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Predigttext Pfarrer Johannes Habdank

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Über Mensch und Tier.

„Darf man Tiere essen?“ So lautet der Titel einer Ausgabe des Spiegel für Kinder. Auch in anderen Zeitungen und Zeitschriften ist das Thema immer wieder mal an der Reihe, oft anlässlich von Lebensmittelskandalen im Fleisch-Sektor. Aufgezeigt werden dann die vielen Widersprüchlichkeiten in unserem Verhältnis zu den Tieren. Ist ja auch so. Unser Verhältnis zum Tier ist mindestens ambivalent, wenn nicht schizophren, zwiespältig, nein: vielspältig.
Viele Tiere töten wir, lassen wir töten und essen wir – massenhaft -, ihr Fleisch und alles, was es so an Tierprodukten gibt, schmeckt uns mehr oder weniger gut. Und das fast täglich.
Andere Tiere benützen – andere sagen: missbrauchen – wir bei Tierversuchen, für Kosmetik-Entwicklung oder besser, um am Ende kranken Menschen zu helfen. Menschenversuche gehen ja nicht – und für Tierversuche wurden die gesetzlichen Bestimmungen in den letzten Jahren deutlich verschärft.
Andere Tiere erschlagen wir, weil sie uns stören oder weil wir Ekel oder Angst empfinden, wenn wir ihrer gewahr werden, zum Beispiel die an sich nützliche dickleibige, schwarz behaarte Spinne, wenn sie über unser Kopfkissen läuft! Um dann - nach der Tat - beruhigt einschlafen zu können. Wir träumen vielleicht höchstens schlecht. Und die Milben in unseren Matratzen und Kopfkissen tun uns ja nichts, oder?


Viele Haustiere „halten wir uns einfach“ privat: manche von uns, weil sie einfach Herr sein wollen über den Hund, andere um sich vor bösen Eindringlingen zu schützen: cave canem! Und nicht nur den Hunden, sondern unseren Haustieren geben wir dann auch wie unseren Kindern Namen – weil sie für uns kleine Lebensgefährten und fast schon menschliche Persönlichkeiten sind. Wie hat Altbundespräsident Bruder Johannes (Rau) einmal gesagt, als er nach seinem Verhältnis zu seinem Hund gefragt wurde: Der sei „als Hund eine Katastrophe, als Mensch unentbehrlich.“
Ja, viele halten sich so ein Tier, weil sie ihre Tiere als liebe Lebensgenossen bei sich haben wollen, mit ihnen leben wollen. Das ist ganz besonders mit den Kleintieren so. Katzen, Meerschweinchen, Hamster, Vögel, Kaninchen – wir selber haben derzeit zwei Kaninchen, den Hoppel und das Schnuffelinchen, für unsere kleine Tochter.
Und viele Menschen pflegen – Achtung! – das in Deutschland meist verbreitete Tier, obwohl keiner zugibt, dass er es selber hat, sondern immer nur die anderen - ich meine: die „Vollmeise“.


Ja, so ein kleines liebes Haustier ist nicht nur etwas für die Kleinen, sondern tut auch noch im mittleren und höheren Erwachsenenalter vielen gut. Vor allem für ältere Menschen, besonders wenn sie allein sind, ist es – gerontologisch-wissenschaftlich längst anerkannt – gut, wenn sie ihr liebes kleines Tier, ganz gleich was es ist, bei sich haben: Das belebt und hält am Leben. Es ist auch ein erprobtes Kommunika-tions-Medium, über das man mit anderen in Kontakt, ins Gespräch kommt. Ein Hund als Beziehungsanbahnungsinstrument, gar als Heiratsvermittler? Wau!
In guten Senioreneinrichtungen ist das Mitbringen von Haustieren, wenn es nicht gerade eine deutsche Dogge ist, der viele Bewohner auf Augen-höhe begegnen würden, längst Standard, dass man ein Haustier mitbrin-gen kann, leider noch nicht immer. Zum Beispiel wehrt sich dagegen der Zweckverband Wohnen im Landkreis Starnberg nach wie vor dagegen, obwohl es seit Jahrzehnten bewiesen ist, dass einem alten Menschen, wenn er es will, ein Haustier gut tut. Der derzeitige deutsche Gerontologie-Papst, Prof. Kruse in Heidelberg, predigt es seit Langem, und nicht nur das Augustinum, in dem ich viele Jahre gearbeitet habe, erlaubt seit Jahrzehnten – immerhin in Einrichtungen mit bis zu über 700 Bewohnern! – , ein Haustier mitzubringen. Wie man so etwas sozial verträglich organisiert, hat sich noch nicht bis zum Landratsamt Starnberg und seinem Verband Wohnen herumgesprochen – ich habe es ihnen mehrfach gesagt: Wollen die nicht oder können sie nicht? Vermutlich ist es leichter, die Ehe für Priester in der katholischen Kirche durchzusetzen als Haustiere in altersgerechten Einrichtungen des sog. „Betreuten Wohnens“ im Raum des Landkreises Starnberg zu ermöglichen, das Wohnzentrum Etztal in Berg ist davon mit betroffen.


