Sie sind hier: Home Aktuell

Aktuell

Predigttext Pfarrer Johannes Habdank

Aktuell >>

Predigt über Johannes 12, 44-50: Gottvater in Jesus Christus

Liebe Gemeinde,
es ist noch nicht einmal eine Woche her, da haben wir an Heiligabend und Weihnachten die Geburt Jesu gefeiert: in der Kirche und zu Hause, wo auch immer Sie waren. Und Weihnachten ist ja noch nicht vorbei! Die Weihnachtszeit, der weihnachtliche Festkreis dauert ja noch an, mindestens bis Epiphanias, wie in unserer evangelischen Kirche bzw. bis zum letzten, maximal 6. Sonntag nach Epiphanias oder in unseren stärker katholisch geprägten Breitengraden bis Mariä Lichtmeß, 2. Febuar, seit dem 2. Vaticanum aber eigentlich nur bis zum Sonntag nach Epiphanias als dem Gedenktag der Taufe des Herrn.
Persönlich-privat dauert die Weihnachtszeit solange, bis der Christbaum abgebaut ist und/oder der Geschenke-Umtausch bzw. die Dankesgrüße erledigt sind. Oder wenn die Schule, die Arbeit wieder los geht? Wann ist bei Ihnen Weihnachten rum? Oder ist bei Ihnen gewissermaßen das ganze Jahr Weihnachten, weil Sie Weihnachtschristen in dem Sinne sind, dass in Ihnen die Geburt Jesu das ganze Jahr über geschieht? Darüber können wir uns ja beim Kirchenkaffee unterhalten!

Der Predigttext für den heutigen „1. Sonntag nach dem Christfest“ verweist nicht auf das kleine neugeborene Kind in der Krippe, sondern lässt uns die Bedeutung von Weihnachten aus dem Nachhinein wahrnehmen, als Jesus erwachsen geworden war und in der Blüte seiner Wirkungszeit stand: im Lichte dessen, wie er sich selbst verstanden hat. Es sind – nach dem Johannesevangelium - Jesu letzte in der Öffentlichkeit gesprochenen Worte.

Lesung aus dem Evangelium nach Johannes, Kapitel 12, die Verse 44-50:
Jesus rief: Wer an mich glaubt, der glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat. Und wer mich sieht, der sieht den, der mich gesandt hat.
Ich bin in die Welt gekommen als ein Licht, damit, wer an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe. Und wer meine Worte hört und bewahrt sie nicht, den werde ich nicht richten; denn ich bin nicht gekommen, dass ich die Welt richte, sondern dass ich die Welt rette. Wer mich verachtet und nimmt meine Worte nicht an, der hat schon seinen Richter: Das Wort, das ich geredet habe, das wird ihn richten am Jüngsten Tage. Denn ich habe nicht aus mir selbst geredet, sondern der Vater, der mich gesandt hat, der hat mir ein Gebot gegeben, was ich tun und reden soll. Und ich weiß: sein Gebot ist das ewige Leben. Darum: was ich rede, das rede ich so, wie es mir der Vater gesagt hat.

Liebe Gemeinde, dass Jesu Persönlichkeit – ab wann in seiner Entwicklung, das wissen wir nicht genau – nicht gerade von einem schwachen Selbstwertgefühl gekennzeichnet oder gar angekränkelt war, das geht aus jedem der vier Evangelien hervor. Er war eine starke Persönlichkeit, von hoher Bildung und Auffassungsgabe, mit klarem Sendungsbewusstsein, zumindest ab dann, als er öffentlich auftrat, es war in den Jahren 28-30, sehr selbst bewusst.

Im Johannesevangelium kommt dieser Charakterzug Jesu besonders stark durch und kommt in den sogenannten ICH BIN-Worten zum Tragen, sieben an der Zahl, wobei umstritten ist, ob sie in dieser Form von Jesus selbst ursprünglich gesagt worden sind, was aber letztlich nichts an Geist und Anspruch Jesu ändert.
ICH BIN das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nicht hungern und wer an mich glaubt, wird nie mehr dürsten. (Kapitel 6, Vers 35)
ICH BIN das Licht der Welt; wer mir nachfolgt wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern wird das Licht des Lebens haben. (8,12)
ICH BIN die Tür; wenn jemand durch mich hineingeht, so wird er errettet werden und wird ein- und ausgehen und die Weide finden. (10,9)
ICH BIN der gute Hirte; der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe. (10,11)
ICH BIN die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist. (11,25)
ICH BIN der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater als nur durch mich. (14,6)
ICH BIN der wahre Weinstock und mein Vater ist der Weingärtner. (15,1)

