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Lebenslauf-Predigt zu Bestattung von Edgar Vogel

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Beerdigung von Edgar Vogel, 68 J., am 26.3.2013, 13 Uhr, Söcking

Einleitende Worte:

Einklang finden mit dem Ende des Lebens. Einklang finden mit diesem Ende dieses Lebens, das ist schwer. Dazu sind wir hier in der Kirche und dann auf dem Friedhof in Söcking zusammen gekommen, um Abschied zu nehmen von Edgar Vogel, der in der Nacht vom vergangenen Mitt-woch auf Donnerstag, plötzlich und für uns alle so unerwartet früh, im Krankenhaus in Dachau im Kreise seiner Frau und seiner Kinder, mit Liebe umfangen, gestorben ist.
Ja. Wir haben unsere Lebenszeit, die Dauer und das Ende unseres Lebens nicht in der Hand.
Liebe Christa, liebe Kinder von Edgar Vogel, liebe Familienangehörige, Freunde, Mitbrüder und –schwestern, liebe Trauergemeinde,
glauben wir, dass Edgar Vogel von Gott an die Hand genommen wurde, in seine Hand hinein geborgen ist. Edgar Vogel – er ist im Frieden. Amen.

Singen wir gemeinsam ein Lied, das Edgar Vogel sehr gemocht hat und wohl für sich im stillen Kämmerlein, aber auch mal, wie manch anderes Lied, für die Nachbarschaft hörbar auf dem Balkon gesungen hat. Wohl auch mal mit im Chor, wo er so gerne dabei war und mitgesungen hat. Singen war eine seiner großen Leidenschaften. 
So nimm denn meine Hände! 


Ansprache:

Liebe Christa, liebe Familie, liebe Freunde, liebe Trauergemeinde,
es ist wahrhaft Karwoche für uns. Kar- : Von althochdeutsch kara „Klage, Kummer, Trauer“. Dazu haben wir alle allen Grund.
Zur Klage: dass unser lieber Edgar Vogel so überraschend und so früh aus dem Leben genommen wurde.
Zum Kummer: wie es weitergehen soll, ohne ihn - in seiner Familie. Wie wird sich Euer Zuhause, in dem er sich so wohl gefühlt hat, entwickeln?
Zur Trauer haben wir allen Grund über den Verlust eines so unglaublich sympathischen, offenen, herzlichen, offenherzigen Menschen, der nie etwas Großes aus sich selber gemacht hat oder sein wollte, obwohl er es hätte werden können. Wollte er aber nicht, das war nicht seins. Er wollte ganz bewusst nah an den Menschen dran sein und bleiben, für die er da war, für jeden so, wie er es brauchte. Trauer über den Verlust von Edgar Vogel, den jeder von uns, und wir sind sehr viele, in ganz eigener, persönlicher bester Erinnerung hat. Nun leider nur noch in Erinnerung, weil wir ihm nicht mehr persönlich direkt begegnen können wie bisher.
Und damit sind wir wieder bei der Klage, wir beklagen: Edgar Vogel ist tot! Weil er nicht mehr da ist, sind wir heute da – hier.
Er ist nicht mehr da, aber er bleibt uns präsent! Sicherlich noch lange!

Edgar Vogel, geboren am 26. September 1944 in Seidenhof / Kulmbach, drei ältere Geschwister. Nachkriegskind, keine leichte Kindheit. Edgar macht nach der Schule eine Ausbildung zum Bierbrauer, wie praktisch jeder Zweite in Kulmbach. Figur / Statur hatte er dazu. Er musste nicht zum Bund, machte ein Soziales Jahr in einem „Alten- und Siechenheim“ – wie das damals hieß – das war in Burtenbach im Landkreis Günzburg. Dadurch wurde er für Rummelsberg gewonnen. Es folgte die Ausbildung zum Krankenpfleger, er kam dann für ein Jahr ins Wichernhaus nach Altdorf im Nürnberger Land.
Und das hatte nachhaltige Folgen. Denn dort begegnete er einer ge-wissen Erzieherin namens Maurer, Christa, ziemlich tuff drauf, sprü-hendes Temperament, also „etwas anders“ als er, aber doch so, dass er bald mit ihr gerne alt werden und sie heiraten wollte. Eine phantastische Ergänzung, ihr beiden, verbunden für´s Leben, füreinander geschaffen wie kaum ein anderes Paar: Euer erkennbar liebenswürdiger Umgang miteinander, Euer Zusammenspiel, Euer „Miteinander Fühlen, Reden, Lachen und Weinen, Feiern und Trauern, Hoffen und Glauben“ – dafür werdet Ihr, liebe Christa und Dein Mann, von vielen anderen Eheleuten bewundert. Auch weiterhin!

Edgar Vogel ist in gewisser Weise noch eine zweite Ehe eingegangen, wenn man das so nennen darf, und zwar mit den Rummelsberger Anstalten, deren zunehmende Bürokratisierung und Ökonomisierung in der Pflege seit Einführung der Pflegeversicherung eine ihm persönlich fremde Entwicklung war. Das war nicht mehr seins. Der diakonischen Idee und der Brüderschaft jedoch blieb er bis zuletzt treu verbunden. Das war, wenn ich es recht sehe, auch seine geistliche Herkunftsfamilie, ergänzend kamen die jeweiligen Kirchengemeinden hinzu, ob in Garmisch, dann in Starnberg oder in Berg.

