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Predigt von Pfarrer Johannes Habdank am 8. Sonntag nach Trinitatis

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in St. Johannes, Berg, über den Wochenspruch (17.07.2016)

„Lebt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit. Prüft, was dem Herrn wohlgefällig ist, und habt nicht Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis; deckt sie vielmehr auf. Denn was von ihnen heimlich getan wird, davon auch nur zu reden ist schändlich. Das alles aber wird offenbar, wenn's vom Licht aufgedeckt wird; denn alles, was offenbar wird, das ist Licht. Darum heißt es: Wach auf, der du schläfst, und steh auf von den Toten, so wird dich Christus erleuchten.“

So lautet der offizielle Predigttext für den heutigen Sonntag aus dem Brief an die Epheser, Kapitel 5, die Verse 8-14, aus dem ich den Anfang, also den Wochenspruch, herausgreife:

“Lebt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.” (Epheser 5,8b-9)

Die Lichtmetaphorik, liebe Gemeinde, sie begegnet uns öfters einmal im Kirchenjahr, vor allem in der Advents- und Weihnachtszeit und in der Osterzeit. Heute heißt es:

“Lebt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.” (Epheser 5,8b-9)

Nun, es gab schon zu biblischen Zeiten viele Lichter, und es gibt auch heute sehr viele Lichter, als deren Kind, in deren Licht und Beleuchtung man leben kann: große Lichter und eher kleinere Lichtchen, hervorragende Lichtgestalten und eher trübe Funzeln, echte Leuchten und rechte Armleuchter: politische Führungsfiguren, Heilige, große Sportler oder Musiker, hier in Bayern natürlich König Ludwig, von Richard Wagner ganz zu schweigen - wie auch immer.

Das Licht, von dem im heutigen Wochenspruch die Rede ist: mit dem ist natürlich ein sehr viel größeres Licht gemeint, wie es christlicher Glaubensmeinung nach ja nur einer sein kann: Jesus als der Christus.

“Lebt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.”

Jesus selbst sagt einmal nach dem Johannesevangelium zu seinen Jüngern: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ Er sagt aber an anderer Stelle auch: „Ihr seid das Licht der Welt!“

So ein Licht sollen wir sein und in unserem Leben für andere werden. Und in gewisser Weise ist es ja auch wahrscheinlich jeder von uns, mit dem, wie wir sind, durch unsere Ausstrahlung, wie wir uns um Dinge und andere Menschen kümmern!

Licht der Welt zu sein: dazu sollen wir in diesem Sinne und mit unseren Möglichkeiten auch andere bestärken und hinbringen, mitnehmen, dazu hin- und mitreißen. Deswegen nennt Schleiermacher, wichtigster Theologe nach Luther im Protestantismus, die Kirche eine „Impulsgemeinschaft“, in der alle innerhalb und nach außen gegeneinander- und aufeinander einwirken, eine offene Kommunikationsgemeinschaft, die das Christentum spätestens seit Pfingsten ist, seit jenem Ur-Pfingsten in der Bibel, wo alle einander verstanden haben, welche Sprache sie auch gesprochen haben und welches Geistes Kind sie vorher gewesen waren, Fremde und Nahe, Kleine und Große, Frauen und Männer, Arme und Reiche und welche Gegensätze es auch noch geben mag, sie sind über-wunden. Alles werden eine Gemeinschaft, ohne ihre Identität zu verlieren. Insofern könnte Pfingsten auch das gelungene Urbild für EU und UN, allerdings weniger charismatisch, sein.

“Lebt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.”

Licht sein heißt, was in der Kirche und auch außerhalb jede Kerze symbolisiert: ausstrahlen auf andere, anderen Wärme und Licht vom eigenen Licht geben, nicht nur einfach so vor sich hin leuchten wie manch schöne Designerlampe, die primär für sich leuchtet und nur zum Anschauen schön ist. Nein: Licht sein für andere!

