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Predigttext Pfarrer Dr. Pfister

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Predigt über Römer 1,16-17

Liebe Gemeinde!
Wir leben noch in der Weihnachtszeit. In den katholischen Kirchen stehen noch bis zum 2. Februar die Weihnachtsbäume, in einigen evangelischen übrigens genauso. Und auch wenn der heutige Sonntag in unserer Evangelischen Kirche in Deutschland den etwas fremd klingenden Namen „3. Sonntag nach Epiphanias“ trägt, heißt das nichts anderes als dass er damit zum Weihnachtsfestkreis gehört (wie die beiden nächsten Sonntage auch noch).
Es ist gut, dass wir damit auch heute noch einmal auf Weihnachten hingewiesen werden, das weitaus am stärksten gefeierte aller kirchlichen Feste. Wir haben es auch diesmal wieder in erlebt, dass die Menschen in den fast im Stundentakt aufeinander folgenden Gottesdiensten am 24. Dezember nicht nur in allen Kirchenbänken und auf vielen zusätzlich aufgestellten Stühlen sitzen, sondern darüber hinaus sogar in den Gängen dicht gedrängt stehen. Auch wenn bei all diesen Menschen sicher die unterschiedlichsten Gefühle und Beweggründe mitschwingen, eines ist doch deutlich: Das Weihnachtsfest selbst, die Weihnachtsbotschaft übt eine enorme Anziehungskraft aus. Es entfaltet eine Kraft, die die Menschen bewegt. Eine Kraft, die zu spüren ist.
Bei der Weihnachtsbotschaft von dem Kind in der Krippe, in dem Gott uns Menschen ganz dicht nahe kommt, haben wir wohl etwas von der Kraft gespürt, die Paulus meint, wenn er die Heilbotschaft, das Evangelium, als Gotteskraft bezeichnet. Nicht nur als interessante Mitteilung oder tief schürfende Gedanken, sondern tatsächlich als starke Kraft, als wirksame Macht.

