Sie sind hier: Home Aktuell

Aktuell

Predigttext Pfarrer Johannes Habdank

Aktuell >>

Predigt von Pfarrer Johannes Habdank
am Toten-/Ewigkeitssonntag 2013 über Markus 13, 31-37

Liebe Gemeinde,
für den heutigen Ewigkeitssonntag ist als Predigttext eine Passage aus dem Markusevangelium vorgesehen, Kapitel 13. Dieses Kapitel ist in der Luther-Bibel überschrieben mit dem Titel „Jesu Rede über die Endzeit“. Da spricht Jesus zu seinen Jüngern:
„Himmel und Erde werden vergehen; meine Worte aber werden nicht vergehen. Von dem Tage aber und der Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, auch der Sohn nicht, sondern allein der Vater.
Seht euch vor, wachet! Denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist. Wie bei einem Menschen, der über Land zog und verließ sein Haus und gab seinen Knechten Vollmacht, einem jeden seine Arbeit, und gebot dem Tür-hüter, er solle wachen: so wacht nun; denn ihr wisst nicht, wann der Herr des Hauses kommt, ob am Abend oder zu Mitternacht oder um den Hahnenschrei oder am Morgen, damit er euch nicht schlafend finde, wenn er plötzlich kommt. Was ich aber euch sage, das sage ich allen: Wachet! „

Zu diesen Worten Jesu drei Gedanken für Sie heute:

Zunächst eine historische Einordnung zur Information: Johannes der Täufer, Jesu Vorläufer, wie er biblisch auch bezeichnet wird, hatte zur Buße aufgerufen angesichts des von ihm so geglaubten und propagierten unmittelbar bevorstehenden Weltenendes und Gottesgerichts, primär als Strafgericht über die nicht Bußfertigen vorgestellt, einem endgültigen Gericht, aus dem heil hervorzugehen nur die Taufe durch ihn selbst, Johannes den Täufer, verhindern könne. Jesus dagegen, der ja ein Verwandter von Johannes dem Täufer war, von dem er selber auch getauft worden war und wohl auch einige Zeit dessen Jünger gewesen war, ist da einen großen Schritt weiter gekommen: in seiner Entwicklung vom Johannes-Jünger zur eigenen Position. Jesus hat gemerkt, dass der unmittelbare Eintritt des Endes der Zeiten und des Jüngsten Gerichts ja wohl doch noch nicht so bald eintreten würde, zumindest sich verzögerte – und das ist ja bis heute so!
Jesus sagt nun:
„Von dem Tage aber und der Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, auch der Sohn nicht, sondern allein der Vater.“ Also Gott selbst und allein! Und das gilt bis heute, trotz der vielen nicht nur in der christlichen Religionsgeschichte, also historisch immer wieder gewagten Versuche, das Weltenende zu prophezeien, womöglich auch noch genau datiert, terminlich möglichst genau zu benennen und daraus Konsequenzen für das Verhalten der Menschen zu fordern: seien es religiös motivierte Befürchtungen, wie zuletzt die Geschichte mit dem Maja-Kalender vor einem Jahr. Oder seien es ökopolitische Katastrophen- und Endzeit-Szenarien, die uns seit den 1980er Jahren immer wieder beschäftigen sollen. Nichts von alledem ist eingetreten. Denn: Wer kann schon wirklich wissen, was – noch – kommt, und wann genau? Wir Menschen wissen es nicht, schon gar nicht, wann die Welt untergeht, wenn sie denn einmal untergehen soll. Wie Jesus sagt: „Von dem Tage aber und der Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, auch der Sohn nicht, sondern allein der Vater.“ Auch Jesus wusste es nicht.
Wieviel weniger dann wir. Wir sind nicht Jesus.

Zweiter Gedanke:                                                                                                                                              Wenden wir die Endzeitrede Jesu einmal auf unser menschliches Leben an, auf die Biografie jedes Einzelnen von uns: Vom Ende unseres menschlichen Lebens, deinem und meinen, wissen wir nichts. Davon weiß, wenn überhaupt einer, nur Gott selbst.
Junge Menschen sterben. Menschen, deren Leben noch gar nicht zur Blüte gelangen konnte. Menschen, die sich in der Mitte des Lebens befinden, trifft auf einmal der Schlag, ganz unerwartet. Und auch sogenannte „junge Alte“ – also heute schon 50plus oder im Alter von 60 bis 70 Jahren, müssen auf einmal sterben, obwohl sie vielleicht noch viele Jahre vor sich gehabt hätten, gute und glückliche Jahre, wie zu erwarten, zu wünschen gewesen wäre. Und dann sterben andere, die in ein sehr hohes Alter gekommen sind: Im gesegneten Alter von über 80 oder 90 oder gar 100 Jahren. Ich weiß auch von sehr alt gewordenen Menschen, die sagen: Ich habe mein Leben gelebt. Wann werde ich denn nun endlich geholt? Hat mich der Herrgott vergessen? Auch das gibt es.
Und dann gibt es – in allen Lebensaltern zu finden – die eher wenigen Glücklichen, die dem nahen Ende, dem so gut wie sicheren Tod, ganz knapp noch einmal entgangen sind, die noch einmal leben dürfen, neues Leben gewonnen haben!
Ja, Jesus hat recht mit seinem Wort: „Von dem Tage aber und der Stunde weiß niemand“ – kein Mensch und auch kein Arzt nicht – „auch die Engel im Himmel nicht, auch der Sohn nicht, sondern allein der Vater.“ Unser Vater im Himmel.

