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Begleitgedanken zum Lied „Geh aus, mein Herz und suche Freud“

Das Lied „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“, ist das Lieblingslied vieler Menschen. Schon in der lieben Winterzeit freuen sie sich darauf, es in der lieben Sommerzeit wieder singen zu können. Es ist ein sommerliches Bilderbuch Gottes. Wie ein Gemälde aus Wort und Ton wirken diese Verse, Narzissen und Tulpen blühen, die Lerche schwingt sich in die Luft, der schnelle Hirsch springt ins Tal, die Bächlein rauschen in dem Sand, der Weizen wächset mit Gewalt. Alles, was kreucht und fleucht, alles was sprießt und sprosst, was grünt und blüht, stimmt ein in das Loblied auf Gott den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erden.

Über 360 Jahre alt ist dieses Lied. Damals wusste man noch nichts von der Umweltkrise, in der wir Heutigen stecken, nichts von sterbenden Regenwäldern und verseuchten Landschaften, von bedrohten Pflanzen und Tieren, von einer um ihr Überleben ringenden Umwelt. Trotzdem: Es ist auch heute nicht zu leugnen, dass unsere Welt aus Gottes schöpferi-schen Händen hervorgegangen ist, uns anvertraut, sie zu bebauen und zu bewahren, zu hegen und zu pflegen. Wir sind zu Gast auf einem wunderschönen Stern.

Geh aus, mein Herz, und suche Freud. Was dieses Lied von den anderen früheren und zeitgenössischen Schöpfungslob-Liedern wohl unterscheidet: Dieses Lied hat einen nicht sehr freudenreichen Entstehungshintergrund. Das kann man sich eigentlich denken, wenn man einmal mit Bewusstsein singt „Geh aus mein Herz und suche Freud“. Schon, dass da ein Herz erst ausgehen muss, um die Freude zu suchen, lässt zumindest vermuten, dass sie nicht bei uns zuhause wohnt und dass es möglicherweise gar nicht sicher ist, dass wir diese Freude auch finden. Da ist von der armen Erde die Rede und von der Hoffnung auf das reiche Himmelszelt und das güldne Schloss, das nach dieser Welt auf uns wartet. Da wird in den weiteren Versen gesungen von der Sehnsucht, doch schon dort und bei Gott zu sein, weil das Leben auf dieser Welt offenbar viel weniger hält, als uns für die jenseitige Welt versprochen ist. Da weiß der Sänger, dass er heute noch dieses Leibes Joch zu tragen hat. Da finden sich mitten in dem Loblied auf die Schönheit von Gottes guter Schöpfung Andeutungen auf mancherlei Traurigkeiten und Härten des Lebens.
Die Lieder von Paul Gerhardt werden noch heute gesungen, weil sie sich bewährt haben in guten wie in bösen Tagen. Sie sind aktuell wie eh und je, denn sie sind voller Leben, wie es zu allen Zeiten gelebt wird. Sie singen von Sommer und Winter, Morgen und Abend, Krieg und Frieden, Gesundheit und Krankheit, Freud und Leid, Hoffnung und Angst, Leben und Sterben. Und sie singen daher auch bis heute von uns. Paul Gerhardt betrachtet nicht nur die schöne und fröhliche Vorderseite des Lebens: Schau an der schönen Gärten Zier und siehe, wie sie mir und dir sich ausgeschmücket haben, sondern er kennt, wie er dezent, aber unüberhörbar anklingen lässt, auch die Rückseite des Lebens. Seine Lieder entstanden fast alle während oder kurz nach dem 30jährigen Krieg. Und man muss sich schon wundern über die Freude, die dieses Lied verströmt. Denn der Dichter hat mehr von der Schattenseite des Lebens gesehen, als von dessen Sonnenseite. Vier seiner fünf Kinder hat er beerdigt, schließlich auch noch seine Frau – durch Krankheit und Seuche bedingt. Da muss ein Herz schon weit ausgehen und lange suchen, bis es Freude findet an seines Gottes Gaben.
Woher nehmen solche Menschen, woher nehmen manche von uns die Kraft, ein solches Leben zu leben und durchzustehen?

Paul Gerhardt hat kurz vor seinem Tod seinem einzigen Sohn, der ihm geblieben war, einen – wie er es genannt hat – „Immerwährenden Denkzettel“ geschrieben, ein Vermächtnis, Testament:
„Nachdem ich nun das Alter erreicht habe und dabei die fröhliche Hoffnung habe, dass mein lieber frommer Gott mich in kurzem aus dieser Welt erlösen und in ein besseres Leben führen werde, als ich bisher auf Erden gehabt habe, so danke ich ihm zuvörderst für seine Güte und Treue, die er mir von Mutter Leibe an bis auf die jetzige Stunde an Leib und Seele und allem, was er mir gegeben, erwiesen hat. Daneben bitte ich vom Grunde meines Herzens, er wolle mir, wenn mein Stündlein kommt, eine fröhliche Abfahrt verleihen, meine Seele in seine väterlichen Hände nehmen und dem Leibe eine sanfte Ruh’ in der Erde bis zu dem lieben jüngsten Tag bescheren, da ich mit allen Meinigen ... wieder erwachen und meinen lieben Herrn Jesum Christum, an welchen ich bisher geglaubet und ihn doch nie gesehen habe, von Angesicht zu Angesicht schauen werde. Du aber bete fleißig, studiere was Ehrliches, lebe friedlich, diene redlich und bleibe in deinem Glauben und Bekenntnis beständig. So wirst du einmal auch sterben und von dieser Welt scheiden willig, fröhlich und seliglich“.
Das sind ergreifende Worte eines Vaters für seinen Sohn. Sie speisen sich aus der Gewissheit, dass der Tod nicht das letzte Wort hat.

Geh aus mein Herz und suche Freud, dieses Lied endet – wie alle Lieder Paul Gerhardts – mit einem fröhlichen Ausblick. Aus der Perspektive der Hoffnung ist es geschrieben worden, auf diese Perspektive des Glaubens zielt es ab: auf den „Sommer seiner Gnad“, der der einzig wahre Sommer ist, weil Gott ihn uns schenkt. Nicht erst dann, sondern wenigstens einen Vorgeschmack davon schon heute, jetzt, der uns zum Leben und Weiterleben ermuntert!

„Hilf mir und segne meinen Geist mit Segen, der vom Himmel fleußt, dass ich dir stetig blühe;
gib, dass der Sommer deiner Gnad in meiner Seele früh und spat viel Glaubensfrüchte ziehe, viel Glaubensfrüchte ziehe.
Mach in mir deinem Geiste Raum, dass ich dir werd ein guter Baum, und lass mich Wurzel treiben.
Verleihe, dass zu deinem Ruhm ich deines Gartens schöne Blum und Pflanze möge bleiben, und Pflanze möge bleiben.
Erwähle mich zum Paradeis und lass mich bis zur letzten Reis an Leib und Seele grünen,
so will ich dir und deiner Ehr allein und sonsten keinem mehr hier und dort ewig dienen, hier und dort ewig dienen.“

Amen.

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