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Predigttext Frau Jung

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Lasst uns in der Stille um Gottes Wort bitten. – Stille –
Herr, dein Wort ist meines Fußes Leuchte
und ein Licht auf meinem Wege.
Amen

Liebe Gemeinde,

der heutige Predigttext steht am Ende des 1. Briefes an die Thessalonicher. Paulus schreibt ihn aus Korinth. Die Gemeinde in Thessaloniki liegt ihm sehr am Herzen, denn er hat sie gegründet. Paulus hat gehört, dass Sie schon auf einem guten Weg sind, sich behaupten können gegen die Anfeindungen von außen und sie bleiben der frohen Botschaft von Jesus Christus treu.
Aber wie ein liebender Vater will er seiner Gemeinde die größtmögliche Unterstützung zukommen lassen. Darum legt Paulus in diesen letzten Absatz noch mal all seine Fürsorge und Liebe hinein.

Hören Sie selbst:
1.Thessalonicher 5,14-24
14 Wir ermahnen euch aber, liebe Brüder: Weist die Unordentlichen zurecht, tröstet die Kleinmütigen, tragt die Schwachen, seid geduldig gegen jedermann.
15 Seht zu, dass keiner dem andern Böses mit Bösem vergelte, sondern jagt allezeit dem Guten nach untereinander und gegen jedermann.
16 Seid allezeit fröhlich,
17 betet ohne Unterlass,
18 seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus an euch.
19 Den Geist dämpft nicht.
20 Prophetische Rede verachtet nicht.
21 Prüft aber alles und das Gute behaltet.
22 Meidet das Böse in jeder Gestalt.
23 Er aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch und bewahre euren Geist samt Seele und Leib unversehrt, untadelig für die Ankunft unseres Herrn Jesus Christus.
24 Treu ist er, der euch ruft; er wird's auch tun.

Herr, segne unser Reden und Hören durch deinen heiligen Geist.

Spüren Sie auch die Dringlichkeit, mit der Paulus schreibt?
Er würde ja am liebsten persönlich in Thessaloniki vorbei schauen,
aber es ist ihm nicht möglich. Darum legt er all seine Kraft in seine Worte.

Zwölf Ermahnungen und gute Wünsche hat der Apostel für die Gemeinde.
Er spannt dabei einen weiten Bogen:
Von der konkreten Aufforderung: „Tröstet die Kleinmütigen“
Bis zum umfassenden Rat: „Jagd allezeit dem Guten nach“
Vom persönlichen: „Betet ohne Unterlass“
Bis zum öffentlich sichtbaren: „Weist die Unordentlichen zurecht“


Paulus geht es dabei um mehr als die persönliche Frömmigkeit oder der Ordnung und den Frieden in der christlichen Gemeinde.
Es geht ihm ums Ganze: Es geht um die Ankunft des Herrn!

Die junge Gemeinde hat Jesus Christus noch zu ihren Lebzeiten erwartet.
Auch wir Christen heute erwarten seine Ankunft.
Wir sprechen es im Glaubensbekenntnis:
„… von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten…“
Wir sprechen es im Vaterunser: „ …. Dein Reich komme …“

Paulus will, dass wir dafür gerüstet sind:„Geist samt Seele und Leib sollen dafür unversehrt und untadelig sein“. Wir sollen nicht einfach nur da sitzen und sagen:
„Ja, er kommt dann schon irgendwann mal, das warten wir jetzt mal ab. Schaun mer mal, dann sehn mer schon.“

Nein, so läuft das definitiv nicht! Wir sind Berufene! Wir sind Geheiligte! Gott hat uns bei unserem Namen gerufen, wir sind sein! Wir haben durch die Taufe den Heiligen Geist empfangen. Jesus Christus, seine Liebe und Barmherzigkeit ist unser Grund auf dem wir stehen. Das alles schenkt uns Gott rein aus Gnade.

Da haben wir doch wirklich Grund genug „allezeit fröhlich“ zu sein
wie Paulus es uns rät.

Allerdings meint Paulus damit bestimmt nicht,
dass wir unsere Mundwinkel hochziehen und gedanklich festtackern.
Er meint das Strahlen aus unserem Inneren heraus, die innere Haltung.
Wir sind geheiligt! Wir dürfen auf Gott vertrauen - - in jeder Lebenslage.

