dennoch etwas Weiterführendes abgewinnen kannst, wie eingangs schon gesagt, mit einigen Beispielen.

Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden,
ein Spruch nicht nur für heute, für den Feiertag oder immer wieder sonntags und die super-guten Tage, die ihr hoffentlich oft erlebt, sondern wirklich für jeden Tag, soll für euch auch euer jeweiliger Konfirmations-spruch sein, den ihr euch für eure eigene Lebensdeutung selbst ausgesucht habt. Er soll euch begleiten durch Dick und Dünn, in guten und in schwierigen Zeiten.
Die Wahl eures Konfirmationsspruches war eure selbstständige, ganz individuelle Wahl, die ihr persönlich für euch getroffen habt. Vergesst ihn nicht und holt ihn immer wieder einmal hervor, aus dem Gedächtnis. Er soll euch daran erinnern, wie ihr in dieser Zeit, an diesem Tag und an jedem Tag euer Leben religiös versteht und deuten könnt. Und ich hoffe, das von euch ausgesuchte Wort trägt euch auf Dauer. Und kann euch auch dann und wann eine Lebenshilfe sein. Vergesst ihn nicht! Als Gedächtnisstütze bekommt ihr euren Spruch heute in Gestalt einer Urkunde ausgehändigt.

Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden, zum Abschluss eurer Konfirmandenzeit und dieser Predigt gebe ich euch einen wichtigen Gedanken von Martin Luther mit auf den Weg, die Worte lauten:
Das christliche Leben ist nicht Frommsein, sondern Frommwerden,
nicht Gesundsein, sondern Gesundwerden,
nicht Sein, sondern Werden, nicht Ruhe, sondern Übung.
Wir sind´s noch nicht, wir werden´s aber.
Es ist noch nicht getan und geschehen,
es ist aber im Gang und Schwang.
Es ist nicht das Ende, es ist aber der Weg.
Es glüht und glänzt noch nicht alles, es bessert sich aber alles.
Auf die Hoffnung auf eine positive Entwicklung im Leben und Glauben hin, dazu sollt ihr gesegnet werden in der Konfirmation. Dass ihr tagtäglich sagen und erleben werdet, ob es nun schöne Tage sind, aufregende oder schwere: „Dies ist der Tag, den der Herr macht, lasset uns freuen und fröhlich an ihm sein. O Herr, hilf! O Herr, lass wohl gelingen!“ Amen.

 

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