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Predigt von Pfarrer Johannes Habdank am Pfingstmontag

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im ökumenischen Gottesdienst in der Pfarrkirche Aufkirchen
(16. Mai 2016)

Liebe Gemeinde,

an Pfingsten feiern wir alljährlich das Fest des heiligen Geistes, der Ausgießung des christlichen Geistes über die vielen, über alle Sprach-, Milieu- und Kultur- und Lebensgrenzen hinweg. Der Heilige Geist vereinigt alle und führt sie zusammen, lässt sie sich alle miteinander verständigen, auch und gerade die, die vorher einander nicht verstanden, verstehen konnten, wie wir es in der Evangeliumslesung gehört haben. Der Heilige Geist von Pfingsten ist ein Geist, der verbindet und zwar entgrenzend, grenzüberwindend.

Zugleich feiern wir damit jedes Jahr traditionell das Gründungsfest der christlichen Kirche, wobei manche Ausleger des Neuen Testaments auch sagen: eigentlich wurde die Kirche Jesu Christi, also sein Club derer, die hm nachfolgen und anhängen schon mit der Berufung der Jünger durch Jesus selbst gegründet zu seinen Lebzeiten. Und dann kann man diskutieren, ob die Jünger, die Zwölf und die wohl bis zu 70 mehr, auch die vielen Frauen, die ihm nachgegangen waren, als die ersten Christen zu verstehen sind. Die herrschende Lehrmeinung, wie man bei den Juristen sagen würde, aber ist dann doch die, dass erst die, die an den Gekreuzigten und Auferstandenen, der ihnen erschienen ist, die wahren ersten Christen gewesen seien, also dann doch wieder die Jüngerschar und einige Frauen, denen es Ostern geworden war, denen Jesu Geist als bleibender, weil seinen Tod überwindender Lebensgeist, eingeleuchtet hat im Sinne von: Die Sache Jesu geht weiter, ein für allemal!

Nun, nach Karfreitag und Ostern ist Jesus der biblischen und krichlich-traditionellen Vorstellung und Darstellung nach noch 40 Tage den Seinen erschienen, dann erlebten sie seinen endgültigen Heimgang zu seinem Vater im Himmel, sie konnten endgültig loslassen von ihm (Himmelfahrt). Um aber in seinem Sinne weiter und neu zu leben, und zwar nicht jeder für sich, sondern in Gemeinschaft - entgrenzter Gemeinschaft der vielen, nicht mehr nur der Jüngerinnen und Jünger - , bedurfte es der Gabe seines Geistes „von oben“, vom Himmel, wo er bei seinem Gottvater ja nun war und geglaubt wurde. Darum geht es an Pfingsten: um diese Geistesgabe. So gesehen ist tatsächlich erst Pfingsten als Gründungsfest der christlichen Kirche zu verstehen, und schon damals universal gemeint, wobei die Welt damals noch kleiner war, aber zumindest von der Idee her global angedacht.

Was ist das für ein Geist, der Heilige Geist von Pfingsten? Es ist ein Geist der Freiheit. Und zwar im Sinne des Apostels Paulus ein dreifacher Freiheitsgeist: der Geist der Freiheit von Gesetz, Sünde und Tod. Mit dieser Auffassung schließt Paulus – wenn auch sühnopfertheologisch verfremdet - an Jesus, den er persönlich ja gar nicht gekannt hatte, gedanklich an.

Denn Jesus selbst hatte den Geist der Freiheit vom Gesetz gepredigt, indem er den Geist der Liebe und der Barmherzigkeit gegen und über alle alle Gesetze, Normen und Regelungen gestellt, gepredigt und gelebt hatte. Jesus selbst hatte auch den Geist der Freiheit von der Sünde gepredigt und gelebt, indem er den vergebenden Gott verkündet hatte und Vergebung gegenüber allen Ausgegrenzten und tatsächlich oder angeblich Schuldigen seiner Zeit praktiziert hatte. Sogar am Kreuz hat er noch am Ende gesagt: Herr, vergib ihnen! Und er findet sogar noch den Entschuldigungsgrund für die Täter vor Gott: denn sie wissen nicht, was sie tun.

Freiheit von Gesetz, Sünde und Tod: Ja, mit seinen Heilungen und Totenauferweckungen zeit seines Lebens und vor allem mit seiner eigenen Überwindung der Macht des Todes am Kreuz, das er bewusst in Kauf genommen hat, um durch seine eigene Ohnmacht die Macht des Todes zu überwinden, ja: dadurch hat er die Freiheit von der Macht des Todes bewirkt. Es ist dieser christliche Geist der Freiheit von der auch heute noch tendenziell alles bestimmenden Macht des Todes, diese Perspektive der Überwindung alles Tödlichen, die Jesus uns gebracht hat. Wie er gesagt hat: „In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ Das soll auch für uns gelten.

Dieser Geist der dreifachen christlichen Freiheit von Gesetz, Sünde und Tod soll uns gelassener und freier leben lassen. Damit steht einer freien Gestaltung unseres Lebens, das so viele Möglichkeiten hat und bietet, nichts Grundsätzliches mehr im Wege. Wir können und sollen unser Leben an der Liebe und Barmherzigkeit Gottes zu uns orientieren, sie in Nächstenliebe und eigene Barmherzigkeit umsetzen in freiem Umgang mit dem Gesetz, also allen Normen und Verhaltens- und auch Rollenerwartungen an uns, im freien Geist der Liebe. Wie Augustinus einmal gesagt hat: Liebe, und tu was du willst! Im Sinne dieses Freiheitsgeistes können und sollen wir unser Leben frei vom Gesetz und den Belastungen der Sünde leben, also etwa im Falle von Gebots- oder Regelverletzungen durch andere uns gegenüber vergebende Men-schen sein, nachsichtig sein und großzügig im Umgang mit anderen, die uns etwas angetan haben, aber wir müssen auch nicht immer so unnach-sichtig mit uns selbst sein, einfach Vergebung auf der ganzen Linie leben, einfach?

Und schließlich sollen und brauchen wir keine Angst mehr zu haben vor dem Tod, das ist wohl nun das Schwerste von allem. Aber der Glaube an Jesus und, wie ihn Jesus selbst hatte, kann uns diese neue Perspektive eröffnen, dass Du dann, wenn es so weit ist, auch Zutrauen, Vertrauen zu Gott hast, in dessen Hand wir uns im Leben und im Sterben geborgen wissen dürfen. Ja, dass auch Du dann mit ihm im Paradiese sein wirst.

Und so bitten wir Gott um den christlichen Geist der Freiheit von der Macht des Gesetzes, der Sünde und des Todes, dass wir als seines Geistes Kinder leben, jetzt und allezeit.

Amen.

 

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