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Theologie für die Gemeinde

unter der Leitung von
Herrn Prof. Harz 
findet am 05.03.2012 
um 20.00 Uhr im 
Katharina von Bora-Haus statt.
Thema: "Dietrich Bonhoffer"


Berg
am Starnberger See
 

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Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Berg am Starnberger See

Aktuelles

Predigttext Pfarrer Johannes Habdank

Aktuelles >>

Liebe Gemeinde!


Im Psalm 31 gibt es einen Vers, der sehr bekannt ist, er war 2001 sogar Kirchentagsmotto und lautet: Du stellst meine Füße auf weiten Raum. Das kann man nun zunächst einmal ganz allgemein interpretieren und konkretisieren in drei Leitsätzen, die aber gar nicht so sehr konkret sind, wie damals auf dem Kirchentag geschehen:
In Vielfalt glauben - In Würde leben - In Freiheit bestehen. Das hört sich an wie der Slogan eines Parteitags, eben jetzt von der evangelischen Kirche, und einigermaßen plakativ bleiben dann auch die Inhalte:
In Vielfalt glauben heißt dann: nicht engstirnig, sondern offen für verschiedene Glaubenswelten und –ansätze sein und bleiben; und es stimmt ja auch irgendwie: das Christentum hat von Anfang an eine seiner Stärken in der Vielfalt seiner Entwicklung gehabt, in der Vielfalt seiner Adaptionen auf verschiedene Länder und Kulturen, bis heute. In Vielfalt glauben –
Du stellst meine Füße auf weiten Raum: In Würde leben:
da heißt weiter Raum: frei von entwürdigenden, entmündigenden und unmenschlichen Bedingungen und Verhältnissen zu leben, zum Beispiel auch am Lebensende – in Würde sterben ist ein aktuelles Thema, oder: wie können Menschen am unteren Rand der Gesellschaft in Würde leben; oder: wie geht es zu in vielen Ländern der 3. Welt schon von Geburt an: da müssen Menschen unter katastrophalen Verhältnissen leben. In Würde leben? Die Frage nach der Würde ist hier politisiert, denn: menschliche Würde hat jeder Mensch prinzipiell, unabhängig von egal welcher Situation – wie kann sie im Alltag, auch im bedrückenden Wirklichkeit werden?
Du stellst meine Füße auf freien Raum: In Freiheit bestehen:
Der Raum ist so frei und offen, dass es darum geht, sich nicht zu verlieren in unendlichen Alternativen: des Glaubens, der Moraloptionen, der Lebensmöglichkeiten, sondern sich bewusst zu entscheiden, persönlich verantwortlich zu gestalten, und allgemein die Freiheit des Einzelnen sozial einzubinden – wo da eine Grenze für die Begrenzung individueller Freiheit zu setzen ist, daran haben sich gesellschaftliche Systemfragen entschieden – das freiheitlichere hat sich durchgesetzt, ob unser soziales Auffangnetz an welchen Stellen zu eng oder zu weit gestrickt ist, darum geht immer wieder die Diskussion. Vom Sinn der christlichen Freiheit im Glauben redet aber in diesem Zusammenhang kaum mehr jemand. Ist aber gerne Gegenstand der Reformationspredigt.
In Vielfalt glauben – in Würde leben – in Freiheit bestehen.
Du stellst meine Füße auf weiten Raum.

Zum biblischen Zusammenhang. Der Vers steht im 31. Psalm in einem Kontext, der sehr viel von Feindseligkeit, Gefahr im Verzug, Bedrohung und Not redet. Da klingt dieser Vers „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“ wie ein dankbarer Aufschrei der Befreiung von alledem und wie ein Bekenntnis zur Freiheit von Bedrückung und Belastung.
Und diese Befreiung wird als gottgegeben erlebt: Du stellst meine Füße auf weiten Raum, heißt es. Du! Damit ist Gott selbst gemeint: das eine große Du, dem die Menschen zu biblischen Zeiten und auch wir heute noch im Leben, im Glück, in der Not und im Sterben immer insgeheim gegenüber stehen. Dem, mit dem wir es immer, ob wir es merken oder nicht, wahrhaben wollen oder nicht, wissen oder wissen wollen oder nicht, zu tun haben. - Oder etwa nicht?
Gott stellt unsere Füße auf weiten Raum, auf weiteren Raum, als es je ein Mensch tun würde oder könnte und sich trauen würde.
Das gerade auch für den Alltag, auch, wenn es in die Ferien, in den Urlaub geht: damit zu unserem Thema.
Freiheitsphantasien und Wünsche verbinden sich im Vorfeld mit den Ferien, mit dem Urlaub. Freiheit vom sonstigen Alltagsleben. Im Urlaub: da kann ich endlich mal ausschlafen, da bin ich weit weg von allem zu Hause, da kann ich viel besichtigen, was mich interessiert, einfach die Seele baumeln lassen, ganz frei das tun, wozu ich Lust habe und wozu ich sonst nicht komme, einfach in der Sonne am Meer liegen, am Strand Burgen bauen, Papa macht natürlich mit und lässt sich im Sand vergraben, darf dann ein Eis schlecken – like ice in the sunshine!, so wie es die Werbung für´s Familienglück vorsieht. Mama geht shoppen oder liest was oder telefoniert – die Reihe ist beliebig fortsetzbar, und die Wünsche haben wir ja gehört!
Die Erwartungen an den Urlaub sind schön und viele, aber nicht wirklich immer schön viele, denn sie kommen sich gegenseitig in die Quere, die Wünsche passen nicht gerade immer zusammen: wieso muss ich heute schon wieder aufstehen, nur weil die Kleine schreit, kannst Du das nicht mal machen oder die anderen; ich mag aber gar nicht ins Museum, ich will nur Eis essen, ich will meine Ruhe haben, Ruhääh!


