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Orgelvorspiel: Präludium C-Dur, Wohltemperiertes Klavier Teil I

Begrüßung:
Präludium C-Dur - eine flimmernde Unbestimmtheit, immer gleicher Rhythmus, aber unterschiedliche Akkorde, bis alles in einer freien Linie sich löst, und zum Stehen kommt. Was ist der Anfang aller Anfänge? Ein dunkles weites Unbestimm-tes, in dem langsam sich etwas immer mehr festigt. Steckt ein Wille dahinter?

Lesung: Genesis 1, 1 - 2,4:
Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser. Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht. Und Gott sah, dass das Licht gut war. Da schied Gott das Licht von der Finsternis und nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht. Da ward aus Abend und Morgen der erste Tag.
Und Gott sprach: Es werde eine Feste zwischen den Wassern, die da scheide zwischen den Wassern. Da machte Gott die Feste und schied das Wasser unter der Feste von dem Wasser über der Feste. Und es geschah so. Und Gott nannte die Feste Himmel. Da ward aus Abend und Morgen der zweite Tag.
Und Gott sprach: Es sammle sich das Wasser unter dem Himmel an besondere Orte, dass man das Trockene sehe. Und es geschah so. Und Gott nannte das Trockene Erde, und die Sammlung der Wasser nannte er Meer. Und Gott sah, dass es gut war. Und Gott sprach: Es lasse die Erde aufgehen Gras und Kraut, das Samen bringe, und fruchtbare Bäume auf Erden, die ein jeder nach seiner Art Früchte tragen, in denen ihr Same ist. Und es geschah so. Und die Erde ließ aufgehen Gras und Kraut, das Samen bringt, ein jedes nach seiner Art, und Bäume, die da Früchte tragen, in denen ihr Same ist, ein jeder nach seiner Art. Und Gott sah, dass es gut war. Da ward aus Abend und Morgen der dritte Tag.
Und Gott sprach: Es werden Lichter an der Feste des Himmels, die da scheiden Tag und Nacht und geben Zeichen, Zeiten, Tage und Jahre und seien Lichter an der Feste des Himmels, dass sie scheinen auf die Erde. Und es geschah so. Und Gott machte zwei große Lichter: ein großes Licht, das den Tag regiere, und ein kleines Licht, das die Nacht regiere, dazu auch die Sterne. Und Gott setzte sie an die Feste des Himmels, dass sie schienen auf die Erde und den Tag und die Nacht regierten und schieden Licht und Finsternis. Und Gott sah, dass es gut war. Da ward aus Abend und Morgen der vierte Tag.
Und Gott sprach: Es wimmle das Wasser von lebendigem Getier, und Vögel sollen fliegen auf Erden unter der Feste des Himmels. Und Gott schuf große Walfische und alles Getier, das da lebt und webt, davon das Wasser wimmelt, ein jedes nach seiner Art, und alle gefiederten Vögel, einen jeden nach seiner Art. Und Gott sah, dass es gut war. Und Gott segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und mehret euch und erfüllet das Wasser im Meer, und die Vögel sollen sich mehren auf Erden. Da ward aus Abend und Morgen der fünfte Tag.
Und Gott sprach: Die Erde bringe hervor lebendiges Getier, ein jedes nach seiner Art: Vieh, Gewürm und Tiere des Feldes, ein jedes nach seiner Art. Und es geschah so. Und Gott machte die Tiere des Feldes, ein jedes nach seiner Art, und das Vieh nach seiner Art und alles Gewürm des Erdbodens nach seiner Art. Und Gott sah, dass es gut war. Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alle Tiere des Feldes und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht. Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau. Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alles Getier, das auf Erden kriecht. Und Gott sprach: Sehet da, ich habe euch gegeben alle Pflanzen, die Samen bringen, auf der ganzen Erde, und alle Bäume mit Früchten, die Samen bringen, zu eurer Speise. Aber allen Tieren auf Erden und allen Vögeln unter dem Himmel und allem Gewürm, das auf Erden lebt, habe ich alles grüne Kraut zur Nahrung gegeben. Und es geschah so. Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. Da ward aus Abend und Morgen der sechste Tag.
So wurden vollendet Himmel und Erde mit ihrem ganzen Heer. Und so vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke, die er machte, und ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er gemacht hatte. Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, weil er an ihm ruhte von allen seinen Werken, die er geschaffen und gemacht hatte. So sind Himmel und Erde geworden, als sie geschaffen wurden.
Mit Worten vom Anfang der Bibel grüße ich Sie alle zum musikalischen Gottes-dienst heute Abend hier in Aufkirchen. „Anfänge“ sind das Thema. Mit dem Anfang des Wohltemperierten Klaviers von Bach haben wir begonnen, und mit dem Anfang der Bibel. Fangen wir nun an zu singen, die Verse 1-7 von:
Ich singe dir mit Herz und Mund!