Gerade das letzte ICH BIN-Wort schlägt eine Brücke zu unserem heutigen Text, an dem das Signifikante und Sympathische ist, dass Jesus nicht nur seine Einheit mit dem Vater benennt, sondern seine Unterschiedenheit von ihm und seine Verweisfunktion auf ihn, auf Gott selbst! Der Sohn verweist in allem auf den Vater, deswegen ist alles, was er tut und sagt, ein Rückverweis auf Gott selbst, nicht von Jesus in seinem eigenen Interesse gesagt und getan, gleichwohl aber auch durch diesen Rückverweis von Gott legitimiert. So dass man sagen kann: in Jesus, seiner Person, seinem Wirken und seiner Geschichte bildet sich sein Gottvater 1:1 ab.
Bei Jesus, dem Neugeborenen kann man das mit Bezug auf seine Geburt in armseligen, unscheinbaren, windigen Verhältnissen vielleicht auch schon sagen. Gott ist in den Schwachen mächtig, erscheint im Niedrigen, Einfachen. Voll- und ganz aber wohl erst mit Bezug auf die Vollgestalt dessen, der auf dem Höhe- und Umschlagpunkt seines dramatischen Lebens steht, da erst dürfte die Aussage ganz zutreffen: in ihm erschließt sich Gottes ganzes, wahres Wesen gemäß Jesu Anspruch, der Repräsentant Gottes auf Erden zu sein, und zwar der einzig Wahre. Keinen anderen gibt´s, vorher nicht und bis heute nicht. In Jesus selbst erschließt sich Gott! Und in allem und jedem, was Jesus gemäß ist. So hat Jesus selbst gedacht bzw. haben ihn die frühen Christen dargestellt, mehr oder weniger authentisch, das lässt sich nur schwer überprüfen. Aber einen wesentlichen Charakterzug Jesu muss es getroffen haben.

Und es war ja nicht nur ein Charakterzug, sondern sein wesentliches Selbst- und Lebens- und Glaubensverständnis, liebe Gemeinde. Was? Dass er selbst das alles sei? Brot des Lebens, Licht der Welt, guter Hirte, Auferstehung und das Leben, Weg, Wahrheit und das Leben, wahrer Weinstock?

„Die Welt“, speziell die jüdischen Oberen, obwohl viele an ihn glaubten, wie es heißt, die Pharisäer eher nicht, viele glaubten damals an Jesus nicht, glaubten ihm nicht. Andere schon. So ist es im Grunde heute auch. In dem Punkt hat sich eigentlich seit 2000 Jahren nichts geändert. Abgesehen davon, dass es heute etwas mehr Christen auf der Welt gibt, etwa 2,3 Milliarden, also jeder 3. gehört irgendeiner christlichen Denomination an. Aber in der Sache ist es dasselbe geblieben: Der christliche Glaube war schon immer, ist und bleibt eine Frage des Zutrauens zu Jesus und des Vertrauens in seine Person und in den, der seinem Anspruch nach dahinter steckt, hinter ihm steht: Gott selbst - und zwar nicht nur irgendwie, sondern ganz unmittelbar in Jesus erscheint, in seinem Wort und seiner Geschichte.
Für mich macht den johanneischen Jesus glaubwürdig, dass er bei allem „ICH BIN“ in unserem heutigen Predigttext dennoch auf jenen Höheren verweist, der ihn trägt, der ihn gesandt hat, wie es heißt. Also dieses Unterschiedsbewusstsein: Ich bin nicht selbst Gott, der Vater, sondern nur der Sohn, der ihn gleichwohl authentisch abbildet. Jesus hat sich selbst nicht an die Stelle Gottes gesetzt.
Und sein Gebot, wie es im Text heißt hat er zum obersten Kriterium erhoben über gutes und böses Leben, über irdisches und ewiges Leben, aber nicht als Drohung. Nein als Zusage: „Ich bin nicht in die Welt gekommen, damit ich die Welt richte, sondern dass ich die Welt rette.“ Und wer ihm nicht glaubt, der ist im Grunde selber schuld, der hat sich damit selber geschadet, sich selbst schon das Urteil gesprochen - bis zum Jüngsten Tag. Und das alles bemisst sich nach nur einem Kriterium, jetzt und dann: „dem Gebot“, wie es heißt – welchem Gebot?
Das Gebot, das wir alle von Jesus als Kernbotschaft kennen, das ist das Gebot der Gottes-, der Nächsten- und der Feindesliebe, also der Zugewandtheit und der Vergebung, und zwar als Grundhaltung, nicht als Attitüde oder Sponti-Aktion mal dann und wann. Wer sich an diesen Geboten im Laufe des Lebens vergeht, wird dennoch das ewige Leben erlangen, heißt es. Denn Gottes offensichtlich höchstes, in diesen Geboten zutage tretende Gebot ist das ewige Leben: das über unser Leben hinausweist und unser Leben unsichtbar umfängt. Das uns aber anfänglich, anfangend schon infiziert hat. Sodass wir manchmal auch gegen den Strich, unkonventionell, Nächstenliebe üben, und auf Feinde oder Gegner zugehen, ihnen vergeben, ganz im Sinne Jesu: dem anderen zuvorkommen, voraus sein, in seinem Sinne, in Jesu Sinne, von ihm und seinem Geist motiviert und angetrieben.

