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Sonntag, 21.4.2013, 18.30 Uhr, Aufkirchen: Lust auf Kirche. Musikalischer Gottesdienst
„Herr, bleibe bei uns“

Musik

Die Emmaus-Szene
Die Dämmerung fällt. Sanft ist das Licht jetzt. Der scharfe Wind hat sich gelegt. Der Tag geht schlafen und ich genieße die Ruhe in Vai. Eine Touristenattraktion im äußersten Osten von Kreta. Kein Mensch weit und breit - jetzt am Abend. Nur feiner Sand und ausgedörrtes Gebüsch und Felsen und Meer. Wie herb und einsam es hier ist!
Einsam? Plötzlich taucht ein hagerer Mann auf. Hochgewachsen. Er springt auf der Anhöhe von Fels zu Fels. Stapft durch die Macchia, hüfthoch von Lederstiefeln geschützt. Schaut scharf zu mir herüber. Auf einem Hügel steht er dann still. Er scheint irgendetwas zu suchen. Und fängt an zu schreien in kehligen Tönen. Sie kommen tief aus ihm heraus. Archaisch.
Am nächsten Hügel entdecke ich eine Bewegung. Schafe lösen sich ringsum aus der Landschaft und stürzen auf den Hirten zu. Der ruft immer noch. Manchmal hört es sich an, als bellte ein Hund.
Es ist ein Bild aus alten Zeiten. Der Hirt und seine Herde! Ein guter Hirt, der nach den Tieren schaut! Und sie kennen seine Stimme. Auf meine hätten sie nicht gehört.
Der Hirt und seine Herde. Ich hab was gegen Herdentiere. Der Herdentrieb ist mir verhasst. Ich mag in keiner Herde blöken. Ich gehe meiner eignen Wege.
Und doch - an diesem Abend, als ich dem Hirten zusehe -, da ist ein anderes Gefühl in mir: Wie gut, wenn's einen gibt, der nach mir schaut, der sich sorgt, wie es mir geht. Der mich kennt, der nach mir ruft und mich versteht. Es ist die Sehnsucht, dass es auch für mich einen geben möge, der nach mir sieht. In guten Zeiten. Und in Zeiten der Unruhe, der Angst und der Verwirrung. Der mich ein paar Schritte begleitet, der mir zuhört, der ein gutes Wort für mich hat und die richtigen Fragen. So wie es eine der Ostergeschichten erzählt:

Lukas 24. Eine nachösterliche Geschichte
Zwei aus dem Kreis der Freunde Jesu wanderten nach Emmaus, das man von Jerusalem aus in einer Stunde zu Fuß erreichte, und redeten miteinander über alles, was am Morgen geschehen war. Während sie so miteinander sprachen und rätselten, näherte sich Jesus und gesellte sich zu ihnen. Sie aber erkannten ihn nicht, ihre Augen waren wie zugehalten.
Was habt ihr denn so Wichtiges zu bereden? fragte Jesus. Warum seid ihr so traurig?
Der eine, der Kleopas hieß, entgegnete: Du scheinst der einzige unter den Festgästen in Jerusalem zu sein, der nicht weiß, was in den letzten Tagen drüben geschehen ist! - Was war das? fragte Jesus. Das mit Jesus von Nazareth, erwiderten sie, der ein großer, gewaltiger Prophet war. In Wort und Werk hat er vor Gott und den Menschen unerhörte Dinge getan.
Den haben unsere Priester und Machthaber zum Tod verurteilt und gekreuzigt! Und wir hatten gehofft, er sei der, der kommen würde, um Israel zu befreien. Vorgestern ist es geschehen.
Aber nun haben uns ein paar Frauen aus unserem Kreis erschreckt. Heute morgen waren sie am Grab, fanden seinen Leib nicht und kamen mit der Nachricht zurück: Wir haben Engel gesehen! Die haben uns gesagt, er lebe!
Da gingen einige andere von uns an das Grab und fanden alles so, wie die Frauen gesagt hatten. Ihn selber aber sahen sie nicht.
Warum versteht ihr so wenig? entgegnete Jesus, warum braucht ihr so lange, um zu begreifen, was die Propheten längst gesagt haben? Es ging doch nicht anders! Christus musste all das leiden und von diesem Leiden aus seine Macht, seine Herrlichkeit, gewinnen. Und er fing an, zu erzählen und zu erklären, was in den Büchern des Alten Testaments bei Mose und den Propheten über ihn geschrieben sei. Mittlerweile näherten sie sich dem Dorf und er tat so, als wollte er weitergehen. Sie baten ihn aber dringend: Bleibe bei uns! Es ist Abend, bald wird es dunkel sein!
Da ging er mit ihnen in ihr Haus und blieb bei ihnen. Da geschah es: Während er mit ihnen zu Tisch lag, nahm er das Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und gab es ihnen. Da fiel es wie Schuppen von ihren Augen und sie erkannten ihn. Er aber verschwand vor ihnen.
Wir haben es doch gespürt! durchfuhr es sie. Und sie bestätigten es einander: Unser Herz brannte doch in uns, während er an unserer Seite ging und uns das Wort der Propheten erklärte.