Wir erfahren diese in unser Leben wirkende Kraft vielleicht am stärksten aus der Weihnachtsbotschaft, andere vielleicht von Ostern her oder aus der Bergpredigt.
Martin Luther (Gem. Berg 2012 und 2013 auf seinen Spuren in Wittenberg, Erfurt, Eisenach und anderswo unterwegs) hat die beglückende Kraft Gottes direkt aus diesen Versen aus dem Römerbrief des Paulus erfahren, als eine radikale Umwälzung seines Lebens, seines Lebensgefühls bis ins Körpergefühl. Er hatte als Mönch die Stelle immer wieder gelesen und den Begriff Gerechtigkeit Gottes hassen gelernt, denn er hatte ihn, wie er es in seinem Studium gelernt hatte, philosophisch verstanden, vor allem von Aristoteles her: Gerechtigkeit Gottes ist, dass Gott die Ungerechten und Sünder straft. Diese Vorstellung hatte Luthers Lebensgefühl geprägt, hatte bei ihm zu einem ruhelosen und angstvollem Gewissen geführt. So lange, bis ihm beim Lesen des Römerbriefs die Augen und das Herz aufgingen. „Bis ich“, so sagt er selbst, „durch Gottes Erbarmen unablässig Tag und Nacht darüber nachdenkend, auf den Zusammenhang der Worte aufmerksam wurde, nämlich: Gottes Gerechtigkeit wird darin (im Evangelium, in der Heilsbotschaft) offenbart, wie geschrieben steht: Der Gerechte lebt aus dem Glauben… Da hatte ich das Empfinden, ich sei geradezu von neuem geboren und in das Paradies eingetreten…Wie sehr ich vorher die Vokabel ‚Gerechtigkeit Gottes’ gehasst hatte, so pries ich sie nun mit entsprechend großer Liebe als das mir süßeste Wort“, als die Erfahrung der umwälzenden Kraft Gottes.
Es geht um die Kraft Gottes in unserem Leben, ja um das Glück unseres Lebens. Ich will deshalb jetzt nicht noch näher ausführen, wie sich das bei Paulus mit der Gottesgerechtigkeit verhält. Denn selbst Luther hat schon vor 500 Jahren bei seiner Gemeinde feststellen müssen: Wenn er von Gerechtigkeit Gottes, von der Rechtfertigungslehre spricht, dann „schläft das Volk oder hustet. Wenn man aber anfängt, Geschichten und Beispiele zu erzählen, dann reckt es beide Ohren auf, ist still und hört fleißig zu.“
Wir müssen uns auch nicht mit schwierigen Begriffen wie Gottesgerechtigkeit und Rechtfertigungslehre, die ja immer recht abstrakt und theoretisch klingen, abmühen. Die Kraft, die Luther erfährt, die Kraft Gottes aus der Heilsbotschaft, ist keine andere als die Gotteskraft der Weihnachtsgeschichte, wo die Gotteskraft machtvoll in die Welt hineinstrahlt, auch für alle, die bis heute diese Geschichte hören und aufnehmen. Der in dem kleinen ohnmächtigen Kind Mensch gewordene allmächtige Gott, kommt uns ganz nah. Die Liebe kommt uns ganz nah, sie hält und trägt unser Leben als die entscheidende Kraft.
Und sie schafft damit das Vertrauen und die Gewissheit, dass Liebe, die Liebe von Gott her, die sich im Menschen und zwischen den Menschen ereignet, die stärkste Macht ist, stärker als alle Gewalten. Die Macht, die sich am Ende durchsetzt.
Liebe erfahren, aus der Kraft der Liebe leben und damit auch anderen Menschen und Geschöpfen Liebe schenken, das macht das Glück des Lebens aus.
Wer an die Heilsbotschaft, das Evangelium, die Christusbotschaft glauben lernt, kann das Glück seines Lebens finden. Denn Gott wird ihm dabei zu dem Grund und der Quelle der umfassenden, vorbehaltlosen Liebe, die ein Leben hält und trägt.
Die Heilsbotschaft, das Evangelium, erreicht uns in unserem Streben nach Glück als die befreiende Macht in der Botschaft, dass Glück sich einstellt ohne unser Zutun, als Geschenk, als Heil.
Ohne unser Zutun, aber so, dass wir es merken können: Da ist eine Kraft, die mich hält und trägt, auch über Untiefen, auch auf gefährlichem Gelände, auch in Krisen und Erschütterungen.
Es gibt solche Glücksmomente, Augenblicke der Seligkeit, in denen wir diese Kraft spüren, die Gotteskraft, die auch in schwachen Menschen mächtig ist. Unwahrscheinliche Glücksmomente, die uns zuteil werden, die wir nicht selbst machen können, aber erleben dürfen. Am besten bewusst erleben und dabei Freude und Dank empfinden gegenüber Gott, der sie uns schenkt aus lauter Güte und Liebe.
Freilich, solche Höhepunkte in unserem mit einer derartigen totalen Glückserfahrung sind selten. Die Erfahrungen, die wir mit uns selbst, mit anderen Menschen und mit all dem Unheil in der Welt machen, stehen gegen unser Glücksverlangen. Oft ist in meinem Leben, in unserer Welt nichts zu spüren von dieser Lebensmacht, sondern was wir mit Schmerzen wahrnehmen sind unsere Schwachheit, Fehler und Verfehlungen, Krankheit und Sterben. Das alles lähmt, das blockiert unser Leben und unser Glück.
Und dennoch kann es geschehen, dass die Heilsbotschaft von Jesus Christus uns selig macht, ganz tief glücklich macht, dass uns die Augen aufgehen über Gottes Spuren in unserem Leben und wir die Kraft spüren, die vom Geheimnis seiner Nähe, vom Geheimnis seiner Liebe ausgeht. Ja, es kann sogar die unbeschreiblichen Glücksmomente in unserem Leben geben, auf jeden Fall aber die ruhige, vertrauensvolle, liebevolle Gelassenheit, die ihre Kraft aus der Quelle des Heils schöpft, wann immer die Heilsbotschaft zugesprochen und aufgenommen wird.
Nicht zuletztdamit das geschieht, kommen wir zum Gottesdienst zusammen. Wir feiern Gottesdienst, weil wir darauf hoffen dürfen, dass dieses Wunder sich einstellt, dass die christliche Heilsbotschaft, das Evangelium von Jesus Christus, sich als Gotteskraft ereignet, in unser Leben kommt, als glückliche Erfahrung und als die unwahrscheinliche Ermutigung, die von ihr ausgeht. Dass wir diese Kraft erfahren oder wenigstens erhoffen und erahnen, dass sie in unser Leben kommt. Der Glaube darf darauf vertrauen, dass sie sich durchsetzt.
Amen

 

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