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Predigttext Pfarrer Johannes Habdank

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Predigt von Pfarrer Johannes Habdank
über den Heiligen Geist (Paraklet) im Johannesevangelium
im Ökumenischen Gottesdienst am Pfingstmontag 2013

Liebe Gemeinde,
Pfingsten ist das Fest des heiligen Geistes, dessen Gabe wir feiern und erbitten. Pfingsten gilt als Gründungsfest der Kirche und als Fest der Grenzen überschreitenden Kommunikation, des Miteinander Redens und Einander Verstehens im christlichen Geist, sozusagen als Initialzündung für die Globalisierung des christlichen Glaubens.
Was ist das für ein Geist, dieser Heilige Geist? Wozu ist er da, warum ist er nötig, wieso haben wir ihn nötig? Im Glauben, in unserem Leben? Wie können wir vielleicht sogar aus ihm heraus handeln?

Denken wir zunächst an den Weg, der von Karfreitag zu Pfingsten führt.
An Karfreitag ist Jesus am Kreuz gestorben, das haben wir, ökumenisch verbunden, in der Kreuzwegprozession bedacht und begangen. Schritt für Schritt, Station für Station. Dann gehen die Stationen weiter:
An Ostern feiern wir die Auferstehung, der Herr ist nicht im Tod geblieben, geschweige denn in der Beutungslosigkeit versunken, nein: er ist neu aufgelebt und damit der Glaube an ihn mit seinem Leben, er ist den Seinen erschienen! Mehrere österlich-nachösterliche Erscheinungen ereignen sich in den ersten 40 Tagen nach Ostern – dann aber kommt seine Himmelfahrt, endgültige Heimkehr zu seinem Gottvater in die Ewig-keit – und jetzt die Frage: wie bleibt dennoch die Verbindung zum wahr-haft Mensch Gewordenen erhalten, wer oder was tritt an die Stelle Jesu?
Ursprünglich glaubten die Christen wie Jesus selbst auch an seine zeitnahe Wiederkunft angesichts des unmittelbar bevorstehenden Endes der Welt und der Zeiten. Nun hat sich diese Wiederkunft immer wieder verzögert, immer noch mehr, bis heute. Und das war für die ersten Christengenerationen ein Problem: nicht nur ein zeitliches Problem, sondern ein massives, existenzverunsicherndes Problem, weil ein Glaubwürdigkeitsproblem: Kommt der Herr doch nicht wieder? Wo bleibt er denn? Hat vielleicht der, der doch der Weg, die Wahrheit und das Leben war, sich selber und andere getäuscht? Bewusst oder unbewusst?

Das Johannesevangelium bietet für dieses ernste Problem eine geniale Lösung an:
Jesus selbst ist bei seinem Vater im Himmel. Deswegen wird er von nun an künftig authentisch vertreten durch den Heiligen Geist. Wobei – und das ist beim Johannesevangelisten das Besondere - da nicht das normale Wort für Geist (Pneuma) steht, sondern ein anderes: Paraklätos = der Herbeigerufene, der Paraklet. Fast schon so etwas wie ein Nothelfer.
Oft wird das Wort übersetzt mit „Tröster“ im Sinne von „Ermutiger“, mit „Beistand,“ „Helfer“, „Vermittler“ oder gar „Anwalt“ oder aber einfach gleich als: „Heiliger Geist“ und „Geist der Wahrheit“, weil der Heilige Geist im Johannesevangelium genau diese Funktionen alle hat: zu trösten, zu ermutigen, beizustehen, zu helfen, zu vermitteln, Anwalt zu sein für die Sache der Christen vor anderen und vor Gott, im Sinne der Sache Jesu.
Ja, Jesus selbst wird zuvor auch selber „der Paraklet“ genannt. Weil Jesus selbst das auch alles getan hat und war: Tröster, Ermutiger, Beistand, Helfer, Vermittler, Anwalt. Deswegen übernimmt jetzt der Heilige Geist diese Aufgaben. Damit ist der Heilige Geist Jesu Christi Geist, als dessen Geist er nun ab Pfingsten an die Stelle Jesu nach dessen Tod, österlichen Erscheinungen und endgültigen Heimkehr zu seinem Gottvater tritt. In diesem Geist wird Jesus selbst spürbar und sichtbar. In ihm und durch ihn ist den Christen die zumindest vermeintlich abhanden gekommene Glaubens- und Lebenseinheit mit Jesus und seinem Gottvater wieder gegeben.

