Newsletter
Kirchenvorstandswahlen

Kirchenvorstands- wahlen
Noch 257 Tage bis zum Wahltag am
21. Oktober 2012!


Informationen

Wir unterstützen ...

Download


Offenes Tanzen 

Tanzen mit Christa 
für Jung und Alt

10. 02. 2012
20:00 - 22:00


Nächster Kindergottesdienst 

während des Hauptgottesdienstes

12. 02. 2012


Theologie für die Gemeinde

unter der Leitung von
Herrn Prof. Harz 
findet am 05.03.2012 
um 20.00 Uhr im 
Katharina von Bora-Haus statt.
Thema: "Dietrich Bonhoffer"


Berg
am Starnberger See
 

Besucherstatistik
Besucher gesamt: 30.654
Besucher heute: 73
Besucher gestern: 76
Max. Besucher pro Tag: 350
gerade online: 3
max. online: 13
Seitenaufrufe gesamt: 868.213
Seitenaufrufe diese Seite: 352
Counterstart: 11.03.2010
Statistiken  Statistiken

Online-Aktivitäten in den letzte 30 min
  • Niemand
Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Berg am Starnberger See

Aktuelles

Predigtext Pfarrer Johannes Habdank

Aktuelles >>

Predigttext: Markus 12, 28-34

Und es trat zu ihm einer von den Schriftgelehrten, der ihnen zugehört hatte, wie sie miteinander stritten. Und als er sah, dass er ihnen gut geantwortet hatte, fragte er ihn: Welches ist das höchste Gebot von allen? Jesus aber antwortete ihm: Das höchste Gebot ist das: »Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der Herr allein, und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und von allen deinen Kräften« (5.Mose 6,4-5). Das andre ist dies: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst« (3.Mose 19,18). Es ist kein anderes Gebot größer als diese.

Und der Schriftgelehrte sprach zu ihm: Meister, du hast wahrhaftig recht geredet! Er ist nur einer, und ist kein anderer außer ihm; und ihn lieben von ganzem Herzen, von ganzem Gemüt und von allen Kräften, und seinen Nächsten lieben wie sich selbst, das ist mehr als alle Brandopfer und Schlachtopfer. Als Jesus aber sah, dass er verständig antwortete, sprach er zu ihm: Du bist nicht fern vom Reich Gottes. Und niemand wagte mehr, ihn zu fragen.

 

Predigt:

Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden, liebe Gemeinde,

wenn man heute einfach so Menschen in der Münchner Fußgängerzone oder auch hier in Berg auf der Straße oder beim Einkaufen fragen würde: Was ist das Wesentliche, wodurch sich das Christentum von allen anderen Religionen und Weltanschauungen unterscheidet? Worum geht´s im Christentum? – Dann würde man sehr wahrscheinlich von den meisten überrumpelt Befragten nach einer kleinen Verlegenheitspause das Stichwort zu hören bekommen: „Nächstenliebe“.

Und wenn man dann nachfragen würde: Was ist das? Dann wüssten wahrscheinlich auch noch recht viele, aber nicht mehr ganz so viele:

Den Nächsten lieben wie sich selbst. Und wenn man dann noch fragt, was das bedeutet, würden sie sagen: Man muss sich selber lieben, dann kann man auch andere lieben! Also: liebe dich erstmal selbst, nimm dich an, so wie du bist, dann kannst du auch andere annehmen, so wie sie sind.

Liebe Gemeinde!

Das ist heute verbreitete Meinung. Man kann auch sagen: Viel Meinung, wenig Ahnung! Was stimmt, ist, dass die Nächstenliebe eine zentrale Rolle spielt im Christentum. Das ist aber dann auch schon alles, was wahr ist.

Denn die Nächstenliebe war schon zu Zeiten Jesu nichts Neues und ist auch heute nicht wirklich etwas speziell Christliches. Auch im Judentum zur Zeit Jesu und davor - früher gab es diese Idee der Nächstenliebe schon. So heißt es bereits im 3. Buch Mose, Kapitel 19 – in der Lutherbibel unter der Überschrift „Gesetze zur Heiligung des alltäglichen Lebens“ zu finden:

„Du sollst dich nicht rächen noch Zorn bewahren gegen die Kinder deines Volks. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“

An diesen Worten fällt besonders auf, dass es nicht um irgendeine gefühlige, schön klingende Nächstenliebe geht, die alle immer in wunderbarer Harmonie und Glückseligkeit leben und erleben, sondern um ein Gebot als göttliche, also über-menschliche Forderung und Herausforderung an uns, die Fehlverhalten korrigieren oder zumindest ins Bewusstsein rücken will.

Du „sollst“ deinen Nächsten lieben, das heißt, es ist gerade nichts Selbstverständliches, was da verlangt wird – sonst müsste man es ja nicht erst verlangen! Es ist auch nichts Natürliches, was der Mensch sowieso schon immer und von sich aus, von seinem Wesen und Naturell her gerne tut. Nein: Rache und Zorn, wie es heißt, wären die natürlichen Reaktionen, so schon die ernüchternde Sicht des Alten Testaments auf den Menschen.