Lied: 324, 1-7 Ich singe dir mit Herz und Mund

Gebet:
Ich singe dir mit Herz und Mund - Gott, so sehr wir singen und nun beten, lass uns jetzt zur Ruhe kommen, hören, vernehmen, wahrnehmen, in Wort und Musik, was Du uns mitteilen, angedeihen lassen willst. Gib, dass wir uns einlassen können auch auf das, was zwischen den Zeilen steht und – gib uns ein Gespür für die Töne und für die Zwischentöne! Lass uns Einklang finden mit uns selbst und mit dir. Amen.

Orgel: Präludium f-moll, Wohltemperiertes Klavier Teil II

Lesung: Gedanken aus der antiken Philosophie
(Quellen: Verschiedene Wikipedia-Artikel, einschlägige philosophiegeschichtliche Lehrbücher und persönliche Reminiszenzen und Aufzeichnungen aus Schule und Studium)
Als Vorsokratiker werden seit der deutschen Romantik die Philosophen der griechischen Antike bezeichnet, die vor Sokrates lebten beziehungsweise von dessen Philosophie noch nicht beeinflusst waren. Mit ihnen begann um die Mitte des 1. Jahrtausends v. Chr. unsere abendländische Philosophie. Also zeitlich in etwa parallel gelegen zur Entstehung des biblisch-priesterschriftlichen Schöp-fungsberichts (vermutlich ca. 550 v. Chr. im babylonischen Exil entstanden), den wir zu Beginn gehört haben.
Eine zentrale Frage, die – ähnlich wie moderne Kosmologen – vor allem die älteren Vorsokratiker beschäftigt hat, war die nach der ἀρχή, dem Urgrund, dem Urprinzip oder Urstoff, aus dem alles entstanden sei. Thales von Milet stellte die These auf, dass alles aus einem Urstoff entstanden sei; da er einen Kreislauf des Werdens zu erkennen glaubte, musste der gesuchte Urstoff ein nicht nur allgemein verbreiteter Stoff, sondern auch ein wandlungsfähiger zugleich sein. Das Wasser erfüllte für Thales diesen Anspruch, allem zugrunde zu liegen und jegliche Gestalt annehmen zu können: Wasser benötigt jedes Lebewesen zur Existenz und Wasser tritt in verschiedenen Formen des Seins auf, als Eis, als Flüssigkeit oder als Dampf. Dieser Gedanke ist analog bis heute als Hypothese beliebt, wenn man etwa annimmt, dass sich alles aus Wasserstoff entwickelt habe. Siehe Hoimar von Ditfurths Buchtitel: Am Anfang war der Wasserstoff.
Thales Schüler Anaximander postulierte stattdessen als Urprinzip das ἄπειρον (Apeiron), wörtlich das „Unbegrenzte“, „Grenzenlose“ oder „Unendliche“. Eine Art unausgeprägte Materie, also schon etwas Stoffliches, aus dem heraus der Gegensatz von Warm und Kalt entstanden sei, aus dem alles weitere hervorgehe. Alle Dinge kehrten wieder in das Apeiron zurück, indem sie vergingen.
Anaximanders Schüler Anaximenes wurde wieder konkreter und nahm als Urstoff die Luft an.
Pythagoras von Samos gründete im 6. Jahrhundert v. Chr. in Süditalien die philosophische Gemeinschaft der Pythagoreer. Die Pythagoreer suchten nicht wie andere Vorsokratiker nach einem Urstoff, sondern befassten sich mit Zahlen und mathematischen Verhältnissen, in denen sie den Schlüssel zu einer umfassenden Welterklärung sahen. Dabei gingen sie davon aus, dass die Grundprinzipien des Universums an Maß, Zahl und Proportion abzulesen seien und so durchschaubar würden. Ein oft genanntes Beispiel ist der Ton einer schwingenden Saite eines Musikinstruments. Die Pythagoreer nahmen an, dass die Gegensätze im Kosmos durch Harmonie zusammengehalten werden. (Pythagoras gilt als der abendländische Begründer der Zahlentheorie und der Entdecker der musikalischen Harmonielehre.)
In der antiken Hafenstadt Elea an der westitalienischen Küste waren Philosophen beheimatet, die die Lehre von der Einheit und Unveränderlichkeit des Seienden vertraten und die wahre Existenz der Vielheit, der Bewegung und des Werdens ableugneten. Parmenides hielt alles Werden, alle Veränderung, alle Entwicklung der Dinge für Schein, die wirkliche Welt selbst, die Wahrheit selbst sei ein unvergängliches und unveränderliches Sein.
Ganz anders Heraklit von Ephesos: Kennzeichnend für seine Philosophie ist die verborgene Einheit von Gegensätzen, die Identität im Gegensatz. Heraklit führt an, dass dasselbe sich übergangslos als ein anderes zeigt, seine Aspekte völlig wechseln, beziehungsweise ganz verschieden, ja entgegengesetzt aussehen, wie man es sich besonders gut an jähen, plötzlichen Umschlägen von Phänomenen in ihr Gegenteil verdeutlichen kann. Das Werden unterliegt ständigem Wechsel, dem die eine und ewige Gesetzmäßigkeit zugrunde liegt, die er logos nennt, sozu-sagen die Urformal, aber nicht mathematisch gedacht, sondern das Prinzip des Wechsels schlechthin: Berühmt ist das überlieferte Zitat: Alles fließt – panta rei! Dieser Logos ist das eigentlich Beständige. Und das „Feuer“ ist das Symbol dieses Prinzips. Es ist etwas Geistähnliches. (Feuer und Geist gehören ja auch im frühen Christentum zusammen: Pfingsten!) Der Logos stellt die universale Struktur alles Seins dar, letztendlich aber auch das eigentliche Rätsel des Denkens selbst, das den Logos letztlich nie angemessen begreifen kann.

