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Predigt von Prädikantin Cornelia Jung

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am 24.01.2016 im Katharina von Bora - Haus

Liebe Gemeinde,

heute haben wir den letzten Sonntag nach Epiphanias, damit geht Weihnachten heute nun vorbei. Wir haben das Licht in der Krippe gesehen. Das Licht an den Weihnachtsbäumen hat sich in unseren Augen gespiegelt. Die Bäume werden nun abgeschmückt, die Krippe in den Keller geräumt…

Was bleibt uns von Weihnachten?

Vor Weihnachten habe ich eine Weihnachtskarten-Email aus dem Evangelischen Bildungswerk von Herrn Leibrock bekommen, die möchte ich Ihnen gerne vorlesen:

Meine Kundenbetreuerin bei der Bank schreibt mir. - Sie nennt mich Frau Leibrock. - Die Unterschrift ist gedruckt. Aber ich freue mich, dass Sie an mich denkt. Sie zitiert eine Edna Ferber: "Weihnachten ist keine Jahreszeit. Es ist ein Gefühl".

Hm, ich grüble. Weihnachten ein Gefühl. Auch Zahnweh ist ein Gefühl. Und der FC Bayern. Und schnelles Autofahren. Und… Wenn Weihnachten nur ein Gefühl ist, kann man es austauschen. Oder ist es doch mehr als ein Gefühl? …

Hier möchte ich den Brief unterbrechen…

Ist es das, was wir von Weihnachten mitnehmen? - Ein Gefühl?
Heute will ich zusammen mit Paulus Licht auf diese Frage werfen.

Herr, dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.
Amen

Liebe Gemeinde,

Weihnachten nur ein Gefühl? Herr Leibrocks Rat am Ende: 
Wenn wir an Weihnachten in den Gottesdienst gehen, erfahren wir mehr darüber, was Weihnachten ist. Ich habe da so ein - Gefühl….

Waren Sie an diesem Abend in der Kirche? Erinnern Sie sich noch?
Die viele Lichter am Weihnachtsbaum – die wunderbaren Weihnachtslieder und die ganz besondere Stimmung im Kirchenraum – das ganz besondere „Gefühl“ eben.

Ich liebe diesen Gottesdienst am Heiligen Abend ganz besonders. Seit ein paar Jahren spiele ich mit dem Berger Posaunenchor im Festgottesdienst in Aufkirchen. Wir sitzen dort im Chorraum der Kirche und haben quasi den umgekehrten Blick wie Sie. Und was ich sehe erfreut jedes Mal mein Herz:
Gottesdienstbesucher – viele Gottesdienstbesucher. Es bekommen nicht mal alle einen Sitzplatz und doch drängen immer mehr hinein – über 300 Menschen. Wunderbar. Eine randvolle Kirche.

Es sind ganz unterschiedliche Menschen, die den Weg an diesem besonderen Abend in die Kirche finden. Da sitzen die fleißigen Kirchgänger neben den passiven Mitgliedern und dazwischen sogar Menschen, die eigentlich gar nicht an Gott glauben. Und alle gemeinsam tauchen ein in das Wunder von Weihnachten.
Wie ist das möglich?

Paulus hilft uns heute mit diesen Fragen weiter.

Predigttext 2.Korinther 4,6-10

Denn Gott, der sprach:
Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten,
der hat einen hellen Schein in unsre Herzen gegeben,
dass durch uns entstünde die Erleuchtung
zur Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes
in dem Angesicht Jesu Christi.

7 Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen,
damit die überschwängliche Kraft von Gott sei und nicht von uns.
8 Wir sind von allen Seiten bedrängt, aber wir ängstigen uns nicht.
Uns ist bange, aber wir verzagen nicht.
9 Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen.
Wir werden unterdrückt, aber wir kommen nicht um.
10 Wir tragen allezeit das Sterben Jesu an unserm Leibe,
damit auch das Leben Jesu an unserm Leibe offenbar werde.

Herr, segne unser Reden und Hören durch deinen Heiligen Geist.

Heller Schein! Ja, ich glaube das ist es!
Es ist diese unglaublich große Sehnsucht in uns nach diesem hellen Schein. Die Sehnsucht nach Liebe und unendlichem Frieden, diese Sehnsucht lässt Jahr für Jahr die Menschen am Heiligen Abend zur Krippe strömen.

Die Einen hetzen durch das Jahr, getrieben von ihren eigenen und fremden Ansprüchen, die Anderen sind froh über jeden Tag, den sie mit ihren Kräften bewältigen können und wieder Andere freuen sich einfach nur über ihr Leben und alle haben wir gemeinsam: die Sehnsucht nach diesem hellen Schein – ohne das wir das so benennen können. Wir spüren, dass wir ihn hier am Jahresende in einer armseligen Unterkunft, in einem kleinen verletzlichen Kind finden können.