Und ein offener Blick in die Welt bestätigt diese Sicht leider nur allzu sehr, gerade auch heute. Ein Blick in die Nachrichten genügt.

Deswegen „Du sollst“, das heißt: es muss uns immer erst gesagt werden, es muss uns vorgeschrieben werden, wir müssen immer wieder daran erinnert werden.

Und – wenn heutige Therapeuten behaupten, man müsse sich erst selbst lieben, um andere lieben zu können.

Dann gebe ich zwei Dinge dagegen zu bedenken:

1. Es ist nicht so, dass wir uns erst selber genügend lieben müssten, um den Nächsten lieben zu können, nein: Selbstliebe und Egoismus, Selbst-interesse und Selbsterhaltungstrieb sind so stark ausgeprägt bei jedem Menschen, dass sich die Nächstenliebe geradezu ein Vorbild an dieser Selbstliebe und Selbstverliebtheit nehmen solte! Das ist auch ursprünglich von Jesus so gemeint. Dass die Nächstenliebe endlich auch einmal so unausrottbar und überall wirksam werden würde, wie die Selbstliebe! Das wär´s! Dann sähe die Welt anders aus. Dann wäre das Reich Gottes stärker spürbar in dieser unserer Welt!

Und 2. : Menschen, die in einer tiefen persönlichen Krise stecken, haben – nach meiner Kenntnis – die Erfahrung gemacht, dass es gerade dann, wenn es ihnen ganz schlecht geht und das Selbstwertgefühl am Boden ist, dir nützlich sein kann, wenn du dich um andere kümmerst. Das kann auch dich wieder hochziehen. Ja, über tätige Nächstenliebe kann sich indirekt auch wieder Selbstachtung und Selbstliebe aufbauen, im persönlichen Krisenfall.

Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden, liebe Gemeinde,

das Gebot der Nächstenliebe verbindet uns Christen mit dem Judentum und unterscheidet uns gemeinsam von allen anderen Religionen. -

Nun hat aber Jesus mit dem alten jüdischen Gebot der Nächstenliebe etwas ganz Eigenes gemacht. Er hat es mit dem Gebot der Gottesliebe verbunden – das gab es zwar vereinzelt im Judentum seiner Zeit auch schon – aber, was es noch nicht gab: er hat dieses Doppelgebot der Gottes- und Nächstenliebe zum alleinigen Maßstab für alle anderen Gebote, Regeln und Normen, Vorschriften und Verhaltensstandards gemacht.

Das ist exklusiv Jesus gewesen, das war revolutionär und macht bis heute das Wesen des Christentums aus.

Wir haben es vorhin in der Lesung gehört, was auch für uns heute der Maßstab sein soll:

„Du sollst den Herrn, deinen Gott lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt – „Denkvermögen“ – und von allen deinen Kräften. Und …: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Es ist kein anderes Gebot größer als diese beiden.“

Das Gebot der Nächstenliebe ist also rückgekoppelt an das Gebot der Gottesliebe.

Auch die Gottesliebe ist ein Gebot, weil nicht selbstverständlich. Gott lieben heißt merken, spüren, sich klar machen, dass es etwas Höheres gibt als alles in dieser Welt und als alle Menschen, alles, was dich beschäftigt. Und diesem Höheren, der höher ist als alles, also der Höchste ist, zu vertrauen; das sichere Gefühl zu bekommen, dass es dieser Höchste, Gott es gut mit uns meint, und uns fürsorglich umfängt, für uns da ist, dich begleitet, dir Rückendeckung gibt für dein Leben. Das ist der Punkt.

Wie es ein Kindergebet sagt: Wo ich gehe, wo ich stehe, ist der liebe Gott bei mir. Wenn ich ihn auch niemals sehe, weiß ich sicher Gott ist hier.

Oder in einer persönlicheren Fassung: Wo ich gehe, wo ich stehe, bist du, lieber Gott, bei mir. Wenn ich dich auch niemals sehe, weiß ich dennoch, Du bist hier.

Gottesliebe ist Vertrauen auf Gott, auch in unklaren, ungewissen Situationen, wo man nicht weiß, wie es weitergehen soll. Ja, da ist sie besonders wichtig. Im Ungewissen Vertrauen zu behalten und neuen Mut zu fassen.