In der – nachsokratischen – aristotelischen Philosophie, auch in der christlichen mittelalterlichen Philosophie ist der wahre Ursprung von allem Seienden die erste Ursache, die prima causa, das Absolute, und das ist identisch mit Gott. Ausgangspunkt der Überlegung ist: Alles, was ist, ist nicht aus sich selbst heraus. Das nicht aus sich selbst heraus Seiende, also, alles was ist, bedarf für seine Existenz immer einer Ursache, aus der heraus es überhaupt ist. Da alles, was ist, jeweils wieder eine Ursache hat, durch die es ist, muss es am Ende einer langen Ursachenkette eine, nein, die erste Ursache geben, die absolut und notwendig ist, nicht selber von irgendwoher ableitbar und kontingent.
Dieser Gedankengang geht insbesondere auf Aristoteles zurück, der in Buch XII seiner Metaphysik (Kapitel „Der erste Bewegende und seine Tätigkeit“) von einem „ersten unbewegten Bewegenden“ (altgriechisch πρῶτον κινοῦν ἀκίνητον, prôton kinoun akinêton) spricht.
Heute wird dagegen skeptisch eingewendet, dass auch unendliche Kausalketten denkbar wären, also dass es nicht notwendig ist, anzunehmen, dass es einen selbst unbewegten, nicht durch anderes verursachten ersten Beweger gibt.
Und die Identifikation einer „ersten Ursache“ mit „Gott“ sei fraglich.

Orgel: Präludium h-moll Wohltemperiertes Klavier Teil I

Lesung: Am Anfang des Johannesevangeliums steht im sog. Prolog über den Logos = Christus:
Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.
Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht,
und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat's nicht ergriffen.