Und ja – ja. Dort ist er.
Der helle Schein – die frohe Botschaft – das Evangelium der Liebe Gottes.
Ich erinnere mich noch an einen Gottesdienst am Heiligen Abend in Beuerberg. Pfarrer Edzard Everts hat ihn gehalten. Völlig erschöpft von den Adventsvorbereitungen kam ich dort an und Edzard begrüßte uns mit den Worten: „Sie sind angekommen!“
Drei Worte mitten ins Herz! Die Tränen stiegen mir in die Augen und ich dachte: „JA, ich bin angekommen – hier bei Gott!“

Das ist so ein Schlüsselmoment, wo man diesen hellen Schein ganz deutlich spürt.
Wenn das Licht Gottes durch jede Ader und in jeden Knochen dringt?
Wo all die Narben, die das Leben schlägt mit einem Mal unwichtig sind?
Du nichts mehr leisten musst, dich einfach fallen lassen kannst?

Sola fide! Allein der Glaube macht es möglich zu erkennen wie groß Gott ist, dass er uns seinen Sohn schickt, als kleinen verletzlichen Mensch. Er schickt ihn als Spiegel seiner Liebe zu uns. Er hat den Abstand Gott-Mensch durchbrochen und kommt uns ganz nah.

Und das ist es was Paulus seinen Schatz nennt!
Gott ist schon lange bei uns angekommen. Er hat den hellen Schein in unser Herz gegeben –
nur wir sind oft zu beschäftigt mit uns selbst, um es zu merken. Wir rennen durch unser Leben und wissen gar nicht, was wir da für eine Kraft in uns haben, die uns jeden Tag zur Seite steht.

Gott hat schon lange Ja zu uns gesagt, bevor wir es in der Taufe und der Konfirmation noch einmal mit unseren Worten bekräftigen können.
Er will, dass unser Leben gelingt.
Er ist da, wenn wir Sorgen und Ängste haben.
Er ist auch da, wenn wir fröhlich unsere Kreise ziehen.
Er ist da, wenn wir Fehler machen.
Er ist da, wenn wir am Boden liegen und er ist da, wenn das Leben zu Ende geht.
Er ist da mit seinem Trost, seiner Vergebung und mit seiner Liebe.
Und nicht irgendwo, sondern tief in uns drin.

Doch es liegt an uns diese Angebote anzunehmen.
dass durch uns entstünde die Erleuchtung- so Paulus

Unseren Schöpfer, der Himmel und Erde gemacht hat, der uns trägt, der der das Licht in die Welt gebracht hat, der, der uns aus einem klumpen Ton geformt hat, stellt in diese Schale seinen hellen Schein.


Erkennen Sie wie das Licht die Schale ausfüllt?
So füllt die Liebe Gottes, die Weisheiten des Evangeliums unser Leben aus.
Er erkennt uns bedingungslos an. Obwohl ich so fehlerhaft, oft chaotisch und völlig unvollkommen bin, ist und bleibt er bei uns. Eigentlich Un-glaublich!
Die Kerben und Makel in unserem Inneren, die auch in der getöpferten Schale zu finden sind, diese Kerben werden durch die Vergebung und den Trost Gottes ins Helle gestellt. Das bleibt nicht ohne Folgen. Wir verändern uns.
Aus einem hellen Schein wird ein strahlendes Licht!

Und es passiert noch viel mehr! Sehen Sie sich nur die Schale mal an.

Die frohe Botschaft, die Jesus Christus uns geschenkt hat und die unser Leben trägt und hält bleibt nicht auf uns persönlich beschränkt.
Sehen Sie, wie das Licht aus dem Gefäß herausdringt?
Das ist es, was Jesus Christus von uns möchte, wenn er sagt:
„Ihr seid das Licht der Welt.“
Wir sollen die Liebe Gottes hinausrufen in die Welt.
Wir sollen das Evangelium mit all seinen Farben leben.

Denn wie sagt es Paulus:
        Durch uns entstünde die Erleuchtung zur Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes
        in dem Angesicht Jesu Christi.

Es geht auch gar nicht anders. Schauen Sie sich den Topf doch an!
Wenn wir die Frohe Botschaft als Privatsache betrachten, oder wenn wir nur in der Meditation unseren Glauben leben, allein mit der Liebe Gottes leben würden,
dann müsste ich jetzt einen Deckel auf den Topf legen.
Und dann? - Das Licht verlöscht!

Also raus mit der Liebe Gottes in die Welt zu den Menschen. Sie brauche jetzt aber keine Angst zu bekommen der Aufgabe nicht gewachsen zu sein. Nein, keine Panik. Wir sind ja quasi „nur“ der Topf, die Verantwortung liegt bei Gott und damit werden wir mit dieser Aufgabe nicht überfordert.

Wichtig ist, dass der Topf weiß, dass es auf den Inhalt ankommt:
Die Botschaft von der Kraft und der Liebe Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Das ist unser Lebenselixier!

Wir sind das von Gott geliebte Medium mit der Freiheit im Herzen, die uns Gott geschenkt hat. Ich darf hier in meinem und durch mein Leben die frohe Botschaft von Jesus Christus weitertragen. So unterschiedlich wie wir als Töpfe sind, so unterschiedlich machen wir das.