Kanon: Herr, bleibe bei uns

Das Abendgebet Georg Christian Dieffenbachs

Abend ist's geworden,
Dunkel hüllt uns ein,
Still ist's allerorten,
Still will ich auch sein.

Alles schläft hienieden
In der stillen Nacht.
Ich auch ruh in Frieden,
Denn dein Auge wacht.

Was kann mir denn schaden?
Herr, in deiner Hut
Und in deinen Gnaden
Schlaf ich still und gut.

Schlafe ohne Sorgen,
Denn ich bin ja dein.
Bis mich weckt am Morgen
Deiner Sonne Schein.

Dann will ich auf's neue
Loben deine Gnad'
Die mit alter Treue
Mich behütet hat.

Solche Lieder hat Georg Christian Dieffenbach gedichtet. Aber vor allem gilt er als einer der frühen bedeutenden Jugendschriftsteller. Nesthäkchenbücher stammen von ihm. Kinderlieder hat er gedichtet, die von namhaften Komponisten wie Ludwig Richter vertont worden sind. „Hörst du die Regenwürmer husten“ war eines seiner Lieder. Das sollte einmal bei der Bundeswehr als Marschlied gesungen werden und ist darüber zum Faschingslied geworden. In einem seiner Lieder haben seine Blümlein Durst. In einem besingt er Frau Schwalbe, die Geschwätzige. Und dann wieder den Frosch auf der Wiese.
Georg Christian Dieffenbach ist am 4. Dezember 1822 in Oberhessen geboren. In der Nähe des Vogelsbergs. Bis 1901 hat er als Pfarrer und Dichter in Hessen gewirkt. Stammt aus einer Zeit, als man 1873 noch Oberpfarrer werden konnte und 1992 Kirchenrat und schließlich 1900 Geheimer Kirchenrat. Von ihm stammt ein weit verbreitetes Abendgebet, 160 Jahre ist es alt. 160 Jahre lang haben sich unzählige Beter diesen Worten anvertraut:

Bleibe bei uns, Herr,
denn es will Abend werden,
und der Tag hat sich geneigt.
Bleibe bei uns und bei deiner ganzen Kirche.
Bleibe bei uns am Abend des Tages,
am Abend des Lebens, am Abend der Welt.

Bleibe bei uns mit deiner Gnade und Güte,
mit deinem heiligen Wort und Sakrament,
mit deinem Trost und Segen.
Bleibe bei uns,
wenn über uns kommt
die Nacht der Trübsal und Angst,
die Nacht des Zweifels und der Anfechtung,
die Nacht des bitteren Todes.
Bleibe bei uns und allen deinen Gläubigen
In Zeit und Ewigkeit.
Amen.

Musik

I. Bleibe bei uns Herr: am Abend des Tages

Bleibe bei uns am Abend des Tages! Zum Abend des Tages hat bei vielen von uns noch ein Abendgebet gehört. Und so auch die Sehnsucht, im Schlaf nicht allein zu sein. Oder auch ein Abendlied.
„Weißt du, wie viel Sternlein stehen an dem hohen Himmelszelt?“ hat meine Mutter immer wieder gesungen. Ich hab's natürlich nicht gewusst. Aber als Kind schon war mir klar, dass es unendlich viele sein mussten. Immerhin war doch der liebe Gott persönlich Abend für Abend beim Gutenachtlied mit dem Sternezählen beschäftigt, damit ihm auch ja keines fehle.