Liebe Gemeinde,

die Verbindung der beiden Gebote Gottesliebe-Nächstenliebe bringt es mit sich, dass die Gottes- und Nächstenliebe in der Lebenspraxis aufeinander abfärben sollen:

Das Gottvertrauen sollen wir umsetzen in Vertrauen zu den Menschen, die im christlichen Sprachgebrauch „die Nächsten“ heißen, obwohl sie meistens gar nicht die Nächsten sind, sondern die Übernächsten oder ganz weit Entfernte bis Hinterletzte: örtlich-räumlich gesehen, mentalitätsmäßig und geistig, materiell, vom Milieu her, moralisch oder religiös. So wie wahrscheinlich umgekehrt wir für sie auch am anderen Ende ihrer Skala leben! Egal wo oder wer, welcher Herkunft, Nationalität, Geschlecht, Rasse – ja, Jesus war ein großer Universalist, und so betrifft es nach seinem Willen jeden Menschen – : unsere Nächsten sind die, die uns brauchen, unsere Begleitung oder unsere Hilfe benötigen und auch wollen. Das kann bei jedem anders sein: die eine besucht kranke Menschen in der MS-Klinik, der andere spendet für ein förderungswürdiges Patenkind in Afrika, der Nächste finanziert für diese Gemeinde hier ein Trampolin für kleine und große Kinder im Pfarrgarten, damit wir besser in Bewegung kommen – morgen wird es aufgebaut! Usw.

Das göttliche Pflichtprogramm der Nächstenliebe lässt sich, wie man sieht, auch heute unter uns menschlich-christlich ganz frei realisieren, mit Herz und Seele, Gemüt, Verstand und Kraft. Mit allen Sinnen.

Diese vielen einzelnen persönlichen Hilfen und Projekte der Nächstenliebe sind das wahre Bewährungsfeld unserer Gottesliebe. Gelebte Nächstenliebe im Einzelnen und als gemeinschaftliche Aufgabe, um die geht es hauptsächlich: denn hier wird der wie auch immer persönlich ausgeprägte Glaube sozial verwirklicht.

Die Auswirkungen davon, dass Jesus die Verbindung von Gottesliebe und Nächstenliebe zum alleinigen Maßstab für alle anderen Gebote, Regeln und Normen, Vorschriften und Verhaltensstandards gemacht hat, sind allgemein- und kirchengeschichtlich gigantisch groß bis heute. Und sie geben der Vielfältigkeit der Verwirklichung von Nächstenliebe einen breiten Raum, schaffen ein weites Feld.

Wir Evangelische, wir Protestanten heute, stehen für dieses von Jesus Christus erfundene religiöse Programm des Doppelgebots der Gottes- und der Nächstenliebe. Nach Paul Tillich, einem großen Theologen des 20. Jahrhunderts, kann das christlich–protestantische Prinzip genannt werden: „Kritik und Gestaltung“. Kritik auch und gerade gegenüber der eigenen Kirche, die sich immer wieder weiterentwickeln und neu gestalten muss.

Und so bitte ich Sie und Euch alle um Kritik und Gestaltung! Fragen Sie mich oder die Kirchenvorstände, fragt ihr, warum was so ist in dieser Gemeinde, in dieser Kirche. Benennen Sie es offen, wenn Ihnen etwas auffällt, sagt, was Euch stört, reklamieren Sie, was sie vermissen, wofür Sie aber meinen, Kirchensteuer und Kirchgeld zu zahlen; was auf Sie stillos wirkt, sagen Sie es mir bitte direkt oder dem Kirchenvorstand, und bringen Sie bitte möglichst auch Ideen und Vorschläge zur Verbesserung ein. Gestalten Sie mit, wenn Ihnen diese Gemeinde Ihre Meinung, Ihre Ahnung, Ihre Zeit und Ihr Mitmachen wert ist. Es ist jetzt die günstige Chance, einiges neu aufzustellen, durchaus auch nach den Wünschen derer, die bisher noch zurückhaltend waren oder nicht vorkamen, die aber jetzt gerne berücksichtigt sein möchten. Und auch später noch.

Dass wir den neuen Entwicklungsprozess umsichtig und rücksichtsvoll gestalten werden, mit der uns gegeben Gottesliebe und der uns möglichen Nächstenliebe – und mit der Liebe zum Detail, denn durch sie entsteht bekanntlich ja etwas ganz Besonderes: Feinkost – darum bitten wir unseren Gott. Amen.

Und der Herr sei mit unserem Geist. Amen.

Zurück

License Key Error.
[Running in limited mode] [Help]

Februar 2012
S M D M D F S
29 30 31 1 2 3 4
5 6 7 8 9 10 11
12 13 14 15 16 17 18
19 20 21 22 23 24 25
26 27 28 29 1 2 3
4 5 6 7 8 9 10

Easy PHP Calendar
License Key Error.
[Running in limited mode] [Help]

Montag, 6. Februar

Es gibt keine Veranstaltungen für diesen Zeitraum.

Aktuelles:

Predigttext Pfarrer Johannes Habdank

"Lust auf Kirche" am 5.2.2012 in Aufkirchen

... weiter lesen


Lust auf Kirche

am 5.2.2012 mit Berger Projektchor in Aufkirchen

... weiter lesen


Predigttext Pfarrer Prof. Klaus-Peter Jörns

am 29.1.2012 im Katharina von Bora - Haus

... weiter lesen


Forum zu Gegenwartsfragen

am 26.01.2012 im Katharina von Bora - Haus

... weiter lesen


Ökum. Neujahrsempfang

am 19.01.2012 in Höhenrain

... weiter lesen