Edgar Vogel: menschlich offene, soziale Grundhaltung mit christlich-geistlichem Fundament; einfach sich einfühlen und unaufdringlich für die Menschen dasein, die Hilfe brauchen und wollen. Auch ganz unkonventionell: etwa wenn er auf einmal irgendwelche Leute am Heiligen Abend mit nach Hause brachte – Euer Zuhause, sein Zuhause war ein offenes Haus. Weil Ihr offene Menschen seid; weil er, Edgar Vogel, ein neugieriger, mitnehmender und aufnehmender Mensch war. Ein Menschenkennenlerner und Menschenkenner, ein die Seelen Mögender und ein ganz starker, leise auftretender und deswegen wirklich großartiger Kümmerer. Auch mit seinen Gottesdiensten, die er treu gehalten hat bis zuletzt in den beiden Rummelsberger Häusern hier, mit großem Zuspruch.

Liebe Christa, 1971 habt ihr geheiratet, dann kam die Garmischer Zeit von 1971-87, in der Edgar in der Kinderklinik als Krankenpflegediakon gewirkt hat. Bald wurden Euch Kinder geboren, also von fränkischen Eltern drei oberbayerische Kinder? Nicht so bayerisch! 1973 Tobias, 1975 Steffi, 1977 Jörg.
Die Eltern, insbes. Edgar ist in diesem Familienleben aufgeblüht. Ein jederzeit fürsorglicher Vater, der nicht die dominante Vater-, Macho- und Führungsrolle eingenommen hat – hat er nie im Leben – sondern ganz undogmatisch Euer Leben sich entwickeln ließ. Der erzogen hat, ohne zu belehren; er hat Euch die Dinge, die Welt gezeigt, wie sie ist und wie schön sie ist. Er war immer für Euch da, auch auf Sondertouren, die er mal kurz mit Euch unternommen hat, oder die ihr selbst gefahren seid. Seinen Glauben hat er Euch vermittelt durch sein Leben, hat ihn euch vorgelebt.
Und wenn man die verschiedenen Fotos im Wohnzimmer anschaut, dann hat er sich für seine Enkel in den letzten Jahren genauso begeistert, ja, war er zuletzt außer Ehemann vor allem Opa.

Liebe Christa, 1987/88, da war Edgar 43 Jahre alt, seid ihr nach Starnberg gezogen, wo er als Altenpfleger gewirkt hat im Rummels-berger Stift, gleich nebenan, seit seiner Pensionierung dann im Ambulanten Pflegedienst des Ökumenischen Kranken- und Alten-pflegevereins Aufkirchen/Berg, für den wir ihn glücklicherweise gewinnen konnten. Da hat er in schwierigen Umbruchzeiten mit seiner Erfahrung und seiner ausgleichenden Art auch sehr gedeihlich gewirkt, das hat dem Pflegedienst in Berg gut getan! Edgar Vogel, mit seiner Ehrlichkeit, seiner menschlichen Ausstrahlung, seiner unprätensiösen Art, seiner Unaufgeregtheit! Wenn dieser Menschenfreund überhaupt jemanden gering geschätzt hat, dann die typischen nur am materiellen Erfolg orientierten Machertypen und Macho-Manager.

Liebe Christa, liebe Familie, liebe Freunde, liebe Trauergemeinde,
es ist Karwoche. Wir trauern um Edgar Vogel.
Nun ist es so, dass Edgar für sich nicht unvorbereitet gestorben ist. Er hatte schon vieles geregelt, bedacht und besprochen, vor allem mit Dir, liebe Christa, auch mit Euch Kindern wohl. Er hat gesagt: „ich kann jeden Tag sterben, ich habe ein so schönes Leben gehabt, ich bin zufrieden. Mein Leben ist abgerundet, und ich bin stolz auf meine Kinder!“ Selig, wer das so sagen kann. Und tröstlich für uns darum zu wissen.
Warum konnte er das so sagen?
Weil er kein Karfreitagschrist war, sonder ein Oster-Christ. Ohne sich damit bekennerhaft zu profilieren, nein: für sich ganz bescheiden und demütig, für andere immer freigebig und immer mit Hoffnung und Zuversicht. Auch in schwierigen Lebensphasen war er zuversichtlich, wie er zu Dir gesagt hat: „Wenn wir zwei es nicht schaffen, wer soll´s schaffen?!“
Aus seiner österlichen Glaubenshaltung heraus war Edgar Vogel der gute, ruhende Pol und die jederzeitige Rückendeckung für Frau und Familie und darüber hinaus für viele. Auch mit seinem köstlichen Humor hat er die Lebensfreude ausgestrahlt und weitergegeben, die ihm von Gott geschenkt war, selbst dann, wenn er Bedrückendes erlebt hat.
So dass, liebe Trauernde, es ihm schon sehr arg gewesen wäre, wenn wir uns unsere Lebensfreude durch den heutigen Tag und den Verlust von Edgar Vogel verderben lassen würden. Das wäre nicht in seinem Sinne, bei allem Abschiedsschmerz.
Liebe Trauernde, es ist Karwoche. Aber: Das Ziel der Karwoche ist nicht der Karfreitag, sondern Ostern. Daraufhin hat Edgar Vogel gelebt und möchten in seinem Sinne auch wir leben. Wie es der Apostel Paulus sagt: Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich; es wird gesät in Niedrigkeit und wird auferstehen in Herrlichkeit; es wird gesät in Armseligkeit und wird auferstehen in Kraft; es wird gesät ein natürlicher Leib und wird auferstehen ein geistlicher Leib. Amen.
 

Segen am Grab:

Und nun empfangt den Segen des Herrn, mit Worten des Apostels Paulus, die Edgar Vogel an seinem letzten Lebenstag noch in seinem Rummelsberger Brevier gelesen hat:
Der Gott der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, damit ihr an Hoffnung immer reicher werdet durch die Kraft des + Heiligen Geistes.
Amen.

 

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