Dazu Johann Wolfgang von Goethe, Faust I, „Pudelszene“:
Geschrieben steht: „Im Anfang war das Wort!“
Hier stock ich schon! Wer hilft mir weiter fort?
Ich kann das Wort so hoch unmöglich schätzen,
Ich muss es anders übersetzen,
Wenn ich vom Geiste recht erleuchtet bin.
Geschrieben steht: Im Anfang war der Sinn.
Bedenke wohl die erste Zeile,
Daß deine Feder sich nicht übereile!
Ist es der Sinn, der alles wirkt und schafft?
Es sollte stehn: Im Anfang war die Kraft!
Doch, auch indem ich dieses niederschreibe,
Schon warnt mich was, daß ich dabei nicht bleibe.
Mir hilft der Geist! Auf einmal seh ich Rat
Und schreib getrost: Im Anfang war die Tat!

Orgel: 6 Kleine Präludien BWV 933 bis 939

Lesung:
Sechs kleine Präludien, sechs verschiedene Arten anzufangen!
Wir wechseln von den biblischen und naturphilosophischen, metaphysischen Gedankenwelten, von der rationalen Durchdringung der Vorstellung vom Anfang in die persönlich-biografische Erlebnis- und poetische Darstellungswelt:
Hermann Hesses Gedicht „Stufen“

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.

Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf’ um Stufe heben, weiten.

Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegensenden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden …
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

Orgel: Präludium e-moll, Frühform und endgültige Fassung,
Wohltemperiertes Klavier Teil I

Moderner Schöpfungsglaube
im Anschluss an den Kleinen Katechismus von Martin Luther, dort steht:
„Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. Was ist das? Ich glaube, dass mich Gott geschaffen hat samt allen Kreaturen, mir Leib und Seele, Augen, Ohren und alle Glieder, Vernunft und alle Sinne gegeben hat und noch erhält; dazu Kleider und Schuh, Essen und Trinken, Haus und Hof, Weib und Kind, Acker, Vieh und alle Güter; mit allem, was not tut für Leib und Leben, mich reichlich und täglich versorgt, in allen Gefahren beschirmt und vor allem Übel behütet und bewahrt; und das alles aus lauter väterlicher, göttlicher Güte und Barmherzigkeit, ohn all mein Verdienst und Würdigkeit: für all das ich ihm zu danken und zu loben und dafür zu dienen und gehorsam zu sein schuldig bin. Das ist gewisslich wahr.“
Liebe Gemeinde, das ist der für eine moderne Neuinterpretation des christlichen Schöpfungsglaubens grundlegende und Weg weisende Text von Martin Luther.
Da geht es nicht mehr um mehr oder weniger abstrakte Theorien der Entstehung der Welt. Das Thema der Weltentstehung ist dementsprechend heutzutage - unter den Bedingungen der heute herrschenden naturwissenschaftlichen Erkenntnis-form - in der Theologie, außer bei Fundamentalisten wie Kreationisten, abgegeben worden an die modernen Naturwissenschaften.
Wie die Welt kosmologisch-naturwissenschaftlich entstanden ist, ist für viele heutige moderne Theologen nicht mehr Gegenstand des Nachdenkens. Nein! „Schöpfung“ ist zum Thema des eigenen, persönlichen Lebensverständnisses geworden, Sinndeutung des Lebens steht im Vordergrund. Schließlich kann es einem Menschen heute für seine eigene Lebensdeutung und Lebensführung eigentlich egal sein, wie die Welt im naturwissenschaftlichen Sinne so oder so oder auch noch ganz anders entstanden sei. Ob durch Urknall oder nicht oder wie auch immer anders. Es ist zwar eine spannende Forschungsfrage der Menschheit, wie das Universum entstanden ist, aber: für mein persönliches Leben spielt das doch keine wirklich entscheidende Rolle, oder?
Entscheidend ist doch für uns heute - und da markiert Luther einen ersten Anfang dieser neuen Denkweise - : Wie begreife ich mein Leben und das meiner Umwelt? Wie deute ich es? Und da ist entscheidend die persönliche Sinngebung, die Sinndeutung, mit der ich mein Leben bewältigen kann - und nicht die naturwissenschaftlich-kausale Herkunftserklärung, wie die ganze Welt entstanden sei. Denn diese „objektiven“ Erklärungen helfen mir für meine persönliche Sinnfindung heute in meinem Leben und für meine Selbst- und Weltdeutung und das Verstehen der Sinnzusammenhänge jetzt - und auch der Unsinnszusammen-hänge – herzlich wenig, eigentlich nichts! Das ist eine andere Ebene: Der Urknall von damals hilft nicht im Leben heute!