Dritter und letzter Gedanke:
Was Jesus will, ist Wachsamkeit. „Seht euch vor, wachet“, sagt er seinen Jüngern damals, sagt er seinen Menschen heute. Das heißt für uns heute: Seid wachsam für die Zeichen der Zeit. Greift ein, wo die Räder der Zeit falsch laufen, fallt ihnen ihn die Speichen. Lenkt sie auf andere Bahnen, wenn und wo es nötig erscheint, im Großen und im Kleinen. Und da ist jeder von uns gefordert: in diesem Sinne wachsam zu sein und sich einzusetzen, wo er es für angebracht hält und als nötig erachtet.
Was unser eigenes menschliches Leben betrifft, unsere persönliche Biografie und die der uns Nahestehenden, denen wir verbunden sind: seid wachsam, sorgt füreinander, kümmert euch umeinander, und zwar auch und verstärkt, wenn das Ende naht. (Und das haben, wie ich mitbekommen habe in den Gesprächen, so viele von den Angehörigen der in diesem zu Ende gehenden Kirchenjahr Verstorbenen bewundernswert getan. Nun kann man sagen: das gehört sich so! Ich sage denen, Ihnen allen dafür Danke! Im Namen desjenigen Menschen, der Ihnen voraus gegangen ist und sich selber nicht mehr bedanken kann.
Seid wach und kümmert euch, egal, wie jung oder alt ihr Lebenden seid:
Das Ende kann jederzeit ganz unvermutet kommen, so wie es auch bei einigen Verstorbenen, derer wir heute gedenken, leider war. Manch einer hatte wohl schon eine leise Vorahnung. Zumindest meinen wir´s so.
„Wachsein“ für uns heißt in der Konsequenz daraus: Lerne, jeden neuen Tag als einmalig schönes Geschenk aus Gottes Hand wahrzunehmen, zu empfangen und ihn mit Lebensmut, „mutig“ zu leben, jeden Tag mit allen seinen Möglichkeiten, die uns gegeben sind, aber auch im jeder-zeitigen Angesicht des Todes. Dass wir lange leben, wie lange, ob länger oder kürzer, wir wissen es nicht, es weiß nur Einer: jeder Tag, den du lebst, ist nicht selbstverständlich. Darum seien wir dankbar und möglichst lebensfroh, solange wir leben!

Ich spreche aus dem Abschiedsgebet der Beerdigungen, so wie ich sie halte, die letzte Bitte:
Herr, umhülle alle, die jetzt traurig sind, mit dem Mantel deines Trostes. Stärke uns im Angesicht des Todes zu jedem neuen Tag. Amen.
 

 

Zurück

Ansprechpartner, die Ihnen weiterhelfen

Service  

Pfarrer

Pfarrer Johannes Habdank

Telefon: 08151 - 50 494 oder
Mobil: 0160 / 97 93 96 17
Fax: 08151 - 95 552
E-Mail: johannes(dot)habdank(at)elkb(dot)de
Sprechzeiten nach Vereinbarung
Service  

Sekretariat

Sekretärin Cornelia Jung

Telefon: 08151 - 97 31 76
Fax: 08151 - 97 31 77
E-Mail pfarramt(dot)berg-ev(at)elkb(dot)de
Bürozeiten: Mo. - Di. - Fr.
9.00 Uhr bis 12.00 Uhr
Service  

Kirchenvorstand

Vertrauensmann
des Kirchenvorstandes
Florian Gehlen

Telefon: 08151 - 95 742
E-Mail florian(dot)gehlen(at)web(dot)de

Evangelisch-Lutherische

Kirchengemeinde

Berg am Starnberger See

Fischackerweg 10

82335 Berg

Tel.: 08151-97 31 76

        
         Newsletter
        


         Dreh mich um...
 
Newsletter
zu aktuellen Veranstaltungen und Neuigkeiten in der Kirchengemeinde Berg versenden wir in unregelmäßigen Abständen einen Newsletter.

Hier können Sie sich

für
den Newsletter registrieren.
         Online Anfrage
         für Taufe oder
        Trauung




         Dreh mich um...

Online Anfrage für Taufe oder Trauung

Wünschen Sie eine Taufe oder kirchliche

Trauung in der Gemeinde Berg?

 

 

       
       Berger
       BlechBläser





         Dreh mich um...

Berger Blechbläser

unter der Leitung vom Prof. Dr. Frieder Harz

Freitags 19.00-20.30 Uhr 
 

        Seniorenkreis

 

 


         Klick und ich dreh mich um...

Seniorenkreis

unter der Leitung von Hanna Schenk

I.d.R. jeden 3. Dienstag des Monats 15.00 - 17.00 Uhr

  Kinderchor   Projektchor

 
                                            Klick und ich dreh mich um...

Kinderchor

ab 6 Jahren, unter der Leitung
von Angelika Gehlen

Jeweils Dienstag
16.30 - 17.30 Uhr
im Katharina von Bora-Haus
 

Projektchor

unter der Leitung von
Frieder Harz

Projekte nach Absprache
Bekanntgabe der Proben hier