Einen eigenen Eindruck vom gewaltig gestirnten Himmel haben mir später Jugendliche aufgezwungen, als sie mich mit ihrem nächtlichen Unfug in einem Zeltlager nicht schlafen ließen. Wenn man dann die ganze Nacht kein Auge zutun kann, bleibt Zeit genug, das weite Himmelszelt zu studieren. Und so sah ich dem großen Wagen zu, wie er sich unmerklich langsam über mir drehte. Und das war trotz der quälenden Schlaflosigkeit faszinierend.

Auf dem Rücken liegen, dem Blinken und Glitzern zusehen, Satelliten im Wirrwarr der Sternbilder entdecken, auf die nächste Sternschnuppe warten und sich schnell etwas wünschen!

Das Gefühl in dieser Nacht war ein religiöses. Wenn ich das Wunder der Galaxien über mir sah und die unvorstellbare Tiefe des Weltraums - was ist dann der Mensch gegen die Millionen von Lichtjahren, die einem in diesen Sternennächten zublinzeln. Wie klein, wie vergänglich, wie unbedeutend!

Nein, nicht unbedeutend. »Kennt auch dich und hat dich lieb ... « hat Mutter in ihrem Sternenlied gesungen. Und einfacher lässt sich das Staunen kaum ausdrücken. Das Staunen darüber, dass Gott des Menschen gedenkt und sich seiner annimmt, wie es die Christenheit glaubt. Das Staunen darüber, in der unermesslichen Tiefe von Zeit und Raum nicht verloren zu sein.

Musik

II. Am Abend des Lebens

Bleibe bei uns, Herr, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget.
Bleibe bei uns am Abend des Lebens.
Wenn die eigenen vier Wände zum Gefängnis werden und der eigene Körper zur Last.
Wenn der Halt im Leben schwächer wird,
wenn man mit den wichtigsten Freunden nur noch auf dem Friedhof Kontaktpflegen kann. Wenn man die Welt nicht mehr versteht,
wenn man aus dem Leben herausfällt, fast unmerklich gleitend.
Wenn die ungestümen Zeiten im Leben vorbei sind und die Schaffenskraft starker Jahre verbraucht ist Geblieben ist die Erfahrung eines ganzen Lebens. Aber was ich kann, nach all den langen Jahren, wird nicht gefragt. Mein Rat ist nicht willkommen. Die Jungen leben in einer anderen Welt. Sie richten ihr Leben anders ein. Sie sind weiter gereist. Mutiger gehen sie auf Neues zu. Sie sprechen besser englisch, französisch und spanisch. Sie hören andere Musik. Sie denken anders über die Dinge des Lebens. Was uns einst erregt hat, lässt sie kalt. Und wenn sie sagen, »he Alter!«, klingt das nicht freundlich.

Es kränkt, wenn ich nicht mehr gefragt bin, und es macht alt. Je älter ich werde, desto mehr muss ich mir von anderen helfen lassen. Der Wandel überfordert. Die elektronische Welt ist mittlerweile so kompliziert, dass ich mich nicht mehr durchbeißen kann durch alles Neue. Zu schnell fegt das Neue zur Seite, was gestern war. Die Jungen kennen sich aus; ich bin überfordert. Und dann kommt der Punkt, da gebe ich auf. Ich komme nicht mehr mit und bin wieder ein Stück aus dem Leben gefallen. Meine Zeit ist vorbei. Meine Zeit ist überlebt. Ich bin alt.
Und mache schließlich die Erfahrung, dass man sich im Alter sein Leben nicht mehr verdienen kann. Jetzt kann ich mir die Anerkennung nicht mehr durch die beruflichen Erfolge erarbeiten. Nicht durch die gesellschaftliche Stellung, die meist weggebrochen ist. Nicht durch agiles Auftreten und soziales Engagement kann ich Achtung sammeln. Das alles ist vorbei, wenn man alt ist. Jetzt muss ich lernen, dass ich mein Leben nicht verdiene, sondern verdanke. Das ist eine schwere Lektion. Vielleicht nicht die schwerste im Leben, aber wohl die wichtigste. Ich verdanke mein Leben, jeden Tag, der mir in die Hand rollt, meinem Gott und bin eingewoben in das wunderbare Muster seiner Schöpfung und darin gut aufgehoben.