Ich glaube, dass mich Gott geschaffen hat – dieses Bewusstsein, sein Leben nicht selbst geschaffen zu haben, es von Anfang an als etwas elementar Verdanktes und Einzigartiges zu empfinden, zu erleben und anzusehen, darum geht es!
Und mit einem solchen Sinn-Verstehen verbunden ist die Sichtweise, dass man nicht nur sich selbst, sondern auch alle anderen und alles andere, die Welt, die große und die kleine um sich selbst und um uns herum so versteht: als etwas, was verdanktes Leben ist. Dass Du dich und alles um dich herum als jemanden ansiehst, der elementar Empfangender ist. Unabhängig davon, dass man natürlich nicht alles fraglos hinnehmen muss, was man da oft empfängt oder so mitbekommt.
Aber seine Existenz sein Leben lang und immer wieder als etwas Verdanktes zu verstehen, das ist heute Schöpfungsglauben. Bis dahin, dass Du Dich an den sog. kleinen Dingen des Alltags erfreust, als Empfangender, weil du für sie sensibel bist.

Ich glaube, dass mich Gott geschaffen hat samt allen Kreaturen, mir Leib und Seele, Augen, Ohren und alle Glieder, Vernunft und alle Sinne gegeben hat und noch erhält; dazu Kleider und Schuh, Essen und Trinken, usw.
Das alles, was man ja auch ganz materialistisch und kausal und auch nicht-religiös einordnen und verstehen könnte – nein! Das alles, was du erlebst in deinem Leben, als Gottesgeschenk zu empfinden, zu erleben und anzusehen, das ist der entscheidende Punkt eines modernen Schöpfungsglaubens – im Sinne Luthers.
Gott selbst ist letztlich der, dem wir unsere je individuelle Existenz in ihrer Einzigartigkeit mit ihrem „unendlichen Wert der einzelnen Menschenseele“ (Adolf von Harnack) verdanken. Dass Du einfach dankbar bist für dein Leben, dein Umfeld, deine Situation, die Menschen um dich herum, auch wenn es vielleicht manchmal nicht leicht fällt; es gibt ja auch, zumindest unter uns Christen, immer wieder einen Neuanfang. Denn Du glaubst ja nicht nur, dass Du allein Gott dein Leben verdankst, sondern die anderen auch: wir sind also immer in einer Gemeinschaft, in der Gemeinschaft derer, die in einem einzeln und gemeinsam Gott selbst zu verdankenden Lebenszusammenhang leben, der uns alle trägt.
Ja, ich glaube, dass mich Gott geschaffen hat samt allen Kreaturen, mir Leib und Seele, Augen, Ohren und alle Glieder, Vernunft und alle Sinne gegeben hat und noch erhält; dazu alles Materielle, was not tut fürs Leben, mich versorgt, beschirmt, behütet und bewahrt – das sind die entscheidenden Begriffe, nein, Erfahrungen eines Schöpfungsglaubens heute! - ; und das alles aus lauter väterlicher, göttlicher Güte und Barmherzigkeit, ohn all mein Verdienst und Würdigkeit: für all das ich ihm zu danken und zu loben und dafür zu dienen und gehorsam zu sein schuldig bin. Das ist gewisslich wahr.
Das ist geistlicher, nicht materialistisch-naturwissenschaftlicher Schöpfungsglaube auch heute noch, dass wir unser Leben und uns selbst einem Höheren verdankt wissen, dass wir aus dieser Gewissheit heraus als freie Christen leben, geborgen in Gott alleine, Gott, unserem Urgrund.
Amen.
Und der Herr sei mit eurem Geiste! Amen.

Lied 324, 13-18 Wohlauf, mein Herze, sing und spring! 

Lesung aus: Offenbarung des Johannes
Am Ende unserer Bibel geht es um einen Neuanfang, nicht irgendeinen, sondern den einzig wahren, den letzten, von Gott selbst in Szene gesetzt am Ende der Zeiten - der Seher Johannes nimmt für unsere Maßstäbe Außerordentliches wahr:

Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr. Und ich hörte eine große Stimme, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Siehe, ich mache alles neu!“ –
Das wollen wir hoffen!

Vaterunser und Segen

Orgel: Präludium D-Dur, Wohltemperiertes Klavier Teil I
 

 

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