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Theologie für die Gemeinde

unter der Leitung von
Herrn Prof. Harz 
findet am 05.03.2012 
um 20.00 Uhr im 
Katharina von Bora-Haus statt.
Thema: "Dietrich Bonhoffer"


Berg
am Starnberger See
 

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Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Berg am Starnberger See

Labyrinth

Labyrinth

Meine erste Begegnung mit dem Labyrinth machte ich vor einigen Jahren in Altenburg - Steinplatten eingelegt in eine Wiesenfläche des alten Schlossparks, eine vereinfachte Nachbildung des Labyrinths von Chartres. Ich lernte dort, dass ein Labyrinth ursprünglich gar kein Irrgarten ist – es führt ein klarer Weg mit mehreren Kehren in die Mitte.
Schritt für Schritt bin ich geführt, das schafft das Vertrauen des sicheren Ankommens, die Mitte wartet. Seit Jahrtausenden ein Symbol des Lebensweges - ein Symbol, das auch mich in seiner Einfachheit tief beindruckt hat. "Vertrauen", "Loslassen" - geht das einfach so?

  

Auf meinen 1000 km Jakobsweg in Spanien und Frankreich im Frühjahr und Herbst 2004 habe ich dann die gleiche, tiefe Erfahrung gemacht – geführt auf einem klaren Weg zu sein. Je länger ich unterwegs war, umso größer wurde das Erkennen, die Dankbarkeit und Freude über dieses Geschenk.
Zurückgekehrt wollte ich gerne ein Stück dieses wunderbar klaren Weges allen zugänglich machen. Ein kleines Stück "unterwegs" sein im Alltag, ein kleines Stück Besinnlichkeit, Spiritualität, Vertrauen ins Angebundensein an die Mitte: ein Labyrinth.
Gemäht von mir in die Rasenfläche vor der Kirche in Aufkirchen (oberes Bild) und dem Evangelischen Gemeindehaus in Berg (unteres Bild) lädt das Labyrinth nun ein, sich Schritt für Schritt einzulassen in diese Erfahrung: ich bin gehalten. Egal wie ich auch gehe, wie weit weg ich mich auch fühle - ich komme in die Mitte!

 

  

 

Aus dem Buch "Labyrinth – Wege der Erkenntnis und der Liebe" von Gernot Candolini:
"Das Labyrinth ist eine Einladung zur Verlangsamung der Zeit, ein Ort des Zur-Ruhe-Kommens, der Konzentration und der Einkehr.

Seit mindestens 5000 Jahren hinterlässt das Labyrinth seine Spuren in der Kulturgeschichte – bis heute. In vielen alten Kathedralen z.B. in Chartres ist es noch vorhanden. Das Besondere an der Konstruktionsmethode aller ursprünglichen Labyrinthe ist, dass es nur einen Weg zur Mitte gibt. Es gibt keine Abzweigungen, keine Sackgassen, keine Möglichkeiten, sich zu verirren.

Das Labyrinth ist das Bild einer großen Einladung, seinen Weg zu gehen, voranzuschreiten und in den Wendungen Neuanfang und Neuorientierung zu üben und zu vollziehen. Wenn wir auf den äußeren Kreisbahnen gehen und sich der Weg von der Mitte weg wendet, durchwandern wir die Wege des Zweifelns. Aber das Labyrinth birgt die Sicherheit, daß ich auch in der Ferne gehalten bin. Alles gehört zusammen. Ich bin auf dem Weg. Es wartet in der Mitte.
Wer ein Labyrinth begeht, erkennt meistens relativ spät, meistens erst auf den letzten Metern, wie nahe er der Mitte ist. Wenn ich es zulasse, kann ich mich hier vom Geheimnis des Glaubens und des Lebens berühren lassen.

Das Labyrinth kann durch zwei einfache Überquerungsschritte über den Eingang verlassen werden.
Oder: Es beginnt eine innere Umkehr, wir wenden uns bei dieser Neuausrichtung im langsamen Zurückschreiten denjenigen Menschen zu, die unser Zuhause bilden. Dieser Rückweg hat einen völlig anderen Charakter – es ist der Weg zum Du. LIEBE braucht beides: sich finden und sich dem anderen zuwenden.
Nicht jede Labyrinthbegehung ist mit einer Offenbarung verbunden, aber viele begegnen der Stimme des Herzen. Und vielleicht begegnen wir auch Gott selbst – das Labyrinth schenkt uns eine Möglichkeit dazu."

Erika Laurent
 


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