Ja, stellen Sie sich doch mal Ihren Vornamen mit dem Wort „Heilig“ vor.
Also zum Beispiel: „Heiliger Richard“ oder „Heilige Gisela“.
Wie geht es Ihnen damit? Strafft sich schon Ihr Rücken? Hebt sich vielleicht der Kopf? Strahlen Sie? Sie dürfen lächeln – Sie sind ein Heiliger oder eine Heilige.
Damit verändert sich auch unsere Lebenseinstellung. Ich bin geliebt, sogar für heilig empfunden. Wer von Gott geliebt wird, kann Liebe weitergeben und er kann vergeben:
„Seht zu, dass keiner dem anderen Böses mit Bösem vergelte, sondern jagt allezeit dem Guten nach untereinander und gegen jedermann.“
Wer weiß, dass er von Gott geliebt wird, braucht keinen Egotrip.
Wer von Gott geliebt wird, kann geduldig sein.

Wer heilig ist, hat allerdings auch Verantwortung zu tragen.
„Geht und verkündigt allen Völkern das Evangelium.“- Der Auftrag Jesu.
Das heißt, wir können nicht wegschauen. Unsere Aufgabe ist es die Kleinmütigen zu trösten und die Schwachen zu tragen. Da tut sich ein weites Feld auf, da gibt es viel für uns alle zu tun. Gott hat uns unterschiedliche Begabungen und Möglichkeiten geschenkt.
Manchmal erkennen wir gar nicht, wie reich wir beschenkt wurden.
Als Heilige sind wir quasi verpflichtet sie zum Wohle aller zu nutzen.
Manchmal sind es aus unserer Sicht nur kleine Dinge, die wir tun und sind über uns selbst enttäuscht. Gott wertet nicht. Für ihn gibt es kein „groß“ und „klein“. Er weiß, was er uns zutrauen kann.

Ja, und dann ist da noch ein Problem:
Manchmal wollen wir ja so viele heilige Dinge tun, aber dann schaffen wir es einfach nicht. Kennen Sie das auch? Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach?
Wollen und Tun lassen sich einfach nicht zueinander bringen. Uns Heilige wächst die Aufgabe manchmal über den Kopf. Alleine schaffen wir es nicht. Wir brauchen den Austausch mit Gott. Paulus weiß das: „Betet ohne Unterlass.“

Im Gebet, im Gespräch mit Gott können wir alles aussprechen, was uns im Innersten bewegt: Probleme, Sorgen, Trauer, Freude und Dank. Hier können wir unsere Leben getrost in seine Hände legen. Es gibt keine Situation im Leben, die wir nicht mit Gott im Gebet besprechen könnten. Gerade in aussichtlosen Situationen ist Gott uns besonders nah.
Er bewahrt unseren Geist, unsere Seele und unseren Leib.

Das Gespräch mit Gott verändert mich. Der Heilige Geist wirkt in mir. Besonders merke ich es, wenn ich eine Predigt vorbereite. Da bete ich sehr viel, sonst will sich dieses weiße Blatt einfach nicht füllen. „Den Geist dämpft nicht.“ So nennt es Paulus.
Gar nicht so einfach, denn ab und an schleicht sich da mein Ego ein,
weil ich in eine ganz bestimmte Richtung will, weil ich da einen tollen Satz habe, den ich unbedingt unterbringen möchte…
Der Heilige Geist sagt nur: Loslassen! Bleib offen in alle Richtungen.
Ich glaube, wenn man um Führung im Leben bittet, muss man beten üben – ohne Unterlass.

Loslassen…. Sich leeren…. Ein weißes Blatt sein… Gott vertrauen…

Dann tut sich auf einmal etwas. Das weiße Blatt füllt sich - nicht nur mit schwarzer Tinte –
es kommen auch Farben dazu. Mein Horizont öffnet sich.
Ich nehme meine Umgebung anders wahr.
Ich kann plötzlich über meinen Tellerrand hinaussehen.
Nehme mich selbst nicht mehr so wichtig.
Sehe Dinge auch mal aus einem anderen Winkel.
Kann mich besser in andere Menschen einfühlen.
Erkenne Leid, wo ich mich eigentlich von distanzieren wollte.
Nicht immer leicht, wenn ich da an Syrien und den Irak denke,
mit all den Gräueltaten.

Damit wendet sich auch die Blickrichtung. Habe ich vorher im Gebet nur nach innen geschaut – auf mich, blicke ich nun nach außen. Ich beten für meinen Nächsten, für die Menschen, die mir am Herzen liegen, und für die Unordentlichen, für die Kleinmütigen, für die Schwachen -und auch für die Bösen.

Und wenn wir in der Gemeinschaft beten, so wie hier im Gottesdienst das Vaterunser oder die Fürbitten, dann merke ich, dass ich nicht alleine bin.
Wir sind eine große Gemeinschaft. Das ist wunderbar. Das stärkt.