Dass Jesus sich nicht selbst als Gottvater proklamiert hat, sondern sich selbst nur als Fingerzeig Gottes verstanden hat, macht ihn für mich glaubwürdig.
Er zeigt uns Gott: Jesus, in seinem Leben, Sterben und Auferstehen. 1:1 ? Das muss jeder bei sich selbst prüfen und glauben, Zutrauen zu Jesus gewinnen, nicht nur zum Kind in der Krippe, sondern zu dem, der Neues errungen und so viel darum gekämpft hat , und der so viel Menschenverständnis und –verstehen, so viel Nachsicht und Liebe ins Leben gebracht hat, bringen wollte.
Gott in Jesus 1:1 - auch heute für uns? Denken wir darüber nach, bei Orgelmusik.
Amen.
Und der Herr sei mit eurem Geiste. Amen.
 

 

Zurück

Ansprechpartner, die Ihnen weiterhelfen

Service  

Pfarrer

Pfarrer Johannes Habdank

Telefon: 08151 - 50 494 oder
Mobil: 0160 / 97 93 96 17
Fax: 08151 - 95 552
E-Mail: johannes(dot)habdank(at)elkb(dot)de
Sprechzeiten nach Vereinbarung
Service  

Sekretariat

Sekretärin Cornelia Jung

Telefon: 08151 - 97 31 76
Fax: 08151 - 97 31 77
E-Mail pfarramt(dot)berg-ev(at)elkb(dot)de
Bürozeiten: Mo. - Di. - Fr.
9.00 Uhr bis 12.00 Uhr
Service  

Kirchenvorstand

Vertrauensmann
des Kirchenvorstandes
Florian Gehlen

Telefon: 08151 - 95 742
E-Mail florian(dot)gehlen(at)web(dot)de

Evangelisch-Lutherische

Kirchengemeinde

Berg am Starnberger See

Fischackerweg 10

82335 Berg

Tel.: 08151-97 31 76

        
         Newsletter
        


         Dreh mich um...
 
Newsletter
zu aktuellen Veranstaltungen und Neuigkeiten in der Kirchengemeinde Berg versenden wir in unregelmäßigen Abständen einen Newsletter.

Hier können Sie sich

für
den Newsletter registrieren.
         Online Anfrage
         für Taufe oder
        Trauung




         Dreh mich um...

Online Anfrage für Taufe oder Trauung

Wünschen Sie eine Taufe oder kirchliche

Trauung in der Gemeinde Berg?

 

 

       
       Berger
       BlechBläser





         Dreh mich um...

Berger Blechbläser

unter der Leitung vom Prof. Dr. Frieder Harz

Freitags 19.00-20.30 Uhr 
 

        Seniorenkreis

 

 


         Klick und ich dreh mich um...

Seniorenkreis

unter der Leitung von Hanna Schenk

I.d.R. jeden 3. Dienstag des Monats 15.00 - 17.00 Uhr

  Kinderchor   Projektchor

 
                                            Klick und ich dreh mich um...

Kinderchor

ab 6 Jahren, unter der Leitung
von Angelika Gehlen

Jeweils Dienstag
16.30 - 17.30 Uhr
im Katharina von Bora-Haus
 

Projektchor

unter der Leitung von
Frieder Harz

Projekte nach Absprache
Bekanntgabe der Proben hier