Herr bleibe bei uns denn es will Abend werden. Verlass mich nicht in diesem großen Wandel im Leben. Begleite mich ins Unbekannte.
Am Abend des Lebens wird man endgültig lernen müssen, mit Wunden zu leben. Denn es gibt Dinge im Leben, die nicht wiedergutzumachen sind. Früher, da gab es immer noch eine Chance. Noch einen Versuch. Jetzt nicht mehr. Vieles ist unwiederbringlich vorbei!
Darum gehört zur Lebenskunst im Alter die Aussöhnung. Was missraten ist, soll nicht länger belasten. Gut war es gemeint. Besser habe ich's nicht geschafft. Ich verdamme mich nicht. Ein Urteil über mich fälle ich nicht. Ich bin, wie ich bin. Ich sehe von mir ab. Und ich berge mich in Gott, in den Augen der Güte. Bleibe bei uns Herr!
Bleibe bei uns mit deiner Gnade und Güte, mit deinem Wort und Sakrament, mit deinem Trost und Segen.

Musik

III. Am Abend der Welt.

Zwei Stunden mit dem Schnellboot. Und dann Patmos. Eine tiefe Bucht zwischen kargen Hügeln. Weiße Häuserwürfel sind über die Hänge gestreut. Und über allem thront das Kloster. Festungsgleich mit Zinnen im venezianischen Stil. Wie Schießscharten wirken die wenigen Fenster. Schon bald bereuen wir bitter, dass wir das Taxi sparen und zu Fuß hochsteigen wollten auf den Klosterhügel. Es ist elend heiß unter der griechischen Sonne. Aber was für ein grandioser Blick über die mäandernde Insel. Nachbarinseln liegen im Dunst. Bei klarem Wetter soll man bis zum türkischen Festland sehen. Wo einst die christlichen Gemeinden aufblühten, in Ephesus und seinem östlichen Hinterland. Schon zur Zeit Neros unterdrückt und verfolgt, von ihren geistlichen Führern getrennt. Ins Exil nach Patmos hatte man Johannes verfrachtet. Aber das Herz haben sie ihm damit nicht brechen können. Er schreibt den Christen, von denen er getrennt ist. Verschlüsselt. In Metaphern und Bildern und Rätseln. Nur Eingeweihten verständlich. Will die Gemeindemitglieder auf dem Festland zum Durchhalten ermutigen, auf die Wiederkunft Christi zu warten und sich dem Kaiserkult zu entziehen. Und weil er dabei auf alttestamentliche Prophetie und auf jüdische Apokalyptik zurückgreift, entstehen Niedergangs- und Katastrophenszenarien. Die Welt, die vom Bösen unheilbar verseucht ist, findet in einer infernalen Zerstörung ihr gerechtes Ende, während eine Schar von Erwählten errettet wird.

Und er sieht einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen.
Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann.
Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach:
Siehe da die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein.
Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid, noch Geschrei noch Schmerz wir mehr sein, denn das Erste ist vergangen.
Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu. (Offenbarung 21,1-5)

Während seines Exils auf Patmos entwirft Johannes dieses Trostbild, mit dem heute die Bibel endet. Mit einem strahlenden Bild des Heiles, das sich wie eine Collage, aus alttestamentlichen Bildern zusammensetzt. Es ist das Bild des himmlischen Jerusalem. das ein neues Paradies in seinen Mauern birgt und einer unüberschaubar großen Schar Menschen aus allen Völkern Platz bietet: „Es wird keine Nacht mehr werden, und sie werden keine Lampe brauchen noch das Licht der Sonne; denn Gott, der Herr, wird sie erleuchten, und sie werden herrschen von Ewigkeit zu Ewigkeit.“
Ach wäre das schön.

