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10. 02. 2012
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während des Hauptgottesdienstes

12. 02. 2012


Theologie für die Gemeinde

unter der Leitung von
Herrn Prof. Harz 
findet am 05.03.2012 
um 20.00 Uhr im 
Katharina von Bora-Haus statt.
Thema: "Dietrich Bonhoffer"


Berg
am Starnberger See
 

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Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Berg am Starnberger See

Aktuelles

Predigttext Pfarrer Johannes Habdank

Aktuelles >>
Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden, 
liebe Eltern, Paten und Angehörige, liebe Festgemeinde!
 
Wenn man das apostolische Glaubensbekenntnis, das wir nachher gemeinsam sprechen werden, hört oder mitspricht – und Ihr, liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden habt es ja nun auch gelernt – , dann weiß man: das ist der Glau-be der christlichen Kirche, seit den Zeiten der Kirche in den ersten Jahrhunderten. Und so klingen diese Worte für moderne Ohren auch. Und deswegen kann man kann sich heute auch fragen: Bin ich eigentlich noch ein Christ? Glaube ich das alles, was in diesem Bekenntnis der Kirche formuliert ist? Ist das auch mein Glaube? Wer so fragt, befindet sich in guter Gesellschaft. Diese Frage ist von Christen immer wieder gestellt worden. Und das mit gutem Grund. Denn die Spannung zwischen dem traditionellen Glaubensbekenntnis der Kirche und dem eigenen Glauben heute ist gleichsam das Markenzeichen des Protestan-tismus. Und es ist eine produktive Spannung. Denn ohne den überlieferten Glauben gäbe es keinen gegenwärtigen Glauben. Und ohne den eigenen Glauben wäre die Überlieferung nicht mehr lebendig. Aber ist der überlieferte Glaube in Form dieses Glaubensbekenntnisses wirklich auch der persönliche Glaube von dir und mir? Soll er es sein, kann er es noch sein? Warum? Wozu? Und in welchem Sinn, der heute verständlich ist und mir etwas sagt und bringt?
 
Ein Vater hat einmal sinngemäß folgende kleine Begebenheit erzählt: Seine zehnjährige Tochter sagt zu ihm: „Es ist komisch, Papa. Die ganzen schönen Geschichten von Gott, die wir daheim hören, in der Schule und in der Kirche, ich weiß ja, dass das alles stimmt. Aber ich kann das nicht glauben.“ Und die jüngere Schwester sagt dazu: „Ich auch nicht. Das kann man ja alles gar nicht sehen.“ Mit solchen Fragen beginnt der Weg zum eigenen, zum persönlichen Glauben, zum Verstehen des Glaubens. Wer nicht selbst fragt und sucht, findet auch keine eigene Antwort.
 
Der überlieferte Glaube, das ist der Kirchenglaube. Der eigene, der persönliche Glaube muss immer wieder neu erarbeitet, erfahren, gedeutet und gebildet werden: in jeder Zeit, in jeder Generation, in jeder Lebensphase und –situation. Er ist Glaube in persönlicher Verantwortung und Weiterentwicklung.
Manchen ist diese Differenz zwischen Kirchenglaube und eigenem Glauben im Leben egal, nach dem Motto: Sollen sich doch die Theologen darüber den Kopf zerbrechen. Diese Haltung ist aber eines protestantischen Christen nicht würdig, weil bei uns jeder Mensch selbst für seinen Glauben verantwortlich ist. Nicht die Kirche, kein Bischof, auch kein päpstliches Lehramt. Denn unsere Version des Christentums ist von dieser Differenz offizieller Kirchenglaubens-lehre und persönlich einleuchtender und zu verantwortender Glaubens-einstellung geprägt. Und das heißt auch: es gibt bei uns keine kirchliche Instanz, die allen sagt, was zu glauben und zu tun sei, sondern: die Kirche, jede Gemeinde und die ganze große Organisation sind abgeleitete Gestalten aus dem Glauben der vielen Einzelnen und haben diesen zu dienen. Zumindest der Theorie nach ist das so. Und der ach so viel verschriene Pluralismus und die Unübersichtlichkeit des Protestantismus ist genau sein Programm und gilt es nicht als Schwäche zu brandmarken, sondern als Freiheitsstärke: die Freiheit des Einzelnen Gläubigen ist unser zentraler Punkt. Wir wollen und brauchen keinen, der für alle sagt, wo´s lang geht, glaubensmäßig und moralisch. Diese Einstellung schließt eine notwendige Auseinandersetzung mit der eigenen Herkunft und Tradition nicht aus, sondern fordert sie, damit wir nicht im luftleeren Raum nur frei phantasieren.
Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden, es war also etwas typisch Pro-testantisches, dass Ihr euch auch selbst Gedanken gemacht habt, wie denn euer eigenes Glaubensbekenntnis heute und für euch ganz persönlich aussehen könnte, und zwar in Diskussion und Auseinandersetzung mit dem Glaubens-bekenntnis der Kirche.
 
Ich lese einmal einige Passagen aus Euren neuen Entwürfen vor:
 
Zum ersten Teil des Credos, also: Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde:
Das ist doch einigen zu abstrakt, deswegen haben sie den Bezug zum eigenen Leben hergestellt, z.B.:
Ich glaube an Gott, den allmächtigen Vater – das klingt noch ganz traditionell, aber dann kommt´s: der mir Kraft gibt und bei mir ist, wohin ich auch gehe  -  oder: der mir Liebe schenkt und Kraft in schwierigen Zeiten gibt.
Wunderbare Beispiele, wie Altes, als abstrakt Empfundenes persönlciches Leben gewinnt!
 