Das war damals – und heute?
Wenn wir uns in schwieriger Lage befinden, nicht aus noch ein wissen – und doch Hilfe erfahren, Ermutigung, Trost. Dann ist dahinter und darin dieser Heilige Geist am Werk, selbst unsichtbar, wie alles Geistige und Geistliche, aber vermittelt wahrnehmbar: etwa in anderen Menschen, die uns helfen, in einem glücklichen Zufall, der uns wieder voran bringt, den wir – geistgewirkt – als Fügung erleben und deuten.
Der Geist begegnet uns als Anwalt und Beistand im Gericht, wobei ich jetzt nicht das Amtsgericht Starnberg oder das Familiengericht in München meine, sondern: wenn wir zu Gericht sitzen, nicht wie sooft über andere, sondern über uns selbst: wenn wir ein schlechtes Gewissen haben, weil wir gemerkt haben, dass wir einen schweren Fehler gemacht haben; wenn wir uns selbst einen Fehler, den wir gemacht haben, nicht verzeihen können und er uns deswegen schwer nachhängt und wir bedrückt sind, wenn wir nicht zu wagen hoffen, dass derjenige andere, an dem dieser Fehler in der Auswirkung hinausgegangen ist, das vergeben wird. Dann ist es gut den Blick über die Situation hinaus zu lenken: auf Jesus, der den vergebungsbedürftigen Menschen dadurch zum Christus geworden ist, dass er ihnen ihre Schuld vergeben hat, der die Vergebung Gottes gepredigt und gelebt hat – ihm die Vergebung Gottes zu glauben, auf sie zu vertrauen – das kann dazu verhelfen, dass wir wieder aus unserer Selbstverstrickung demütig herauskommen und wieder großzügiger und letztlich wie befreit mit diesem belastenden Problem und den von ihm Mitbetroffenen umgehen.
Dass wir den Heiligen Geist auch heute so erleben, dafür ist ganz wichtig, was über ihn im Johannesevangelium, Kapitel 14 steht:
Jesus sprach zu seinen Jüngern: Der Tröster, der heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.
Also allein schon in diesem sich immer wieder Erinnern, was Jesus gesagt hat und getan hat, wofür er eingetreten ist, und die Kraft dessen zu erspüren und zu erfahren, darin verwirklicht sich der Heilige Geist heute – Der Heilige Geist, der nichts Abgehobenes ist oder irgendeine magische überirdische Gewalt, die spektakulär über uns kommt, sondern etwas, was unsichtbar, ganz fein, oft unmerklich und leise auf uns wirkt, in uns wirkt und unter uns wirkt. Der Heilige Geist ist etwas Atmosphärisches, etwas für das Gespür, für das Gemüt, für das Herz – und unseren Geist.
Jesus sagte weiter noch: Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht.
Nein fürchten brauchen wir uns wirklich nicht, im Gegenteil, wir sollen offen sein, sensibel wahrnehmen und darauf achten, wann und wenn wir getröstet werden, uns beigestanden wird, wir Hilfe erfahren, Verteidigung vor anderen oder auch uns selbst, merken, wenn vermittelnd eingegriffen wird – dann steckt da der Heilige Geist dahinter, dann ist und wirkt er in uns und unter uns.

Und wenn wir das alles selbst tun für andere: trösten, Beistand leisten, helfen, schützen oder vermitteln, dann wirkt der Heilige Geist in dem Fall durch uns selbst weiter. Er ist dann der Impulsgeber für unser Handeln in Jesu Christi Sinne. Dann sind wir Jesu Christi Jünger, also Christen in seinem Geist, dem Heiligen Geist. Dann verbindet uns dieser Geist auch untereinander über die persönliche Glaubensgrenzen, über Konfessions- grenzen, aber auch Menschen über die Grenzen der Zugehörigkeit zu Völkern, Sprachen, Geschlechtern und Religionen hinaus. Lassen wir uns so vom Christlichen Geist leiten, dann sind wir auch im vollen Sinne das, was der Apostel Paulus „Gottes Kinder“ nennt, wenn er an die Römer schreibt: „Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder.“ –
Und so bitten wir dich, Gott in Jesus Christus, schenke und erhalte uns deinen Geist für uns, und für unsere Gemeinden und darüber hinaus für die vielen, mit denen wir verbunden sind, hier und in aller Welt. Amen.
Und der Herr sei mit Eurem Geiste. Amen
 

 

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