Bilder begleiten

Ein Abend mit Bildern für die Seele – wunderschön. Unter dem Motto „Bilder begleiten“ führte der Theologe Johannes Habdank am 2. Abend unseres Gemeindegründungsfestes mit Musik und Erläuterungen in die Bilder seines Vaters Walter Habdank ein.
Als Expressionist habe der Maler das, was ihm an seinen – hauptsächlich biblischen – Gestalten wichtig war, besonders betont. Und so konnte der Betrachter vertraute biblische Gestalten entdecken, die mit ihren Augen und Händen ihre Botschaft erzählten. Besonders eindrucksvoll der Prophet, der mit seinen großen Händen in der Erde verwurzelt ist und doch zugleich mit seinen Augen schon in den Himmel sieht. Oder der kleinwüchsige Zöllner Zacharias, der sich mit kräftigen Händen bis an die oberste Baumspitze hochgearbeitet hat, bevor ihn Jesus wieder herunterholt, weil er bei ihm einkehren will. Und dann das Bild mit dem Tod Abrahams, wo der Maler darstellt, wie die Verheißung Gottes an Abraham ihn in das Jenseits geleitet, die Verheißung, dass seine Nachkommenschaft so zahlreich wie die Sterne am Himmel sein werden.

Sein Vater, so der Referent, wollte Bilder schaffen, die den Menschen in positiver und auch therapeutischer Weise begleiten, auch beim Sterben, wenn nichts anderes mehr aufgenommen werden kann. Das kann man sich gut vorstellen, denn diese Bilder gehen dem Betrachter nach. Für „meine Bildbetrachter“ habe Walter Habdank seine Bilder geschaffen und weniger für die offizielle Kunstszene. Man wäre gern noch Stunden lang auf weitere Entdeckungsreise bei den zahlreich ausgelegten Bildern gegangen und hätte gern in der von Walter Habdank illustrierten Bibel geblättert. Aber das lässt sich ja noch nachholen.

                                                                                                                       Astrid von Menges

Bilder