Jetzt hätte ich mich fast in Rage geredet, was tut dann gut? Ein schönes Aquarium anschauen - hat doch etwas Beruhigendes, Meditatives, oder nicht? Ob im Tierpark oder zuhause? Oder einfach raus in die Natur gehen und ihr lauschen, sie anschauen und auf sich wirken lassen.
Vor zwei Jahren hatte ich die Ehre, das neue Kleintierhaus im Tierheim in Starnberg einzuweihen. Dort können Tiere gut gepflegt leben, wären aber auch sicher gerne in einem privaten Haushalt bei alten oder jungen Menschen, denen sie Lebensfreude schenken. Und da wurden die Tiere genauso wie die Menschen, die Mitarbeiter des Tierheims, die sich dort verantwortlich und liebevoll um die Tiere kümmern, unter den Segen Gottes gestellt, in seinen Segensraum genommen.
Warum? Weil diese Tiere, jedes von Ihnen ein besonderes Geschöpf ist, dessen Leben wie jedes menschliche auch gottgegeben ist. Würde sich diese Überzeugung allgemein verbreiten und durchsetzen, würde sich so einiges ändern, ändern müssen in unserem vielspältigen Umgang mit der Tierwelt.


Die Tierbilder meines Vaters Walter Habdank zeigen uns viele Tiere in ihrer Einzigartigkeit und Köstlichkeit, in der heilen Welt am Anfang der Schöpfung oder der Friedensvision des Propheten, wonach Mensch und Tier in Frieden miteinander leben werden, miteinander spielen und zutraulich sind, in einer Atmosphäre des Vertrauens und der heiteren Gelassenheit und Liebenswürdigkeit.
Die Gesichter der Tiere von Walter Habdank tragen menschliche Züge: sie haben oft menschliche Nasen, Mund und manche Tierpfoten gleichen Menschenhänden (Schlanklori). Andere Tiere sind frei erfunden, wie die Vignettenreihe da oben hinten zeigt, Fabeltiere. Oder auch das stachelige Augentier. Diese Tiere schauen verschmitzt direkt den Betrachter an, und wenn Du genau hinschaust, werden mit ihnen nicht die Tiere, sondern die Charaktere der Menschen dargestellt. Die Mutter, die sich um ihre Kinder kümmert, oder in religiöser Deutung: die Raupe, die auf der Erde herumkriecht, um dann unter der Erde zu landen, in der Verpuppungsphase, um schließlich, wie es mein Vater immer gesagt hat: „aufzusteigen als unglaublich atmosphärisches, geistiges Wesen“ – der Schmetterling, ein Symbol für die Auferstehung. Ja, auch dem vom Harlekin gefangenen Vogel soll einmal Befreiung zuteil werden!


Und so ist von Alpha bis Omega, von Anfang bis Ende in dieser Bilderwelt der Tiere das Leben der Tiere und Menschen, der ganzen Schöpfung umfasst, die Landschaften ergänzen das Bild, das Schöpfungsbild, in dem wir uns wiederfinden sollen.
Denken wir nach, sehen wir in den Bildern und in uns nach. Amen.

 

 

Segen:
Gott segne die Tiere als unsere Mitgeschöpfe.
Gott schenke ihnen, was sie nach ihrer Art brauchen.
Er bewahre sie vor Schmerz und allem, was ihrer Art widerspricht.
Gott schenke allen Geschöpfen, Menschen und Tieren, Achtung voreinander und lasse sie einander zum Segen sein.
So gehet hin im Namen Gottes des Vaters,
im Namen Jesu, der zum Heil für die Welt gekommen ist,
im Namen des Heiligen Geistes, der das Band der Liebe zwischen den Geschöpfen ist.
Gehet hin im ( + ) Frieden. Amen.
 

 

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