Je mehr wir uns alle, jeder von uns, wünschen und vorgenommen haben und erwarten von den Ferien, das gilt auch für die, die in den Ferien mal zu Hause bleiben, desto mehr ist der Urlaub in der Vorstellung schon vorher zugepackt, der Rucksack an Erwartungen und Wünschen ist übervoll und völlig überfrachtet, eigentlich passt das alles gar nicht rein. Und wehe, eine Sache klappt nicht so, wie ich das mir vorgestellt habe!
Zum Beispiel die Besichtigung des Amphitheaters, wenn da aus dem Führer vorgelesen wird, dann hat Euch Kinder das gefälligst zu interessieren. Dann gibt´s eben kein Eis hinterher! Anderes Beispiel:
„Man soll nicht meinen, dass man mit dem Urlaub alle seine Beziehungsprobleme oder andere Probleme zu Hause lösen kann. Wer das meint, der wird merken, dass es, wenn er wieder zuhause ist, dasselbe ist wie vorher.“
Ja, wenn der Urlaub, die Ferien auf diese Weise zur Belastungsprobe werden, weil alle alles von ihm erwarten und wollen, und zwar ihr eigenes Alles, das, was Du da willst, dann wird es wahrscheinlich für alle nichts werden oder zu wenig, warum?
Weil jeder zu wenig Rücksicht genommen hat auf die anderen und ihre Erwartungen, weil sie sich selbst zu wenig zurücknehmen und du zum Beispiel nicht sagst: o.k., heute machen wir Deins, morgen Meins, dann hat wenigstens jeder einmal das, was er haben will – besser als gar nichts – und es könnte ja auch mal sein, dass man sich für den anderen soweit interessiert, dass man bei Seinem nicht nur widerwillig mitmacht, sondern sich überraschen lässt von dem, was da kommt.
:/ Die eigenen Bedürfnisse auch mal zurückstellen, offen sein für Neues und Toleranz, was ja heißt: zumindest einfach ertragen, aber nicht nur dulden, sondern auch als berechtigt und interessant mitansehen wie aus der Sicht des anderen – so verwirklicht sich Nächstenliebe im gemeinsamen Urlaub heute. Nicht mehr und nicht weniger. Ich sag´s noch mal /:

Wenn sich jeder etwas zurücknimmt zugunsten der Gemeinschaft, haben alle mehr davon. Das ist unser Tipp vom Familiengottesteam für euch, für Sie - der 1. Tipp.
Der 2. Tipp für die Ferien, die jetzt bald beginnen, heißt:
von vornherein nicht zu viele Wünsche und Erwartungen in den Urlaub mitnehmen und hineinstecken, im Idealfall gar keine, einfach losfahren und sehen, was kommt, was man wann machen wird und worauf man sich einigen wird. Das ist Tipp 2.
Dazu braucht es aber noch etwas ganz Grundsätzliches, und das ist eigentlich der entscheidende 3. Tipp:
Die Spielregel heißt: „Nur Menschen, die sprechen, kann geholfen werden!“ Das ist auch sonst im Leben so. Wenn jemand nicht sagt, was er erwartet oder will, dann können es die anderen auch nicht merken, oder sollen sie es riechen? Wer nicht vorher sagt, was er will und erwartet, der kann eigentlich nur unglücklich oder sauer werden, weil ziemlich wahrscheinlich ist, dass seine Wünsche nicht erfüllt werden.
Das ist wie bei dem, was Jesus in der Bergpredigt gesagt hat:
Bittet, so wird euch gegeben. Bittet heißt es zuerst, denn: Du kannst nicht erwarten, dass dir etwas gegeben wird, wenn du deinen Wunsch nicht geäußert hast, nicht darum gebeten hast. Du musst es sagen, und zwar vorher, und nicht dann erst hinterher schmollen oder beleidigt sein, wenn du das nicht kriegst, was du haben wolltest. Es wusste doch keiner! Und sagen kann ja auch oft ohne Worte passieren, Gesten und Mimik sagen manchmal sogar mehr, aber auch nicht immer eindeutig.
Und umgekehrt es gibt auch Worte, die nur vermeintlich uneindeutig sind:
Marie: Papa, ich habe da jemanden mit einem Eis gesehen.
Jonas: Ich habe auch noch eine Schwester.
Wie man seine Wünsche äußert – das ist ein weites Feld. Hauptssache, du sagst sie, und zwar so dass es der andere auch merkt so, wie du es meinst. Das ist ein guter Schritt in die Ferien, in den Urlaub in weitem Raum für alle!

Du stellst meine Füße auf weiten Raum.
Dass Sie, Ihr alle diese göttliche Freiheitszusage mit ihrem ganzen Potenzial verspürt und merkt, wie entlastend sie wirken kann und gelassen und offen machen kann, nicht „erwartungsvoll“ und –übervoll – sondern frei und erwartungsfroh in die Ferien, den Urlaub gehen lässt, das wünscht Ihnen und euch allen das Familiengottesdienstteam –
dazu wünschen wir Ihnen und Euch Gottes reichen Segen, denn daran ist alles gelegen.
Amen.
Und der Herr sei mit eurem Geiste. Amen.

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Montag, 6. Februar

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Aktuelles:

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"Lust auf Kirche" am 5.2.2012 in Aufkirchen

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am 5.2.2012 mit Berger Projektchor in Aufkirchen

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am 19.01.2012 in Höhenrain

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