Nun sind natürlich Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit an und für sich genommen und für jeden einzelnen von uns, doch sehr abstrakte Begriffe, große Worte, sehr komplexe Weltwahrnehmungs- und Vorstellungs- und Motivationsmuster und Antriebe, in die sich jeder von uns mehr oder weniger gut hineinfügt und sie verwirklicht. Der zeitgenössische Theologe Friedrich Wilhelm Graf aus München, der bei uns ja auch schon einige Vorträge gehalten hat, hat solch hehre Allgemeinbegriffe wie Frieden, Güte, Freiheit, Gerechtigkeit, auch Bewahrung der Schöpfung, einmal als „semantische Big Macs“ bezeichnet, also Bedeutungs-Übergrößen, bei denen man den geistigen Mund schon sehr weit aufreißen muss, um ihn womöglich viel zu voll zu nehmen – und sich daran auch leicht verschlucken kann.

“Lebt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.”

Wir können auch kleinere Brötchen backen, wenn wir uns klar machen, was die biblischen Begriffe eigentlich meinen:
Güte: das meint Großzügigkeit, liebenswürdige Zuwendung und auch Nachsicht, wenn mal etwas schief gelaufen ist. In diesem Sinne: Güte sollen wir erfahren und weitergeben.

Gerechtigkeit heißt heute Fairness, dass einem keine Regelverletzung widerfährt, und dass man selbst einen Gerechtigkeitssinn entwickelt; und zwar weniger ausgleichende oder strafende Gerechtigkeit, sondern großzügiges Gerechtwerden gegenüber dem anderen, Gerechtigkeit im Sinne der Güte, also auch vergebende Gerechtigkeit, wenn einmal etwas Störendes oder Übles angestellt oder bewirkt worden ist. Die Güte ist nicht umsonst im Wochenspruch der Gerechtigkeit unmittelbar vorgeordnet. Güte ist also, christlich gesehen, das Maß der Gerechtigkeit! Gnade vor Recht, Zuwendung auch zu dem, der es eigentlich nicht verdient hat.

Wahrheit: die ist jedem von uns von klein auf erfahrbar nur durch Menschen, die wahrhaftig sind, die nicht schwindeln oder einem etwas vormachen, sondern authentisch sind. Die auch dann zu der von ihnen so gesehenen Wahrheit stehen, wenn es einmal schwierig wird im Leben. Die Wahrheit im Wochenspruch hat auch viel mit Standhaftigkeit, Einstehen für das, was man für wahr und richtig hält, zu tun. Dieses Vermögen, wenn man es denn erworben hat, gilt es weiterzugeben.

“Lebt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.”


Liebe Gemeinde,
es ist hier von der Frucht die Rede. Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit im eben angesprochenen sind nicht der Glaube selbst, sondern seine Früchte, also erfolgreiche Auswirkungen des Glaubens.

Das kann ja nur bedeuten, dass der christliche Glaube an Jesus, seine Person und das, was er gelehrt und gelebt hat, uns dazu motivieren sollen, Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit zu leben. Das ist nicht einfach: Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit - heruntergebrochen auf den Alltag zu leben. Da kannst Du jeden Tag wieder neu anfangen!

Und da nehmen sich die päpstlichen Empfehlungen und Enzykliken und die Denkschriften der EKD mögliche Richtlinien letztlich nichts: sie lassen nämlich beide gleichermaßen jeden von uns im Alltag, im einzelnen Anwendungsfall der jeweilig zu erlebenden Situation im Regen stehen, positiv ausgedrückt: Du bist als einzelner Christ selbst verantwortlich dafür, wie du zum Beispiel den Wochenspruch von heute in deinem Lebensalltag umsetzt:

“Lebt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.”

Dass uns das wenigstens hin und wieder gelingt, ohne zu bescheiden aufzutreten, aber auch ohne überheblich zu werden, darum bitten wir Gott um seinen Segen.

Amen.

 

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