Zum zweiten Teil:
Ich glaube an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn usw. Auch da habt ihr den Bezug zum eigenen Leben ergänzt, dafür die ganze christologische Dogmatik herausgelassen, zum Beispiel:
… Jesus Christus, der immer zu mir hält – der mir in Not seine Hand hinhält, die mich wieder auf den rechten Weg bringt – oder: der Menschen heilt, damit sie wieder ein besseres Leben haben.
Zum dritten Teil, also die Abteilung Heiliger Geist, Kirche, ewiges Leben:
 
Ich glaube an den Heiligen Geist, der mir das ewige Leben schenkt; ich glaube an die Engel, die mich auf Händen durchs Leben tragen; ich glaube an die christliche Kirche, die mir den Weg durch dunkle und schwere Zeiten leuchtet; ich glaube an die christliche Kirche, die mir Ruhe vom Alltag gibt und mich in allen Lebenslagen unterstützt;   - ja, sollte sie wohl, diese Gemeinschaft der Christen, die füreinander da sind. Die offizielle Amtskirche wird ja wahrscheinlich nicht gemeint sein, oder?
 
Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden,
in euren Formulierungen ist genau diese persönliche Aneignung des kirchlichen Glaubensbekenntnisses in ganz individueller Art gelungen, in Ergänzung dessen, was einen selbst angeht, und durch Weglassen dessen, was einem eher weni-ger sagt. Und eine Version geht schon recht frei mit dem Glaubensbekenntnis um, da pflegt jemand seinen ganz eigenen freestyle des positiven Denkens:
Ich glaube, es gibt irgendetwas Höheres, irgendetwas Fantastisches, Übernatürliches, irgendetwas, was größer ist, als alles, was es je gegeben hat und geben wird. Dieses Etwas muss nicht unbedingt Gott sein, man kann es so nennen, aber ich glaube, es ist ein Schicksal, Glück, Zufall und Wille. Schicksal, Glück und Zufall sind gut, aber man kann nicht wirklich was erreichen: Aber mit Willen. Denn wenn man etwas ganz fest will, schafft man das. Ich schaff das. You can make it happen, you can make it real. Ich glaube daran, dass man mit Optimismus, positivem Denken und Fröhlichkeit leichter durchs Leben gleitet und dadurch erscheint vieles sehr einfach.
Daraus spricht sehr viel Vertrauen ins Leben und seine Zukunft, viel Selbstvertrauen und Lebensdeutungskompetenz, die hoffentlich auch dann halten, wenn´s mal nicht so leicht geht. 
Ich kann euch nur bitten, setzt euch weiterhin so intensiv und kreativ mit eurem Leben und seinem Sinn auseinander, mit dem, was gut ist für euch und für andere, mit dem was ihr glauben sollt oder wollt, was ihr hoffen könnt.
 
Und was ihr zu dieser Gemeinde beitragen wollt und umgekehrt von ihr erwarten könnt. Insbesondere was ihr beitragen könnt: Da könnt ihr zum Beispiel in der Konfirmanden- und Jugendarbeit, in der sog. Konfi-Uni, bei der man Konfirmandengruppen auf Freizeiten mit begleitet, eine Art Vorstufe zum Jugendgruppenleiter erleben und lernen. Es gibt soviel zu tun in dieser Gemeinde. Jugendgottesdienste und andere Angebote für Kinder und Jugendliche mit zumachen und dabeizusein. Packt mit an! Alles ehrenamtliche Engagement bringt nicht nur den anderen etwas, für die ihr s tut, sondern sehr viel auch euch selbst für eure eigene Entwicklung und Zukunft.
 
Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden, liebe Festgemeinde!
Der Theologe und Religionsphilosoph Paul Tillich hat einmal sehr wirklichkeits-nah gesagt, dass das Wesen des Protestantismus, und damit auch der evangelischen Kirche und dieser Gemeinde ist: Kritik und Gestaltung – kritische Aneignung der christlichen Tradition und inhaltliche Neuformulierung und deren praktische Umsetzung. Genau das also, was mit eurem Konfirmanden-unterricht bei euch schon in Gang gekommen ist und was ihr hoffentlich auch nach der Konfirmation weiter verfolgt - dranbleiben, Leute, bitte! Mit Energie, konstruktiver Kritik und weiterführenden Ideen und phantasievollem Mitmachen!
 
Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden,
zu eurer persönlichen Beschäftigung mit dem Glauben im Konfirmanden-unterricht hat auch gehört, dass sich jeder einen Spruch aussucht, der sozusagen als Motto für euren weiteren Lebensweg gelten kann. Ein Wort, das euch begleitet. Und wie wir gleich alle hören werden, ist die Bandbreite der Sprüche denkbar groß. Allen gemeinsam aber ist, dass es Sprüche des Vertrauens auf Gott sind, der euch beschützen will und bei euch ist.
Dass sich euer Spruch jeweils an euch auch wirklich bewahrheitet, das wünsche ich euch allen sehr in eurem weiteren Leben, von guten Mächten treu und still umgeben und wunderbar geborgen. Bleibt euch selbst treu, bleibt eurem Gott treu und dieser Gemeinde und Kirche, bitte! Dazu verhelfe euch unser treuer Gott.
Amen.
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Montag, 6. Februar

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Aktuelles:

Predigttext Pfarrer Johannes Habdank

"Lust auf Kirche" am 5.2.2012 in Aufkirchen

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Lust auf Kirche

am 5.2.2012 mit Berger Projektchor in Aufkirchen

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Ökum. Neujahrsempfang

am 19.01.2012 in Höhenrain

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