Dafür bin dankbar.
„Seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus an euch.“
So sagt es uns Paulus.
Dankbarkeit ist auch das Leitmotiv des heutigen Sonntags.

Ja, ich persönlich kann dankbar sein. Ich habe keine größeren Katastrophen erlebt.
Ich bin behütet und geliebt in einer Großfamilie auf einem Bauernhof aufgewachsen, gefordert und gefördert worden.
Bin dankbar für meinen Mann und unsere Kinder und Freunde.
Bin dankbar für alle Wege, die sich in meinem Leben geöffnet haben.
Bin dankbar, dass wir in Eurasburg als Zugereiste herzlich aufgenommen wurden.
Bin dankbar für die Musik im Posaunenchor und in der Blaskapelle.
Bin der Kirchengemeinde dankbar, dass ich die Ausbildung zur Prädikantin machen durfte.
Bin dankbar, dass Edzard Everts mich dabei begleitet hat.
Ich weiß, dass ich das alles Gottes Gnade zu verdanken habe.

Ich lobe den Herrn meine Seele und vergesse nicht, was er mir Gutes getan hat – jeden Tag.
Der heutige Wochenspruch – etwas abgewandelt.

Mein Blick fällt aber auch auf die Menschen, denen es nicht so gut geht.
„Seid allzeit fröhlich, betet und seid dankbar in allen Dingen“
Kann ich das jemand zusprechen,
- der gerade seinen Partner verloren hat, mit dem er so lange verheiratet war?
- meiner Cousine, die seit 28 Jahren vom Hals abwärts gelähmt im Rollstuhl sitzt?
- der entlassen wurde und zu alt ist um wieder neu eingestellt zu werden?
- der sein Kind auf die Krebsstation begleitet?
- den syrischen Christen, die alles verloren haben und um ihr Leben bangen?
Fröhlich betend dankbar sein? Wie?
„Der Gott des Friedens bewahre uns.“ So wünscht es uns Paulus.
Ich glaube und vertraue auf die Kraft Gottes, die stärker ist als ich.
Ich glaube an die Liebe Gottes, die größer ist als ich.
„Treu ist er der uns ruft.“ Sagt Paulus.
Deshalb weiß ich, dass Gott diese Menschen nicht alleine lässt.
Er hat auch Paulus in all seinem persönlichen Leid nie alleine gelassen.
Er hat Jesus Christus nie alleine gelassen.

Eines Tages schauen diese Menschen die Bruchstücke ihres Lebens an
und wissen, dass sie mal ganz waren – ganz klar!
Aber diese Bruchstücke sind ihnen doch zumindest geblieben.
Und irgendwann können sie sie annehmen,
haben gelernt mit ihnen zu leben.

So auch meine Cousine. Ihr Neffe, 11 Jahre, begleitet sie gerne in den nahegelegenen Wald. Es ist ihnen passiert, dass zweimal an der gleichen Wegkreuzung ein Marienkäfer auf die einzig bewegliche Hand meiner Cousine gelandet ist. Beim ersten Mal durfte sich Jakob etwas wünschen und den Käfer wegpusten, beim zweiten Mal Sie.
„Ich weiß schon, Du wünschst Dir, dass Du wieder laufen kannst. Ich wünsche mir das aber gar nicht. Dann hättest Du auch keine Zeit für mich.“ Sagte Jakob traurig. Da wurde ihr wieder einmal klar, dass ihre Aufgabe im Leben wohl eng mit Jakob verbunden sein muss. Sie ist dankbar für das viele Schöne, dass sie mit Jakob erlebt hat. Als Gesunde hätte ihre Schwester ganz woanders gewohnt und sie selbst hätte vielleicht gar keine Zeit für eine eigene Familie gehabt, da sie dann Hotel und Gaststätte alleine geführt hätte.

Sie kann dankbar sein, was ihr im Leben geschenkt wurde.
Und bald – so war mein Eindruck, kann sie auch wieder beten
wie sie es mit ihrem Großvater immer gemacht hat.
Und dann irgendwann kann sie auch wieder fröhlich beten.

Liebe Heilige,
Ich bin froh, dass Paulus nicht nach Thessaloniki gereist ist,
sondern geschrieben hat. Er zeigt uns mit seinem Brief, dass es möglich ist
allzeit fröhlich zu sein,
zu beten ohne Unterlass
und dankbar zu sein in allen Dingen –
im Vertrauen auf Gottes große Liebe zu leben.
Amen.

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