Wie machen Sie es?
Singen Sie vielleicht Segenslieder in einem Kirchen- oder Gospelchor?
Engagieren Sie sich vielleicht in der Flüchtlingshilfe?
Vielleicht umarmen Sie aber einfach nur Jemanden, der Trost und Zuwendung benötigt.
Oder Sie schreiben mal wieder einen Brief oder senden eine nette Email.
Es gibt so viele Möglichkeiten Jesus Christus nachzufolgen und damit Gott in den Menschen zu erkennen.

Wenn Sie sich jetzt voller Elan in die diese Aufgabe stürzen und alles perfekt erledigen, dürfen Sie Eines nicht vergessen: Sie sind das Gefäß!

Daran denken wir oftmals nicht, wenn uns der Erfolg im Leben in den Kopf steigt.
Ganz plötzlich fühlen wir uns als Dreh- und Angelpunkt der Welt.
Gerne glauben wir, dass nur unsere Ansicht die einzig richtige ist.
Wir glauben alles aus eigener Kraft geschafft zu haben.

Weit gefehlt.
Ein kleine Krise, Krankheit, Angstzustände oder Krieg und plötzlich ist nichts mehr so wie es einmal war. Unsere Schale bekommt Risse und womöglich fallen ganze Teile heraus.

Also ich finde es ja immer wieder unglaublich wie spannend und lebensnah, die bildlichen Beispiele in der Bibel sind, noch nach tausend Jahren treffen sie immer noch genau auf den Punkt. Schauen Sie selbst!

Wenn unsere Schale Risse bekommt, weil wir Fehler machen oder ein schreckliches Unglück geschieht und wenn wir dann unser Leben in Gottes Hände legen …
Sehen Sie was dann passiert: Die Schale hält und das Licht Gottes dringt durch die Risse hindurch.
Und ist es nicht sogar so, dass dadurch viel mehr Licht hinaus in die Welt tritt?

Menschen, bei denen immer alle glatt läuft und sie mir vielleicht noch mit der Bibel in der Hand einreden wollen, dass es an meinem mangelnden Glauben liegt, wenn es bei mir nicht so ist, machen mir Angst. Da komme ich mit meinem Leben voller Ecken und Kanten und Umwegen nicht mit. Da bin ich überfordert.

Aber wenn ich Menschen mit Rissen in ihrer Schale sehe, die daran nicht kaputt gehen, weil sie ihr Leben in Gottes Hände gelegt haben, die beeindrucken mich zutiefst.

Ich denke da zum Beispiel an Samuel Koch. Erinnern Sie sich noch an den jungen Mann, der sich bei seinem „Wetten daß!“-Auftritt so schwer an der Wirbelsäule verletzt hat, dass er vom Hals abwärts gelähmt ist. Wie er schon mehrfach im Interview oder auch auf dem Kirchentag berichtet hat, hat er sein Leben in Gottes Hände gelegt. Dadurch hat er die Kraft gefunden seinen Traum von der Schauspielerei zu verwirklichen. Er steht heute auf der Theaterbühne.

Und nicht nur für Andere sind diese Risse im Leben erleuchtend. Auch uns selbst bringen sie Gott näher. Not lehrt beten – so heißt es. Und beten tut gut – sehr gut sogar. Wer betet, flieht nicht aus der Welt, sondern steht umso fester im Leben. Er findet im Gebet Heimat, Sicherheit und immer neue Kraft.

Ja, dieser helle Schein, der von Weihnachten her kommt, er reicht bis Ostern.
Viele der Menschen, die am Heiligen Abend in der Kirche waren, kommen auch zur Osternacht wieder.

Denn dann wird es noch einmal ganz deutlich: „Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten.“
Es ist tief beeindruckend, wenn die Osterkerze in die dunkle Kirche getragen wird und schon dieses einzelne Licht den Raum erhellt. Wir dürfen darauf vertrauen, dass auch die Dunkelheit unseres Todes eines Tages von diesem Licht der Liebe erhellt wird. – Ganz bestimmt.

Bis dahin lassen Sie uns auch Licht sein.
Lassen Sie uns ein Licht sein, das das Leben draußen vor der Kirchentür erhellt.
Lassen Sie uns ein Licht sein, das die Hoffnung in schwierigen Situationen nicht verliert.
Lassen Sie uns ein Licht sein, das die Liebe Gottes vielleicht sogar fröhlich in die Welt hinaus trägt. - mit dem hellen Schein Gottes in unseren Händen.

Wir können also allen Weihnachtsemailempfängern sagen:

Weihnachten ist mehr als ein Gefühl!
Weihnachten ist Glaube – Liebe – Hoffnung!
Weihnachten ist ein Ja zu meinem Leben trotz meiner Schuld.
Weihnachten ist Ermutigung niemals aufzugeben.
Weihnachten ist Mut zum Leben und zum Sterben und
zum Auferstehen mit Christus.

Der helle Schein Gottes, der höher ist als all unsere Vernunft,
bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus.
Amen.











 

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