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Die Gemeinde als Glaubensort
In einer e-mail vom 22. Juli 2009 hieß es: „Liebe Gemeinde, unsere Kirchengemeinde hat einen neuen Pfarrer! Pfarrer Johannes Habdank“ Das ist erst einmal eine überraschende Aussage, denn Pfarrer Habdank ist für uns ja nicht mehr neu, nachdem er schon Monate für die Gemeinde stellvertretend tätig war, aber dieses: „wir haben einen neuen Pfarrer“ hat doch eine eigene Betonung, sagt etwas Besonderes aus. Erwarten wir also etwas Neues, vielleicht sogar einen Neuanfang?
Und wie soll dieser Neuanfang aussehen? Unser Thema auf dieser Seite heißt: Glaubensorte. Gibt es so etwas wie: die Gemeinde als Glaubensort? Könnte das neu sein? Im vorletzten Gemeindebrief erwähnten wir, daß wir Ihnen in den letzten vier Jahren in jedem Gemeindebrief einen Glaubensort vorgestellt haben. Glaubensorte, die man sehen, besuchen, sozusagen anfassen kann, berühren, in ihnen und bei ihnen verweilen kann. Es sind Räume damit verbunden, Gegenstände, es sind liebgewordene Orte, die uns vertraut sind, wo wir immer wieder hingehen, vielleicht sogar ein Zuhause neben unserem eigentlichen Zuhause.

Deshalb legen wir auch Wert darauf, daß diese Orte gepflegt werden, sozusagen behütet, wir mögen es nicht, wenn dort irgendetwas nicht seine wahre Ordnung hat, nicht schön ist im eigentlichen Sinne.
Es sind alles Orte, wo viele Menschen hingehen und aufgrund der Bedeutung des Ortes zu einer Gemeinschaft werden. In diesem Sinne sind diese Orte auch geschaffen worden, von den Künstlern, Baumeistern, Malern, Holzbildhauern, Handwerkern jeglicher Art. Sie alle haben am gleichen Ziel gearbeitet, sich
darauf gefreut, diesen Glaubensort zu formen und zu gestalten. Und sie haben es so gut gemacht, daß diese Orte auch heute noch für uns da sind.
Kann eine Gemeinde auch so ein Ort sein? Nicht anfaßbar aber fühlbar? Ich glaube schon. Und jetzt haben wir einen neuen Pfarrer, der diesen erfühlbaren Raum einer Gemeinde neu gestalten kann, ihn uns anheim stellt, damit wir ihn mit Freude betreten können. Auch für die, die noch kein Zuhause in der Gemeinde haben und eigentlich noch nicht wissen wie man ihr begegnen kann, kann ein Pfarrer einen ver-trauten Raum erschaffen, in dem sie sich zugehörig fühlen. Er ist eine Art Baumeister an diesem inneren Raum. Auch wir als Gemeinde können dazu etwas beitragen, soweit es in unserer Kraft steht. Das, was uns mit den gegenständlichen Orten des Glaubens verbindet, verbindet uns auch mit den geistigen. Und deshalb hat der einfache Satz: „wir haben einen neuen Pfarrer“ eine beachtliche Tragweite, die Erwartung und Hoffnung in sich birgt.
Liselotte Klein
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