Herr bleibe bei uns am Abend der Welt! Johannes wurde verstanden mit seinen Visionen auf Patmos. Denn schon zur Zeit des Alten Testaments entsteht die Apokalyptik im Untergrund. Sie sammelt verbotene Worte, verstohlene Blicke, verbannte Bilder. Sie ist ein Zeugnis des Widerstandes gegen die Macht des Bösen. Aber sie ist mehr noch ein Zeugnis der Hoffnung- auf den gerechten Gott, der allem Unheil ein Ende setzt, um den Seinen eine himmlische Freude zu bereiten.
Die starken Bilder der Apokalyptik machen den Untergang sichtbar und das kommende Heil. Aber dies geschieht nicht im Fotorealismus, sondern in surrealen Formen, kühnen Metaphern, dunklen Bildern, wüsten Gleichnissen.
Doch längst steht das himmlische Jerusalem nicht mehr zur Verfügung. Nicht nur, weil die Theologie solche verschlüsselte apokalyptische Visionen in den Giftschrank des schlechten Geschmacks weggesperrt hatte. Das passt doch nicht zusammen mit der Botschaft Jesu, der lebte und lehrte, dass Gott greifbar nahe sei. Mitten unter uns. Menschen erfüllt und begeistert. Der soll davon gesprochen haben, dass sich die Sonne verfinstert und Sterne vom Himmel fallen und die Megakatastrophe alles vernichtet? Das kann er doch nicht gemeint haben! Viele theologischen Lehrer haben apokalyptische Motive einfach als antiken Klamauk abgetan. Weg damit. Stört nur. Ist kein Evangelium, keine frohe Botschaft. Hat sich irgendwie illegitim eingeschlichen.
Inzwischen wird die biblische Apokalyptik wieder verstanden als ein verzweifelter Schrei: „Das darf doch nicht wahr sein!“ Sie fragt, wie Gottes Gerechtigkeit mit dem Übel der Welt einhergehen kann. Aber sie stellt diese Frage nicht wie in der Neuzeit, um die Existenz Gottes zu bestreiten oder zu verteidigen. Es geht ihr vielmehr darum, das Böse nicht zu verdrängen und Gott dennoch zuzutrauen, dass er alles gut, ja noch unendlich besser macht, als man zu träumen wagt. Die klassische Apokalypse zielt auf Trost.
Moderne Weltuntergangsszenarien dagegen beschreiben nur noch die Katastrophe. Ein gutes Ende? Nein! Die kosmische Katastrophe ist unabwendbar. Da kann man warnen, wie man will. Da mag der Club of Rome die Auszehrung der Ressourcen beschwören. Da mögen die Folgen des Klimawandels ins Allgemeinwissen übergegangen sein. Ein gutes Ende ist nicht absehbar. Die Filmindustrie greift vor und setzt gigantische Endzeitspektakel ins Bild. Gigantische Tsunamis verschlingen Kontinente. Ein paar Überlebende wachen über die verwüstete Welt. Barbarei bricht sich Bahn. Überall lauert das Böse. Trost passt nicht ins Bild des apokalyptischen Endspiels.

Herr, bleibe bei uns am Abend der Welt. Wir werden uns verabschieden müssen von der gemütlichen Vorstellung, dass die Zukunft die unendliche Verlängerung der Gegenwart sein könnte. Die gängige physikalische Kosmologie sagt, dass die Zeit einen Anfang hatte. Wird sie auch ein Ende haben? Wir ahnen, dass nichts bleibt, wie es ist. „Panta rhei“. Alles ist im Fluss. Unübersehbar sind heute die Gefahren für Mensch und Natur. Die Menschheit hat keine Überlebensgarantie. Die Sonne wird in vorhersehbarer Zeit die Erde fressen. Es wird nicht ewig Menschen geben. Das wissen wir. Christlicher Glaube ist nun nicht gleichbedeutend mit der Hoffnung auf den Fortbestand der Welt, so wie sie jetzt ist. Und er lässt sich auch nicht reduzieren auf ethische Appelle zur Bewahrung der Schöpfung so wie sie jetzt ist. Er setzt nicht auf die Chancen einer anderen Welt jenseits der möglichen Katastrophe. Vielmehr bejaht der Glaube die Welt angesichts ihrer real möglichen Vernichtung.
Herr bleibe bei uns am Abend der Welt, denn du hast den Tod besiegt.
Bleibe bei uns am Abend der Welt. Erhalte uns den Glauben an die Bewahrung und Geborgenheit mitten im Untergang. An das Heil mitten im Unheil. An das Leben mitten im Tod. Und mach du alles neu!

Musik

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